Pizzo di Claro 2727 m - goldener Herbst über dem Calancatal


Publiziert von Ivo66 Pro , 15. Oktober 2010 um 20:20.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Misox
Tour Datum:15 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Pizzo di Claro   CH-GR   CH-TI 
Zeitbedarf: 4:45
Aufstieg: 1180 m
Abstieg: 1180 m
Strecke:Parkplatz P. 1640 m - Pian Guald - Alp di Stabveder - Mot Ciarin - P. 2270 m - P. 2280 m - Val Granda - Pizzo di Claro P. 2720,2 m - P. 2727 m - P. 2270 m - Alp di Stabveder - P. 1640 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Vom Misox herkommend mit dem PW nach Arvigo im Calancatal. Erst nach dem Dorfende - kurz nach der Ortstafel zweigt vor einer Postautohaltestelle ein geteertes Strässchen nach links ab und führt durch das Dörfchen. An einer Verzweigung (alles nicht ausgeschildert...) wählt man das Strässchen über die Brücke geradeaus und gelangt in mehreren Kehren zum Parkplatz bei P. 1640 m (Ende der geteerten Strasse). Man könnte mit dem PW sogar noch weiterhochfahren zur Alp di Stabveder (1946 m). Die Naturstrasse ist gut befahrbar.
Kartennummer:1:25'000 Grono und Osogna

Der Pizzo di Claro sticht jedem Reisenden, der aus dem Südtessin gegen Norden fährt, bei Bellinzona ins Auge. Hoch über der von Süden gesehen rechten Talseite trohnt er über der Gotthardstrecke. Was für ein herrlicher Berg; scheinbar ganz alleinstehend, muss er ein besonders lohnendes Panorama bieten, denn von vielen Bergen des Tessins ist dieser markante Gipfel zu sehen. Und die Gipfelschau hielt, was sie versprach: Auf der einen Seite die Bernina Alpen und auf der anderen das Monte Rosa-Massiv und dazwischen tausende von Bergen, Hügeln, Wäldern und Tälern, dazu ein Tiefblick ins Tessiner Haupttal, wo die Gotthardstrecke fast 2500 m tiefer unter dem Pizzo di Claro vorbeiführt.

Der Aufstieg von der Seite des wilden Calancatals ist einfach; die Routen sind zwar nicht ausgeschildert, aber teilweise weiss-rot-weiss markiert, wobei die Markierungen schon bessere Zeiten erlebt haben. Meist findet sich eine gut ausgetretene Wegspur und viele Steinmännchen erleichtern die Routenfindung. Dennoch ist etwas Aufmerksamkeit nicht fehl am Platz, aber bei guter Sicht stellen sich im übersichtlichen Gelände kaum Orientierungsschwierigkeiten. Bei Nebel sollte man diese Tour nicht begehen: Erstens kann man dann wirklich ernsthaft von der Route abkommen, aber vor allem verpasst man dann ein Gipfelpanorama, das wirklich seinesgleichen sucht.

Die Tour ist im Herbst sehr zu empfehlen, das Calancatal leuchtet in goldenen Herbstfarben und die Besonnung ist hervorragend - im Hochsommer wäre dies wohl ein ziemlich schweisstreibendes Unternehmen. Und was für ein Genuss war es - nach den vergangenen Voralpentouren - wieder einmal in trockenem Gelände unterwegs zu sein. Symptomatisch für den Pizzo di Claro ist die Tatsache, dass er sich auf der Grenze zwischen dem Tessin und Graubünden liegt; also den beiden für mich schönsten Kantonen der Schweiz. Vom Charakter her hat mich die Szenerie jedoch eher ans Tessin erinnert.

Parkplatz P. 1640 m - Alp di Stabveder (T2)

Man könnte mit dem PW problemlos weiter hoch bis zur Alp di Stabveder fahren (kein Fahrverbot, gute aber nicht asphaltierte Strasse), doch würde man im Herbst die Wanderung durch die goldenen Lärchenwälder verpassen und die Tour würde etwas gar kurz.

Vom Parkplatz (von der Alpstrasse nach links abzweigen) geht man einige Schritte in südöstlicher Richtung und trifft sofort auf Pfadspuren, die nach rechts den Hang im Wald hinaufführen (weiss-rot-markiert). Bei einer Abzweigung hält man sich nach rechts (auf einem Stein ist die Inschrift "Alp di Stabveder" vermerkt) und wandert gemütlich zur schön gelegenen Alp di Stabveder hoch, wobei man einmal das Fahrsträsschen kreuzt.

Alp di Stabveder - Mot Ciarin - P. 2270 m (T3)

Man sieht von der Alp in südlicher Richtung einen markanten Kamm, der mit Lärchen lichte bewaldet ist. Dort hinauf führt eine recht gute Wegspur (keine Markierungen), die man zu Beginn etwas suchen muss. Auch ohne die Wegspur ist das Gelände hier gut zu begehen. Spätestens auf dem Kamm, der zum Mot Ciarin hinaufführt, wird man auf einen Pfad treffen.

Um auf den Mot Ciarin zu gelangen, hält man sich einfach auf der Grathöhe. Allerdings ist die Besteigung dieses Gipfels nicht lohnend, insbesondere kann man ihn nicht überschreiten, da er sich gegen Norden mit senkrechten Felsen verteidigt (zumindest habe ich keinen geeigneten Durchschlupf gefunden). Man umgeht diese Felsbastion also besser auf schmalen Pfadspuren links am Gipfelaufbau vorbei durch recht abschüssige Grashalden. Später gelangt man wieder auf den Grat und wandert zu P. 2270 m (Wanderwegweiser) hinüber.

P. 2270 - Pizzo di Claro (T3)

Nun folgt man zunächst dem weiss-rot-weiss markierten Bergweg, den Bach überquerend, in südwestlicher Richtung. In der Gegend von P. 2280 m zweigt nach rechts eine schwach ausgeprägte Wegspur ab, der man folgt (immer auf Steinmänner achten). Die Route ist zunächst nicht gut zu erkennen, bald findet sich aber bis zum Gipfel eine durchgehende Wegspur. Der Pfad weist ausserdem alte verblasste weiss-rot-weisse Markierungen auf.

Zeitweise führt der Pfad steil durch die Flanke hinauf bis kurz unter den Grat. Zum Gipfelkreuz bzw. zu den beiden Gipfelkreuzen überschreitet man den felsigen, aber breiten Grat. Der kotierte Punkt (2720,2 m) beim Gipfelkreuz ist übrigens nicht der höchste Punkt des Pizzo di Claro, dieser (2727 m) befindet sich als vermeintlicher Vorgipfel etwas weiter nördlich. Wir überschritten ihn beim Abstieg.

Abstieg

Wie erwähnt überschritten wir den höchsten Punkt über den Grat und stiegen dort in abschüssigem Gelände wieder zum Pfad ab (kurze T4-Einlage).

Von P. 2270 m - einem kleinen Passübergang mit Wegweiser - folgten wir der markierten Spur direkt Richtung Alp Stabveder. Die Route ist bei genügend Aufmerksamkeit gut zu finden, obwohl der Pfad nicht immer erkennbar ist (viele Steinmännchen, weiss-rot-weisse Markierungen).

Tourengänger: Ivo66, Lena


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (4)


Kommentar hinzufügen

Pfaelzer hat gesagt: Sehr schöne Tour...
Gesendet am 16. Oktober 2010 um 02:46
...die schreit förmlich nach Wiederholung.
Die werden wir bestimmt einmal machen, danke für die Super-Beschreibung und die tollen Bilder.

Viele Grüsse,
Wolfgang

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:Sehr schöne Tour...
Gesendet am 16. Oktober 2010 um 07:37
Ein herzliches Dankeschön zurück!

Toll, dass Dich mein Bericht angesprochen hat. Die Tour dürfte wohl auch im Frühsommer gut zu begehen sein - zur Zeit der Alpenrosenblüte. Auf jeden Fall wünsche ich Dir jetzt schon einen Traumtag zu dieser herrlichen Bergtour.

Herzliche Grüsse, Ivo

chaeppi Pro hat gesagt:
Gesendet am 16. Oktober 2010 um 19:07
Hoi Ivo & Lena

Die Via Lumino wäre sicher auch etwas für euch gewesen. Kann ich nur empfehlen.

Grüsse, chaeppi

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. Oktober 2010 um 19:22
Hoi chaeppi

Vielen Dank für den Tip. Unser Interesse ist geweckt, zumal wir die Gegend zwischen Tessin und Calancatal sofort ins Herz geschlossen haben. Wunderschön!

Herzliche Grüsse

Ivo und Lena


Kommentar hinzufügen»