Hüttentrekking im Göschener Tal


Publiziert von poudrieres , 9. August 2013 um 21:51.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 1 August 2013
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 3 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Postauto oder PW
Kartennummer:255 Susten

Salithütte (2105m) - Voralphütte (2380m) - Bergseehütte (2370m) - Chelenalphütte (2350m) - Dammahütte (2438m).

Die Tour verbindet die 5 im Göscheralptal gelegenen gastfreudlichen SAC-Hütten, eingebettet in eine imposante Berglandschaft. Die Übergänge zwischen den Hütten sind gleichmässig anspruchsvoll und gut markiert. Bei geschickter Planung erreicht man immer Mittags eine Hütte und kann es sich dort gut gehen lassen.

Wir beginnen die Wanderung am Parkplatz Torbrücke und steigen im lichten Wald an der Alpe Regliberg vorbei zur Salbithütte auf (2h30). An der Salbithütte kann man Klettersteigsets mieten und an der Chelenalphütte wieder abgeben. Wirklich eingerichtet für die Nutzung einer solchen Ausrüstung sind lediglich die Leiter nach der Salbitbrücke und die Passagen am Spicherribichelen. Nach einer kurzen Rast machen wir uns auf den Weg zur Salbitbrücke (erbaut aus dem Material der alten Triftbrücke). Vorbei am Salbitschijenbiwak (1h30) erreichen wir alsbald die Rinne Spicherribichelen. Ein mit Drahtseil gesicherter Steig führt auf den Grund der steinschlaggefährdeten Rinne. Nach einer kurzen Querung auf instabilem Geröll geht es über 4 Leitern auf der anderen Seite wieder hinauf. Über Blockgelände führt der Panoramaweg weiter nach Flüestaffel und von dort unschwierig zur Voralphütte (2h30) hinunter. Das Hüttenteam wirft sich ob des Feiertags mächtig ins Zeug. Wir lehnen uns zurück und geniessen.

Am nächsten Tag queren wir die Voralpreuss über eine Brücke unter halb der Hütte und steigen in Richtung Horefellistock auf. Auf der anderen Seite geht es steil hinab und über Blockgelände weiter zur Bergseelücke: Ein guter Platz um Abschied zu nehmen vom Voralbtal, bevor es im Chelenalptal weitergeht. Unruhigen Geistern sei ein kurzer Abstecher auf den Bergseeschijen mit schöner Rundumsicht empfohlen (Schwierige Passage mit Drahtseil versichert, jedoch feucht vom Schmelzwasser). Auf der anderen Seite geht es über einen luftigen Steig steil hinunter und dann über Blockgelände weiter zur Bergseehütte (3h30) Die Hütte lädt zur Rast, der See zum Baden ein. Zu lange trödeln sollte man allerdings nicht, denn der Weg zur Chelenalphütte ist noch weit (3h15). Über Blockgelände führt der Panaramaweg über dem Chelenalptal bis über die Hütte und dann steil hinab (schwierige Stellen mit Ketten versichert).

Auf der Chelenalphütte ist zu hören, dass der direkte Zugang zur Dammahütte nicht gut unterhalten wäre und es wird davon abgeraten. Von der Dammahütte wird ähnliches berichtet - Vielleicht weil in der Gegend zu viele unerfahrene "Alpinwanderer" unterwegs sind. Fast eine Einladung, sich selbst ein Bild von der Sache zu machen.

Zunächst geht es jedenfalls von der Chelenalphütte auf dem Normalweg steil hinab zur Chelenreuss (schwierige Stellen mit Ketten gesichert). Dieser folgt man bis zum Abweig (Markierung - Warnschild) und quert dann über eine Brücke. Ab dort ist der Weg in der Tat weniger begangen, die Orientierung schwieriger. Die Markierungen sind weniger häufig und ein wenig ausgebleicht - ich fand das für gute Bedingungen durchaus ausreichend. Am Anfang ist es ein wenig krautig, man muss furten ohne Brücke und links des Gewässers aufsteigen. Weiter oben im stabileren Gelände findet man unschwierig den Weg, steigt zunächst in Kehren auf, quert über Blockgelände unter dem Moosstock, steigt auf Bändern ein wenig ab, um dann entlang einer Rinne zur Dammahütte (3h) hinauf zu finden. An schwierigen Stellen sind Fixseile eingerichtet, in der Nähe Dammehütte unnötig viele. Mein Urteil: Empfehlenswert (Trittsicherheit vorausgesetzt).

Die Dammahütte ist noch einmal ein Rastplatz, der einen Blick über grosse Teile der Tour erlaubt. Zur Geschichte und Bedeutung der Hütten finden sich Informationen auf der ein wenig unübersichtlichen aber nützlichen Website top-of-uri.ch. Über den Normalweg geht es zur Dammareuss hinunter und dann entlang des Göscheneralpsees zur Göscheneralp. Im Berggasthaus Dammagletscher kann man die Tour ausklingen lassen und auf das Postauto warten (Das Postauto ist reservierungspflichtig).

Route:
  1. Tag (6h30, T4)Torbrücke - Regliberg - Salbithütte - Salbitbrücke - Voralphütte.
  2. Tag (6h45, T4) Voralphütte - Lücke am Horefellistock - Bergseelücke - Bergseehütte - Chelenalphütte.
  3. Tag (5h, T4) Chelenalphütte - Dammahütte - Göscheneralp (Staumauer).

Orientierung: Markierte Wege (rot/weiss) oder (blau/weiss).

Varianten:

  • Zustieg vom Sustenpass über Sustenjoch zur Voralbhütte (T4)
  • Option: Bergseeschiijen ab Bergseelücke (0h45, T4)
  • Von der Dammhütte über die Lochberglücke weiter zur Albert-Heim-Hütte (T4)
Schwierigkeit: T4. Unangenehm: Querung der Rinne Spicherribichelen.

Bedingungen: Sehr gut (trocken, kaum Schneeberührung).

Ausrüstung: Alpine Wanderausrüstung (je nach Jahreszeit und Bedingungen).

Einkehrmöglichkeiten: Regliberg, Salbithütte, Voralphütte, Bergseehütte, Chelenalphütte, Dammahütte, Berggasthaus Dammagletscher.

Parkmöglichkeit: Parkplatz P1 Torbrücke (Abz. Salbit).

Benachbarte Touren:
*Über den Furkapass auf den Tällistock (WT)
*Von Realp auf den Schafberg (WT)
*Tiefenstock ... adieu plaisir
*Über die Lochberglücke zur Göschener Alp
*Galenstock über SE-Sporn

Literatur: Outdoorguide Sommer 2013.


Tourengänger: poudrieres, ruveni_w


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