Soiernspitze (2257 m) - klassische Umrahmung des Soiernkessels


Publiziert von 83_Stefan , 24. August 2012 um 20:53.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Karwendel
Tour Datum:21 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   Soierngruppe 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auf der B 11 nach Krün; an der Kirche nach Osten abbiegen und zum großen, kostenfreien Wanderparkplatz weiterfahren (beschildert).
Unterkunftmöglichkeiten:Oberes Soiernhaus (DAV-Sektion Hochland, 1616 m).
Kartennummer:Bayerisches Landesamt für Vermessung und Geoinformation UK50-51 Karwendel.

Mit einem Schwanenboot auf dem See alleine in dunkler Nacht. Am Himmel leuchten die Sterne und der Vollmond taucht die umgebenden Berge des Felsenrunds in ein fahles Licht. Vielleicht ein warmer Wind, der das Boot hin- und herschaukelt. Das Zirpen der Grillen und die gespenstischen Rufe des Uhus... König Ludwig II von Bayern hatte ein Faible für romantische Gedanken und ließ daher am Rande des Soiernkessels die Soiernhäuser errichten, auf denen er manchmal im Sommer verweilte. Im Kessel liegen die beiden tiefblauen Soiernseen - fast vollständig umschlossen von hellen Kalkbergen. Er ließ sich ein Schwanenboot herauftragen und in hellen Vollmondnächten genoss er die Stimmung auf den Seen.
Heute gehören die Soiernhäuser dem Deutschen Alpenverein und stehen dem Wanderer offen, die Berge um den Soiernkessel sind beliebte Tourenziele und an heißen Tagen dienen die Seen zur Erfrischung der erholungssuchenden Städter. Die Soierngruppe - ein landschaftliches Juwel, damals wie heute!


Start mit dem Radl am Wanderparkplatz in Krün. Es geht nach Osten zur Isarbrücke. Jenseits leitet eine Schotterstraße in meist mäßiger Steigung durch dichten Wald nach oben und führt um den Ochsenstaffel herum zur Fischbachalm; im oberen Teil wird die Piste ein Stück lang deutlich steiler. An der Alm Radldepot. Man sollte für die beschriebene Strecke definitiv ein Radl verwenden, sonst zieht sie sich enorm in die Länge, vor allem beim Rückweg.

An der Fischbachalm beginnt der Lakaiensteig. Er führt - aussichtsreich, aber in ständigem Auf und Ab - in südlicher Richtung durch die Ostflanke von Ochsenstaffel und Schöttelkopf hinüber in den Soiernkessel, der kurz unterhalb des Oberen Soiernhauses erreicht wird. Ein paar Meter nach rechts hinauf und man gelangt zur Alpenvereinshütte.

Zur Schöttelkarspitze, dem ersten Gipfel des Tages, leitet ein breiter Steig zunächst in westlicher Richtung durch die Flanke, um später an einem begrünten Rücken in vielen Serpentinen zum Grat anzusteigen. Nach links, am Grat entlang, wird wenige Minuten später das bereits lange sichtbare Gipfelkreuz aus 2004 erreicht, das vermutlich wenige Wochen vor meinem letzten Besuch errichtet worden war.

Gleich weiter zum nächsten Gipfel! Ein kurzes Stück am Aufstiegsweg zurück zu einer Verzweigung kurz unterhalb des Gipfels; rechts auf dem Steig weiter, der die Gipfelflanke der Schöttelkarspitze zur kleinen Scharte zwischen Schöttelkarspitze und Feldernkreuz quert. Ein paar Meter führen dabei über sandig-erodiertes, rutschiges Gelände - Vorsicht!

In der Scharte links weiter. Der gute Steig quert die Gipfelflanke des Feldernkreuzes in südlicher Richtung; ein kurzer, wegloser Gipfelabstecher über Gras und Schrofen wird mit einem besonders schönen Blick zurück zur Schöttelkarspitze belohnt. Weiter geht's etwas unterhalb des Kamms durch die begrünte Südwestflanke von Feldernkopf und Soiernschneid (Gipfelabstecher möglich) bis zur markanten Reißenden Lahnspitze, deren Kreuz am Gipfel lockt. Der Weg quert unter dem Gipfel hindurch, auf unbezeichneter, aber deutlicher Pfadspur kann der lohnende Gipfel über den Südwestrücken aber in wenigen Minuten erreicht werden; schöner Blick zur Soiernspitze!

Der Steig führt weiter in die Soiernscharte und anschließend am Grat und in der Südflanke hinauf zur markanten Soiernspitze, die sich als ausgezeichneter Aussichtspunkt erweist (großes Kreuz mit Gipfelbuch). Die Blicke ins Karwendel und ins Wetterstein, sowie über den Walchensee ins Oberland fesseln das Auge. Gerne verbringt man hier eine ausgedehnte Rast.

Von der Soiernspitze zurück zur Soiernscharte. Nach Norden leitet der Weg zum Soiernhaus ein Stück durch Schrofen, dann durch Schotter das Kar hinunter. Im Abstieg kann man hier mehr oder weniger gut abfahren. Der Weg erreicht schließlich begrüntes Gelände und führt zu einem Rücken hinüber, der hinunter zu den beiden Soiernseen leitet. Zwischen ihnen hindurch und jenseits wieder ein paar Meter aufwärts, bis das Soiernhaus erreicht ist.

Am Soiernhaus kann man sich dann noch einmal etwas stärken, bevor man den langen Rückweg über den Lakaiensteig zum Radldepot an der Fischbachalm in Angriff nimmt. Dort beginnt dann die flotte Radlabfahrt, die die Mühen des Bergaufradelns (beziehungsweise -schiebens) schnell vergessen lässt.

Schwierigkeiten:
Radlauffahrt zur Fischbachalm: L (alternativ zu Fuß T1).
Lakaiensteig zum Soiernhaus: T3 (gute Wegtrasse, aber häufig etwas ausgesetzt).
Vom Soiernhaus zur Schöttelkarspitze: T2.
Von der Schöttelkarspitze bis zur Soiernspitze: T3 (Querung der Schöttelkarspitze erodiert und ausgesetzt).
Abstieg vom Soiernsattel in den Soiernkessel: T3.

Fazit:
Ein aussichtsreicher und landschaftlich großartiger 4*-Klassiker der Münchner Hausberge. Aufgrund des günstig gelegenen Soiernhauses meist ziemlich stark frequentiert. Der Lakaiensteig im Zustieg zum Soiernhaus kann durch den einfacheren Hüttenweg umgangen werden. Achtung: Ab dem Soiernhaus gibt es auf der gesamten Route kein Wasser mehr!

Tourengänger: 83_Stefan

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