durch den Horngraben, aufs Höllchöpfli, zum Spitzflüeli und Rosschopf und via Schwängimatt zurück
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Für die heutige Tour schliesst sich unser Club-Kamerad Thomas an – er „wagt“ einmal einen Abstecher in den Jura …
Wenn die Wetterprognosen nur mittelprächtig sind, zeitweise jedoch Sonnenschein und nicht allzu abschüssige Passagen angesagt sind – werden wir meistens „in der Nähe“, eben im solothurnischen Jura, fündig.
Dieses Mal starten wir in Matzendorf, Müli, um gemeinsam den Horngraben möglichst weit aufwärts zu begehen – Ursula kennt da eine blau markierte Route …
Der erste Teil unserer Wanderung führt uns erst über offenes Gelände, dann in den meist jungen Wald und in den bereits zu Beginn lauschigen Graben.
Ein erster Halt gestatten wir uns für die Besichtigung der Kapelle St. Antonius, wo eine verirrte Frau das kleine Gotteshaus gestiftet und von 1450 – 1798 Einsiedler gewohnt haben sollen – noch heute sollen Wallfahrten dahin üblich sein.
Unser Weiterweg wird nun beinahe etwas mystisch: die Enge des Grabens, die von Moos überzogenen Steine, Felswände und die Restfeuchte ergeben einen entsprechenden Eindruck. Dieser wird noch etwas dramatischer, als wir ungefähr in der Mitte des Horngrabens die Wegspur verlassen und uns einem steilen, an den Bäumen blau gekennzeichneten, Aufstieg widmen.
Noch ist der Himmel leicht wolkenbedeckt, und schliesslich - nachdem wir den Bergweg der am östlichen Hang des Horngrabens verläuft, erreichen – gelangen wir ins vom Neuschnee leicht überzuckerte Waldgelände. Stimmungsvoll bereits hier, wird der weitere Anstieg beim ersten kleinen Felsriff auf einer nun wieder nicht markierten und in der LK nicht eingetragenen Wegspur zu P. 1041 stets romantischer und eindrücklicher.
Eine unglaubliche Fülle und Eindrücklichkeit erleben wir beim Erreichen des Grates des, dem P. 1139 vorgelagerten, „Vorgipfels“: was hier eisiger Wind und Schneekristalle an fantastischen Formen von Raureif gestaltet haben, ist kaum zu übertreffen!
So wandern wir denn glücklich ob der Eindrücke, dem Grat entlang auf einer wenig sichtbaren Spur – der Neuschnee verhilft nicht zu besserer Sicht, doch der Verlauf ist von der Gratkante ja vorgegeben zu Läberen, Schilt – und immer weiter Richtung unseres höchsten Tagesziels.
Einen äusserst beschwerlichen Abschnitt haben wir mit der nordseitigen Traversierung der meterhoch von Drahtgeflecht (inklusive Stacheldraht) abgesperrten Anlage des Militärs zu bewältigen; sie war (bis zur Ablehnung der Burger von Rumisberg) im Gespräch als Asylantenzentrum der beiden Kantone Basel und Solothurn: teilweise sehr abschüssig der Hang darunter, die Gitter raureifüberzogen und eiskalt – uns erschien es wenig sinnvoll, die militärisch nicht mehr benutzte Anlage derart zu sichern … Nun, nach unserem „Hürdenlauf“ gelangten wir endlich wieder auf den Grat östlich der weitläufigen „Festung“ und danach in wenigen Minuten zum höchsten Punkt des Hällchöpflis (so der Name auf der LK …) – und mit viel Sonne und Windstille beglückt!
Hier liessen wir es uns zum Zmittag gutgehen – und folgten anschliessend etwas östlich der Gratfelsen unserer damaligen Aufstiegsroute abwärts zum Spitzflüeli (Känzeli); von weitem war heute die Fahne zu erkennen.
Da wir die Gratbeschreitung noch fortsetzen wollten und die Wetterverhältnisse suboptimal waren, stiegen wir bald wieder hoch zum Grat, welcher über die Breitflue hinweg weiterführte zu unserem nächsten, uns noch nicht bekannten Gipfelziel.
Das Gratwandern bescherte uns weiterhin fotogene Sujets (Föhren am Grat, Baumpilze, Ameisennester, Tiefblicke) zu Hauf; kleine Kraxeleien vor und um den Rosschopf bereicherten unsere längere, abwechslungsreiche Jurawanderung aufs Schönste!
Nach einem kurzen Halt bei den Grat-„Zähnchen“ des kleinen Gipfels stiegen wir gemütlich hinab in die Weite der Weideflächen, über welche wir bald einmal das Bergrestaurant Schwängimatt erreichten.
Es ist sogar geöffnet – die Wirtin selbst bediente uns mit Getränken, aktuell ist nichts Essbares zu haben, und erläutert uns die „Dekoration“ an der Wand …
Nach dem kurzen Trinkhalt gelangen wir an der Herde der überaus schönen Hochlandrinder vorbei wieder in den Wald, worin wir einen längeren ersten Teil auf der Fahrstrasse hinunter Richtung Matzendorf, Müli zurücklegen. Kurz bevor wir unseren Start- und Endpunkt erreichen, fällt uns die kleine Truppe der Graurinder auf – auch sie tragen zum tollen Erlebnis insgesamt bei.
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