Hitzeschlacht am Chäserrugg...


Publiziert von Runner Pro , 4. September 2011 um 22:00.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 3 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Churfirsten   CH-SG 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 2222 m
Abstieg: 2222 m
Strecke:Walenstadt - Nideri - Chäserrugg - Tschingla - Walenstadt
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit ÖV oder Auto bis Walenstadt
Unterkunftmöglichkeiten:u.a. Alp Tschingla (EZ 60.-, Massenschlag 55.-)
Kartennummer:2514 (1:25000)

Als letzte Vorbereitung auf den Jungfrau Marathon (KEIN Geheimtipp mehr ;-)) habe ich eine schon länger gespeicherte Tour von Chääli ausgegraben, welche auc h von dulac eindrücklich beschrieben wurde; Walenstadt - Nideri - Chäserrugg. Es war eine rechte Hitzeschlacht an diesem Samstag, obschon der Weg oder besser das Fahrsträsschen bis Lüsis grösstenteils im kühlen Wald verläuft. Diese Variante ist für Bergläufer besser geeignet, da bis Lüsis "durchgezogen" werden kann. Der Weg via Gräpplig ist mit Sicherheit schöner und spannender. Ab Lüsis geht man ein kurzes Stück Richtung Verachta, jedoch bei Punkt 1272 verlässt man das Alpsträsschen und betritt eine Kuhweide. Leider ist diese Abzweigung meiner Meinung nach nicht gut markiert. Man muss ins Gelände schauen, um auf der Weide die weiss-rot-weisse Markierung zu finden (bei Nebel sicher noch lustig...). Da ich zuerst zu Weit laufe, passiere ich eine interessante Baute am Wegesrand; eine Seilbahnstation ohne Seile, Masten und Kabine! Hier war das Militär aktiv. Es handelt sich wohl um die Überreste des Reduit-Gedankens aus dem zweiten Weltkrieg. Mein Weg führt mich nun definitiv auf die Nideri. Man soll sich nicht täuschen lassen, denn der Weg zieht sich dahin und ab Walenstadt sind es doch immerhin gute 1400 Höhenmeter bis zum Kulminationspunkt. Die Pfade sind immer gut und biete keine technischen Schwierigkeiten. Es dürfte sich um den leichtesten Übergang vom Walensee ins Toggenburg handeln (T2).
Von nun an geht es runter zum Obersesshüttli. Ein kurzes Stück unmittelbar nach der Nideri ist seilversichert. Dies scheint völlig unnötig, kann aber bei rutschigem Stein sicher gute Dienste leisten. Ein Ausrutscher könnte hier zu unangenehmen Schürfungen oder einem verknacksten Knöchel führen. Auf dieser Seite des Passes tut sich eine ganz neue Landschaft auf; der Blick reicht vom Alpstein ins Rheintal Es ist beinahe schon wild hier und viele Wanderer hatte es gestern nicht, denn eine Bergbahn sucht man hier vergebens. Von hier oben könnte man bis Grabs - Buchs absteigen. Ich wähle den Weiterweg über den Sattel (1946m.ü.m) und ziehe hoch auf den Chäserrugg. Dazu sind nochmals gute 300 Höhenmeter auf tiptopen Wanderwegautobahnen zu überwinden. Oben angekommen dann das von Chääli schon treffendst beschriebene Bild mit den vielen vielen Seilbahntouristen, welche die zu diesem Zeitpunkt aber ohnehin überhitzte Terrasse des Restaurants okkupieren. Dennoch genehmige ich mir im Restaurant ein kühles Blondes (natürlich ohne Alkohol ;-)) und fülle meine beiden Trinkflaschen auf. Die Mengen an Wasser die ich dabei hatte waren sehr knapp bei diesen Temperaturen! Nun muss ich mich entscheiden, ob ich mit der Bahn runtergehe oder ein Stück bis Iltios weiterlaufe oder durchh's Valsloch laufe. Dass ich nicht ganz schwindelfrei bin spräche für die Toggenburger Variante, dass mein Auto in Walenstadt parkiert ist und ich von vielen Hikrs. schon gelesen habe, die Alp Tschingla habe eine gute Bewirtung gibt dann den Ausschlag für's Valsloch. Es sollte sich auch zeigen, dass diese Route völlig unproblematisch ist. Gute Weglein, tadellose Markierung und eine super Aussicht auf den Walensee, das Seeztal und die umliegenden Bündner- und Glarnerberge! Bei Punkt 1742 (Chammsässli) dann muss ich mich entscheiden für den Weg nach Vorderbüls - Walenstadt (weiss-rot-weiss) oder direkt zur Tschingla (weiss-blau-weiss). Ich wähle die Tschingla, da ich bereits wieder Lust auf ein Bier verspüre (ist das beste isotonische Getränk!) und ich auch dem Paxmal noch einen Besuch abstatten möchte. Auch diese Wegstrecke ist weitesgehnd im Laufschritt machbar und so treffe ich bald auf Tschingla ein, wo es kein alkoholfreies Bier mehr gibt, dafür aber ein kleines Calanda. Nach kurzer Pause folgt dann der Rest der Tour wieder auf weiss-blau-weiss markierten Pfaden, da und dort mit drahtseilversicherten Stellen (mal logisch, mal fraglich) und der "Schlüsselstelle" am Sitzstein, kurz vor dem Paxmal. Ich treffe auf deutsche Touristen, wovon sich einer redlich auf allen vieren abmüht. Ich erfahre, dass auch er nicht schwindelfrei ist und wünsche ihm gutes Gelingen für den restlichen Weg nach oben ;-) Ich kann's nachfühlen. Bei mir ist wenigsten meist unproblematisch, wenn ich Seile, Tritte oder Leitern in Anspruch nehmen kann... Kurz und gut, ich erreiche das Paxmal wohlbehalten und kann dort noch kurz zur innern Einkehr verweilen. Es ist schon eindrücklich, solch ein im antiken Stil gebautes Gebäude hoch über dem Walensee anzutreffen. Karl Bickel, der Erschaffer dieses Monumentes, hat immerhin 25 Jahre daran gearbeitet. Das Paxmal gilt auch als sogenannter Kraftort. Nach dieser längern Pause folge ich dann meist auf der Strasse, ab und zu unterbrochen von schönen Waldwegen, den Wanderwegzeichen bis Walenstadt, wo ich mir im See noch ein erfrischendes Bad gönne... Ob's als Wettkampfvorbereitung schlau war? Eher nicht, dafür uhuärä schön ! Gemäss Routenplan "Schweiz Mobil" 25km und 2222 Hm (rauf und runter). Zeitbedarf? Ca. 6h "running"  ohne Pausen, ich lass mir diese aber jeweils nicht nehmen. Für Wanderer ca. 12h.

Tourengänger: Runner

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Kommentare (7)


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joe hat gesagt:
Gesendet am 5. September 2011 um 11:14
Da sind wir uns aber konsequent aus dem Weg gegangen.

Wir sind von Wildhausberg über Tschingla (Einkehr sehr zu empfehlen) auf den Hinterrugg marschiert. Abstieg über die gleiche Route mit erneuter Einkehr im Tschingla. Hikr-Eintrag folgt.

Anmerkung:
Bei P.1742 bist Du über den "weiss-blau-weissen Weg zur Tschingla abgestiegen. Diesen haben wir im Auf- und Abstieg wegen möglicher Nässe gemieden. Unser (Um-)Weg führte nach SE weiter Vals hinunter.

Frage:
wie war Dein Abstieg nach Tschingla? Feucht oder bereits trocken?

Gruss. Joachim

Runner Pro hat gesagt: RE: weiss-blau-weiss Tschingla
Gesendet am 5. September 2011 um 12:11
der Abstieg war staubtrocken! Gut, wundert mich nicht bei dieser Hitze ;-) Mir jedenfalls war's warm genug. Ja, da haben wir uns ja sauber verpasst. Wobei ich erst so gegen 14.15 auf der Tschingla gewesen sein dürfte...

dabuesse hat gesagt: Jungfrau Marathon
Gesendet am 8. September 2011 um 21:07
Hei Richi

Viel Glück am Jungfrau Marathon, vielleicht sieht man sich leidend auf der Strecke :)

David

Runner Pro hat gesagt: RE:Jungfrau Marathon
Gesendet am 8. September 2011 um 21:49
Ja Dir auch viel Spass. Laufe mit der
Startnummer 1078. Du?

dabuesse hat gesagt: RE:Jungfrau Marathon
Gesendet am 8. September 2011 um 22:07
Nummer weiss ich noch nicht. Habe den Startplatz auf der Börse gekauft und muss ihn vor dem Start noch umschreiben.

Runner Pro hat gesagt: RE:Jungfrau Marathon
Gesendet am 9. September 2011 um 02:28
schade... kannst mich ja ankicken wenn du mich siehst... und dad Bier auf der Scheidegg dann schon mal kuehlen lassen am Sa! :-)!

Runner Pro hat gesagt: RE:Jungfrau Marathon
Gesendet am 10. September 2011 um 23:50
Heja, Gratuliere zum JM! War ja super Wetter aber auch recht warm :-)))


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