Wenn der Föhn bläst am Spitzmeilen...


Publiziert von Runner Pro , 5. Oktober 2010 um 22:59.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 4 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Spitzmeilengruppe 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:Oberterzen - Hoch Camatsch - Spitzmeilenhütte SAC - Maschgenkamm
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit PKW bis Oberterzen (PP beim Tennisplatz)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Spitzmeilenhütte SAC (siehe www.spitzmeilenhuette.ch)

Endlich mal wieder ein Bergläufchen ohne Startnummer und Zeitdruck – und das Wetter war auch zum anbeissen ! So mache ich mich auf den Weg Richtung Walensee. Ursprünglich war ein Training ab Elm geplant, aber es sollte sich noch als gut erweisen, dass ich dies verschoben habe, denn die Kondition ist wohl noch nicht so ganz gut…
Ich fahre also mit dem PW bis Oberterzen wo  beim Tennisplatz ab 07.00 bis Mitternacht gratis Parkplätze zur Verfügung stehen und schnalle mir den Laufrucksack um. Los geht es also entlang der Strasse nach Gafadür. Die erste Abzweigung auf den Wanderweg lasse ich aus und bleibe auf der Strasse, gewissermassen um einzurollen, wobei einrollen bei dieser Steigung ein kleiner Scherz ist.  Ohnehin mündet der Wander weg nach kurzer Zeit wieder in diese Bergstrasse um  bei Pt. 1013 dann als angenehmer Trail in den Wald einzutauchen. Unvermindert steil geht es bergan. Bei Pt 1280 halte ich rechts und quere etwas sumpfiges Gebiet, um nach kurzer Zeit den „Heusee“ zu erreichen. Der „Heusee“ ist der kleine Bruder des „Grosssee“, neben welchem das Hotel „Seebenalp“ mit gemütlicher Sonnenterrasse liegt.  Auf hübschen Trails get es durch die herbstlich gefärbte Alpenvegetation und schon stehe ich auf dem „Gross Güslen“. Eine wunderbare Sicht auf den Walensee, die Churfirsten und in der Ferne das Mittelland tut sich auf. Wie würde es mich im Büro anöden ! Der weitere Weg führt mich unterhalb des „Chli Güslen“ am „Munggenseeli“ vorbei und über „Mulfeer“ zur „Chrüzen“. Ein- zwei Mal vertue ich mich (was bei mir normal ist), finde den Weg jedoch nach kurzer Zeit wieder. Von der „Chrüzen“ hat man einen guten Blick zum „Maschgenkamm“. Der  Touristenstrom der täglich mit der Bahn dorthin zieht ist leicht zu erahnen.  Mir graut vor dieser Vorstellung und so laufe ich weiter über den „Melchplatz“ (sehr sumpfig) zur „Munzfurgglen“. Der Föhn bläst wie mir scheint immer stärker und zwingt mich mehr als einmal, mein Käppi gut festzuhalten!  Ab 2‘000 M.ü.m trifft man dann auch häufiger auf Reste der ersten Schneefälle – der Winter kann wohl nicht auf seinen grossen Auftritt warten! Nach „Mütschüel“ (kleine Alphütte) steigt der Pfad hoch zur „Bütz“ (Pt. 2124l), wo man sich entscheiden muss ob man zur „Alp Erdis“ oder auf den Sattel des „Hoch Camatsch“ laufen will. Ich entscheide mich für den „Hoch Camatsch“. Hier wären die Katzenkrallen von fuemm wohl nicht schlecht, denn es liegt recht viel Schnee. Der zwar nur kurze Anstieg ist reht unangenehm , da man mehr rückwärts als vorwärts geht (wohlgemerkt mit Laufschuhen, mit Wanderschuhen ist’s wohl etwas weniger problematisch). Ein kurzes Stück folge ich nun dem Wegweiser zum „Erdisgulmen“. Das Anrennen gegen den Föhn wird zur Geduldsprobe. Und auch wenn der Föhn als „warmer Fallwind“ bezeichnet wird, beginne ich fast ein wenig zu frieren. Trotzdem bleibt die mitgeführte Jacke im Rucksack – man ist ja schliesslich kein Bahnläufer! Eigentlich hatte ich mir für den weiteren Verlauf des Berglaufes vorgenommen, das „Türli“ von Westen nach Osten zur Spitzmeilenhütte hin zu überschreiten, aber der „warme Fallwind“ geht mir mitllerweile derart auf den Sack, dass ich mich entscheide bereits am Pt. 2229 auf den Weg zur SAC-Hütte abzusteigen. Nach einigen Kilometern (gesamthaft ca. 16 km) erreiche ich diese dann und genehmige mir dort einen Kaffee und ein Stück ausgezeichnetem selbstgemachtem Aprikosenkuchen. Der restliche Weg zum „Maschgenkamm“ über die Alp „Fursch“ ist weitgehend laufen auf der Autobahn. Wohl weil es Montag ist hält sich die Anzahl der Wanderer in Grenzen, jedoch möchte ich hier nicht an einem Wochenende unterwegs sein! Die letzten Meter von der „Maschgenlücke“ hoch zum Kamm sind wieder eher mühsam, da der Föhn derart stark bläst, dass ich mich tatsächlich gegen den Wind stemmen muss um nicht neben den Pfad zu geraten. Nun gut, oben wartet wiederum ein Kaffee und nochmals ein Stück warmer Kuchen (diesmal Waldbeeren) sowie die Bahn zum runterfahren. So suche ich am Fahrkartenschalter mein Halbtax-Abo hervor um anschliessend zu erfahren, dass die Bahn wegen des Föhns nicht fährt. Also nochmals laufen, runter bis Oberterzen. Die Oberschenkel grüssen, aber immerhin werden nochmals ein paar Kalorien verbrannt und das schadet ja auch nicht… alles in allem ein schöner Lauf welcher grundsätzlich auch bei etwas weniger gutem Wetter zu machen wäre. 

Tourengänger: Runner


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