Radüner Rothorn 3022 m - Überschreitung


Publiziert von Ivo66 Pro , 25. August 2010 um 19:29.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum:25 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 880 m
Abstieg: 880 m
Strecke:Flüelapass (Engadiner Seite P. 2263 m) - Munt da Marti - P. 2625 - Rothorn Furgga - Radüner Rothorn - P. 2871 - See P. 2418 - P. 2263
Kartennummer:1:25'000 - Scalettapass

Das Radüner Rothorn steht wohl etwas im Schatten des benachbarten, höheren und viel bequemer zu erreichenden Flüela Schwarzhorns, dafür ist es - im Gegensatz zum Schwarzhorn - ein einsamer Berg, mit wohl fast gleichwertiger Aussicht. Die Menschenmassen am Schwarzhorn haben uns dann auch von einer anschliessenden Besteigung desselben abgehalten. Umso mehr und länger genossen wir das traumhafte Gipfelpanorama auf dem Rothorn, das wir ganz alleine für uns geniessen konnten.

Die Überschreitung des Radüner Rothorn kann sehr empfohlen werden, da diese Tour sehr abwechslungsreich und farbenfroh ist. Über grössere Teile verläuft sie weglos, oft durch Geröll, welches jedoch meistens recht angenehm zu begehen ist.

Die von uns begangene Variante ergab ausserdem im Ergebnis eine "6-Seen-Wanderung" - hätten wir die Grialetschhütte nicht verpasst, wäre es sogar eine "8-Seen-Wanderung" geworden. Herrlich wie diese dunkelblauen Schmelzwasserseen in den rostrotfarbenen Gerölllandschaften eingebettet sind und einen wunderbaren Kontrast dazu bilden.
 
Zwei Empfehlungen kann ich abgeben, wenn man wie wir von der Engadiner Seite des Flüelapasses durch das Val Grialetsch aufsteigt:

  1. An der Flüelpassstrasse beim kleinen Parkplatz bei P. 2263 m starten (nicht weiter unten bei Chant Sura). Man braucht auf diese Weise nicht ganz hinunter ins Val Grialetsch abzusteigen. Man verliert dabei erstens nicht an Höhe und zweitens ist es im Talboden des Val Grialetschs bis weit in den Vormittag hinein schattig.
  2. Nach P. 2607 m (Wegweiser, Abzweigung Richtung Fuorcla Radönt) verloren wir den Hüttenweg zur Chamanna Grialetsch, der in diesem Bereich schlecht sichtbar und sehr spärlich markiert ist. Wir folgten zu Beginn einer Wegspur ohne Höhenverlust, die sich aber später verlor. Etwas mühsam traversierten wir eine Geröllhalde und auch später bewegten wir uns in weglosem Gelände. Die Chamanna Grialetsch sahen wir dann von weit oben und querten oberhalb des schönen Furggasees zur Aufstiegsroute von der Chamanna Grialetsch (Steinmänner). Den vermeintlich vermiedenen Höhenverlust durch das Linksliegenlassen der Chamanna Grialetsch bezahlten wir mit einem Gegenabstieg vor einer Geröllhalde nördlich des Furggasees...
Zur Routenbeschreibung ist zu sagen, dass wir uns an den SAC-Clubführer "Bündner Alpen 6" hielten. Route 1031 bezeichnet den Aufstieg zum Radüner Rothorn von der Rothorn Furgga als "Südostgrat. Dieser war jedoch nicht eindeutig auszumachen, es muss m. E. eher von einem Südsüdostrat und einem Ostsüdostgrat gesprochen werden. Wir wählten den "Südsüdostgrat", also jenen in Aufstiegsrichtung links und fuhren damit gut:

Aufstieg zum Furggasee (T2 mit Benützung Hüttenweg oder T3 weglos ab P. 2607 m)

(Siehe dazu die oben aufgeführten Bemerkungen gemäss Ziff. 2)

Vom Furggasee zur Rothorn Furgga (T3)

Man steigt vom östlichen Ufer des Furggasees über Grashalden und Geröll in nordwestlicher Richtung auf. Zahlreiche Steinmännchen weisen auf die angenehmste Aufstiegsroute hin. Die Rothorn Furgga erreicht man teilweise auf Wegspuren durch eine nicht allzu steile, aber recht mühsam zu begehende Rinne).

Von der Rothorn Furgga zum Radüner Rothorn (T4)

Wir wählten den Grat, der in Aufstiegsrichtung von links nach rechts hinauf auf den Gipfel führt. Die ersten Gratzacken vermieden wir, indem wir eine mässig steile geröllige Rinne rechts davon für den Aufstieg benutzten und so einfach auf den Grat gelangten. Der weitere Gratverlauf ist kaum ausgesetzt, da sehr breit. Der Grat besteht aus recht grossen Geröllblöcken. Kurz vor dem Schlussaufstieg werden einige Zacken von Vorteil rechts umgangen.

Abstieg vom Radüner Rothorn zum "Schwarhornweg" (T4)

Wir folgten im oberen Teil dem recht steilen, grobblockigen Nordwestgrat. Weiter unten querten wir in die Nordwestflanke und erreichten durch recht abschüssiges Gelände den namenlosen, aber wunderschönen Schmelzwassersee bei P. 2871 m. Weiter stiegen wir über wegloses Geröllgelände zunächst in nördlicher Richtung ab vorbei an einem weiteren Schmelzwasserseelein. Kurz danach querten wir nach links (Steinmänner) und erreichten bald den Bergwanderweg, welcher vom Schwarzhorn hinunter zur Flüelapassstrasse führt.

Schliesslich statteten wir noch dem hübschen Seelein bei P. 2418 m einen Besuch ab - wobei ich mir ein kühles (nein kaltes) Bad nicht nehmen lassen konnte. Vom Seelein stiegen wir weglos, recht steil, links des Bachs zum Parkplatz ab.

Tourengänger: Ivo66, Lena

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»