Suonen im wilden Baltschiedertal: Niwärch und Undra
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Ausserberg - Niwärch - Ze Steinu - Gorperi - Eggerberg. Das wäre in etwa mein Plan gewesen, doch habe ich die Rechnung ohne den strengen Winter gemacht. Zwar präsentiert sich die Niwärch Suone wider erwarten gut begehbar, doch das Baltschiedertal selbst zeigt sich schwer gezeichnet, ja schier verwüstet. Flexibilität bei der Wegwahl ist also gefragt.
In meinen Beinen steckt noch der Grand Prix von Bern und so schlurfen sie regelrecht meiner Motivation hinterher. Letztere bremst sich dann aber nach einer halben Stunde über Hartbelag von selbst und ich frage mich schon wieder, ob ich in Ausserberg eine Abzweigung verpasst habe. Wenig später treffe ich schliesslich erfreut auf die Schilder, die den Beginn des «World Heritage», des Baltschiedertals und der Suone Niwärch ankünden.
Aber die Freude währt nicht lange: gleich daneben sagt mir ein frecher Fötzel (einer aus Papier ;-)) «Weg gesperrt». Zum Glück meint aber ein zufällig vorbei kommender Einheimischer «es giit scho», einfach mit etwas Geröll und umgestürzten Bäumchen sei zu rechnen und schwindelfrei müsse ich sein. Bin ich, also los!
Fix sind die ersten luftigen Passagen überwunden, bis ein erneutes, dauerhaft installiertes, Schild vor Steinschlag während den nächsten 200 Metern warnt. Das dieses Schild nicht lügt, zeigt sich bei einem Blick auf den Weiterweg: einiges an Geröll ist hier die letzten Monate gelandet und macht diese abschüssige Passage nicht gerade angenehm zu begehen. Zügig, aber mit der nötigen Vorsicht setzte ich einen Fuss vor den andern und bin doch etwas erleichtert, als ich wieder festen Boden unter mir habe.
Als ich um die nächste Felsnase biege, bleibe ich fast erschrocken stehen: sitzt doch einfach ein Steinbock mitten auf dem Weg! Und was für ein prächtiges Exemplar; er hat den Winter wohlgenährt überstanden. Wenige Meter daneben entdecke ich noch einen zweites, etwas schüchternes Tier, dass sich in den Bäumchen versteckt. Bestimmt 10 Minuten haben wir uns gegenseitig beäugt, bevor ich mich dann langsamen Schrittes wieder in Bewegung setzte und den Bock somit von seinem Liegeplätzchen verscheuche. Gemächlich zottelt er zu seinem Kollegen hoch, um vermutlich kurz darauf wieder sein angestammtes Plätzchen auf dem Pfad einzunehmen. Störenfriede wie mich gibt’s derzeit ja noch kaum; doch bald schon werden sounophile Lapis oder Bidis oder Gerberjs und wie sie alle heissen, hier vorbei ziehen…
Das Niwärch führt im Übrigen derzeit kein Wasser und das Bachbeet ist mit allerhand Winterüberbleibsel gefüllt. Der Weg daneben ist aber im Grossen und Ganzen problemlos begehbar. Das ändert sich aber je länger je mehr, desto tiefer ich ins Baltschiedertal vordringe. Ich passiere den Abzweiger zum Stollenausgang herunter und wäre wohl besser dort abgebogen, denn kurz später wird mein Weg von einem eindrücklichen Lawinenkegel versperrt. Das Gelände erscheint mir hier etwas zu steil, um mich auf das Eis-Geröll – Gemisch zu wagen und so wechsle ich querfeldein auf den unteren Pfad, der eine Überquerung der Lawine eher zulässt.
Bis nach Ze Steinu wären mindestens noch drei solcher Lawinenkegel zu überwinden und so spassig finde ich diese Angelegenheit dann doch nicht, weshalb ich hier Kehrt mache und mich der Gorperi widmen will. Hier hält mich aber erneut ein frecher Fötzel, «Weg gesperrt», kombiniert mit einer eindrücklichen Metallkette, auf. Da steh ich nun, komme weder vor- noch rückwärts… was nun? Der Stollen zurück nach Ausserberg lockt mich nicht wirklich, wäre doch schade bei diesem schönen Wetter. Ein Blick auf die Karte bringt die rettende Alternative: die Undra Suon!
Eine gute Wahl, die jedoch auch etwas erkämpft werden muss: über zahlreiche umgekippte Bäume muss ich klettern oder unten durch kriechen und sie danken es, in dem sie mir Blätter und Ästchen ins Gesicht preschen. Auf der andern Talseite kann ich derweil den Grund für die Wegsperrung erkennen: ein gigantischer Erdrutsch hat Teile des Pfades unter sich begraben. Als ich die Undra endlich erreiche, staune ich ob dem vielen Wasser, die sie führt. Das Wasserrädli dreht so schnell, dass mir schier sturm wird.
Die schön zu begehende Suone führt mich direkt auf den Höheweg der Lötschberger Südrampe. Ich folge ihm bis Eggerberg und komme so in den Genuss der zwei kleinen Hängebrücken neben dem Baltschieder-Viadukt. Blöderweise verpasse ich um wenige Minuten den Zug zurück nach Bern, was aber nicht so schlimm ist, so kann ich auf einem Bahnhofbänkli noch ganz viel von der warmen Walliser Sonne aufsaugen. Werde ich, so wies aussieht, über Auffahrt gut brauchen können…
In meinen Beinen steckt noch der Grand Prix von Bern und so schlurfen sie regelrecht meiner Motivation hinterher. Letztere bremst sich dann aber nach einer halben Stunde über Hartbelag von selbst und ich frage mich schon wieder, ob ich in Ausserberg eine Abzweigung verpasst habe. Wenig später treffe ich schliesslich erfreut auf die Schilder, die den Beginn des «World Heritage», des Baltschiedertals und der Suone Niwärch ankünden.
Aber die Freude währt nicht lange: gleich daneben sagt mir ein frecher Fötzel (einer aus Papier ;-)) «Weg gesperrt». Zum Glück meint aber ein zufällig vorbei kommender Einheimischer «es giit scho», einfach mit etwas Geröll und umgestürzten Bäumchen sei zu rechnen und schwindelfrei müsse ich sein. Bin ich, also los!
Fix sind die ersten luftigen Passagen überwunden, bis ein erneutes, dauerhaft installiertes, Schild vor Steinschlag während den nächsten 200 Metern warnt. Das dieses Schild nicht lügt, zeigt sich bei einem Blick auf den Weiterweg: einiges an Geröll ist hier die letzten Monate gelandet und macht diese abschüssige Passage nicht gerade angenehm zu begehen. Zügig, aber mit der nötigen Vorsicht setzte ich einen Fuss vor den andern und bin doch etwas erleichtert, als ich wieder festen Boden unter mir habe.
Als ich um die nächste Felsnase biege, bleibe ich fast erschrocken stehen: sitzt doch einfach ein Steinbock mitten auf dem Weg! Und was für ein prächtiges Exemplar; er hat den Winter wohlgenährt überstanden. Wenige Meter daneben entdecke ich noch einen zweites, etwas schüchternes Tier, dass sich in den Bäumchen versteckt. Bestimmt 10 Minuten haben wir uns gegenseitig beäugt, bevor ich mich dann langsamen Schrittes wieder in Bewegung setzte und den Bock somit von seinem Liegeplätzchen verscheuche. Gemächlich zottelt er zu seinem Kollegen hoch, um vermutlich kurz darauf wieder sein angestammtes Plätzchen auf dem Pfad einzunehmen. Störenfriede wie mich gibt’s derzeit ja noch kaum; doch bald schon werden sounophile Lapis oder Bidis oder Gerberjs und wie sie alle heissen, hier vorbei ziehen…
Das Niwärch führt im Übrigen derzeit kein Wasser und das Bachbeet ist mit allerhand Winterüberbleibsel gefüllt. Der Weg daneben ist aber im Grossen und Ganzen problemlos begehbar. Das ändert sich aber je länger je mehr, desto tiefer ich ins Baltschiedertal vordringe. Ich passiere den Abzweiger zum Stollenausgang herunter und wäre wohl besser dort abgebogen, denn kurz später wird mein Weg von einem eindrücklichen Lawinenkegel versperrt. Das Gelände erscheint mir hier etwas zu steil, um mich auf das Eis-Geröll – Gemisch zu wagen und so wechsle ich querfeldein auf den unteren Pfad, der eine Überquerung der Lawine eher zulässt.
Bis nach Ze Steinu wären mindestens noch drei solcher Lawinenkegel zu überwinden und so spassig finde ich diese Angelegenheit dann doch nicht, weshalb ich hier Kehrt mache und mich der Gorperi widmen will. Hier hält mich aber erneut ein frecher Fötzel, «Weg gesperrt», kombiniert mit einer eindrücklichen Metallkette, auf. Da steh ich nun, komme weder vor- noch rückwärts… was nun? Der Stollen zurück nach Ausserberg lockt mich nicht wirklich, wäre doch schade bei diesem schönen Wetter. Ein Blick auf die Karte bringt die rettende Alternative: die Undra Suon!
Eine gute Wahl, die jedoch auch etwas erkämpft werden muss: über zahlreiche umgekippte Bäume muss ich klettern oder unten durch kriechen und sie danken es, in dem sie mir Blätter und Ästchen ins Gesicht preschen. Auf der andern Talseite kann ich derweil den Grund für die Wegsperrung erkennen: ein gigantischer Erdrutsch hat Teile des Pfades unter sich begraben. Als ich die Undra endlich erreiche, staune ich ob dem vielen Wasser, die sie führt. Das Wasserrädli dreht so schnell, dass mir schier sturm wird.
Die schön zu begehende Suone führt mich direkt auf den Höheweg der Lötschberger Südrampe. Ich folge ihm bis Eggerberg und komme so in den Genuss der zwei kleinen Hängebrücken neben dem Baltschieder-Viadukt. Blöderweise verpasse ich um wenige Minuten den Zug zurück nach Bern, was aber nicht so schlimm ist, so kann ich auf einem Bahnhofbänkli noch ganz viel von der warmen Walliser Sonne aufsaugen. Werde ich, so wies aussieht, über Auffahrt gut brauchen können…
Tourengänger:
Mel

Communities: Suonen / Bisses
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