Der Monte Leone zieht mich schon lange in seinen Bann. Die letzten zwei Jahre habe ich ihn immer wieder aus der Nähe von allen Seiten sehen können. Heute durfte ich endlich auf seinem Gipfel stehen!
Die Hälfte der Route kenne ich von der Besteigung vom Breithorn. Der Aufstieg vom Simplonpass zum Breithornpass ist mir also bekannt, zudem strömen an einem schönen Samstag wie heute viele Tourengänger hinauf. Am Pass angekommen lichten sich aber die Reihen deutlich. Einige lassen sich vom kalten Wind beeindrucken und kehren gleich um und fahren ab. Andere mühen sich auf das Breithorn und verbleiben auch dort nicht lange. Nur eine Handvoll Türeler ziehen weiter Richtung Monte Leone.
Einmal den Breithornpass überwunden und einige Meter weiter Richtung Alpjergletscher wird es windstill und recht warm. Eben noch wollte mir der Wind die Mütze vom Kopf reissen und nun brennt mir die Sonne Löcher auf den Pelz. Von nun an bin ich für den Rest des Tages (fast) alleine, nur am Grat sind mir ein paar Personen begegnet. Die Querung über den Alpjergletscher ist am Anfang etwas schwierig, denn auch hier ist der Gletscher blankgefegt. Die Eisflächen sind unangenehm rutschig und abschüssig. Danach ziehe ich dem Skidepot vom Südgrat entgegen. Hier auf 3'320m stehe ich nun am Grat und kann erstmals nach Osten hinunter Richtung Italien schauen. Die Wände brechen jäh ab und befördern wieder den kalten Wind herauf.
Der Südgrat ist ordentlich verschneit, jedoch die Route schon etwas zertreten. Ich muss mir den Weg also nicht suchen. Nun sind die Steigeisen hilfreich und auch der Pickel hilft mir über manche steile Stufe mich hinaufzuziehen. Anfangs führt der Pfad in der Westflanke entlang, ein grösserer Turm wird so umgangen. Allerdings ist es sehr abschüssig und der Schnee nicht immer so sicher fest. Dann kommt ein breiterer Rückenteil wo man gut vorwärts kommt. Zum Schluss stellt sich der Grat nochmals steil auf, wird schmal und einzelne Stufen werden östlich im Schnee umgangen. Huii, hier brauchts aber einen sicheren Fuss. Da geht's rund 1'000m hinunter! Endlich kommt dann der Gipfel mit der dreieckigen Säule. Für mich ein toller Moment hier zu stehen, alleine und mit meinen Gefühlen!
Der Abstieg ist mit den Steigeisen nicht so schwer, die Zacken geben guten Halt und schon bald stehe ich wieder am Skidepot. Nun kommt der Gegenanstieg zurück zum Breithornpass. Ich halte mich so gut es geht auf der gleichen Höhe und muss so nur 150HM wieder aufsteigen. Aber auch diese wollen überwunden werden. Die Sonne brennt nun heiss ins Gesicht und die Beine werden auch langsam schwer. Zudem wird's wieder rutschig auf dem blanken Gletscher. Aber schlussendlich ist auch dieser Teil hinter mir und nun freue ich mich auf eine rassige Abfahrt. Es hat noch viel neuen Pulver und rechts und links finden sich noch unverfahrene Flecken. Der Schnee ist so tief, dass ich meine Skier gar nicht sehen kann, der Schnee stiebt mir bis über die Knie hinauf.
Der Monte Leone ist sehr wohl ein schöner "Skiberg". Mit einer guten Routenplanung lässt sich der Gegenanstieg auf 150HM reduzieren. Der Südgrat ist im Winter mit der Schneeauflage mit Steigeisen recht problemlos und gut zu machen. Zudem kann man mit einer guten halben Stunde Mehraufwand noch das Breithorn besuchen und bekommt so zwei schöne und tolle 3'000er in die Gipfelsammlung.
Tour im Alleingang



























Freiheit
Dank dem schlanken Packsack und dem geringen Gewicht fühlt man sich mit dem "Cruise 24" auch am Rücken frei. Ausserdem hat er eine Skihalterung und einen seitlichen Zugriff. Perfekt für Skitouren.


Comments (6)