Mit dem Fahrad von Waldshut über den Feldberg (1493m) nach Offenburg


Published by Gemse , 1 May 2011, 17h58.

Region: World » Germany » Südwestliche Mittelgebirge » Schwarzwald
Date of the hike: 4 August 1962
Hiking grading: T1 - Valley hike
Mountain-bike grading: PD - Moderate
Waypoints:
Geo-Tags: D   F 
Time: 3 days
Height gain: 2500 m 8200 ft.
Height loss: 2500 m 8200 ft.
Route:Waldshut - Schluchsee - Feldberg - Titisee - Freiburg - Offenburg - Straßburg
Accommodation:div. Gasthäuser an der Strecke

V. Abschnitt Waldshut – Offenburg
 
9. Etappe: Waldshut – Freiburg
04.08.1962
 
Heute soll die letzte schwere Etappe folgen. Immer am Rhein entlang nach Freiburg zu fahren erschien uns zu langeilig. Vielleicht wäre es aber besser gewesen, wie es sich später noch herausstellt.
Von Waldshut (324 m) aus steigt die Straße immerhin bis auf 1060 m in der Nähe des Titisees.
Um 8 Uhr starten wir in Waldshut. Hinter Waldshut steigt die B500 gleich steil hoch. Rasch gewinnen wir an Höhe. Nach 5 km haben wir schon einen Höhenunterschied von 350 m überwunden. Aber immer weiter geht es nach oben. Nur nicht absteigen ist unsere Devise, sonst werden wir zu langsam. Wir fahren jetzt wie auf einem Höhenrücken immer in nördlicher Richtung. Nach einer Stunde erreichen wir Höchenschwand auf 1002 m und einer Strecke von 17 km. Wir haben nicht einmal schieben müssen, darauf sind wir stolz.
Weiter geht es nun immer auf der Hochfläche entlang, mal ein wenig runter und wieder rauf; der Höhenunterschied beträgt im Schnitt immer ca. 100 Hm. Nach 30 km haben wir den Schluchsee erreicht. Wir radeln am See entlang weiter in Richtung Altglashütten, immer auf einer Höhe von etwa 900 – 1000 m. Hier fahren wir durch und erreichen bei Km 40 Bärenthal. Wir sind jetzt ziemlich genau 2 Stunden unterwegs, also noch früh am Tag. Und so biegen wir links ab nach Feldberg. Hier stellen wir fest, dass es sich um den Ort Feldberg handelt und nicht der Berg selbst. Was machen, wir haben noch Zeit, also radeln wir die 8 Km weiter auf den Gipfel des Feldbergs auf 1493m, 1.100 Hm ab Waldshut und das in 4 Stunden. Die meiste Zeit geht es auf gut ausgebauten Wanderwegen, die sehr gut ausgeschildert sind. Radeln kann man nicht gerade sagen, häufig haben wir geschoben. Mit dem Fahrrad bin ich auch noch nicht auf einen Berg und so waren wir um 12 Uhr am Gipfel, pünktlich zum Mittagessen.
Nach einer kurzen Rast und Brotzeit radeln wir nun endgültig wieder den Aufstiegsweg zurück bis Bärenthal und weiter immer leicht fallend zum Titisee auf 844 m. Vom Feldberg sind wir 600 Hm wieder runter gefahren. Vom Feldberg haben wir 2 Stunden gemütlich gebraucht.
Vom Titisee fahren wir nun in westlicher Richtung nach Hinterzarten auf der B31. Das Gelände ist ziemlich flach und so kommen wir rasch voran. Bei Steig erreichen wir den oberen Beginn des Höllentals. Rasch wird nochmals alles überprüft, bevor es ein den oberen Teil der Schlucht geht. In mehreren großen Kehren fällt die Straße nun ab. Auf halben Weg befindet sich eine Großbaustelle, die Straße wird hier 3-spurig ausgebaut. Weiter geht die Talfahrt, jetzt auf stark verschmutzter Fahrbahn, nicht angenehm zu fahren.
Und dann passiert es:an der letzten Rechtskehre bremse ich ab … es knallt … das Bremsseil der Hinterradbremse reißt … nur mit der Vorderradbremse ist nicht gut bremsen und so sause ich nach rechts in die Wiese und steige im hohen Bogen unsanft über den Lenker ab. Felix, der hinter mir fuhr, bemerkt es sofort und hält an. Inzwischen bin ich schon wieder hoch und betrachte mein Fahrrad. Die Halterung des vorderen Gepäckträgers ist gebrochen und das ganze Gepäck liegt in der Wiese. Ich habe am Arm und am Knie einige Abschürfungen und der Kopf tut weh, sonst fehlt mir nichts.
Jetzt heißt es den Seilzug für die Bremse auswechseln, was schnell geschehen ist. Dann muss das Gepäck neu aufgeteilt werden, da ja mein vorderer Gepäckträger hin ist. Auch dies klappt und so fahren wir nach der knapp einstündigen Zwangspause weiter. Ich glaube, wenn wir brav immer am Rhein entlang gefahren wären, wäre dies nicht passiert.
Aber jetzt geht’s ein wenig langsamer, mein rechter Arm und das linke Bein schmerzen leicht. Die Straße fällt aber immer leicht bergab und so kommen wir doch einigermaßen rasch voran. Jetzt geht am sog. Hirschsprung entlang zum Himmelreich. Die Straße verläuft nun flach an der Dreisam entlang. Nach 97 km seit Waldshut haben wir unser Tagesziel Freiburg erreicht. Wir übernachten bei Bekannten von Felix im ordentlichen Bett.
 
05.08.1962
Heute ist Ruhetag. Ich muss mir einen neuen Gepäckträger besorgen und die lädierten Knochen vom gestrigen Sturz auskurieren. Mit einer guten Arnikatinktur werden die schmerzenden Arme und Beine mehrmals eingerieben. Gegen Abend wird’s schon wieder besser, sodass es morgen weiter gehen kann.
 
10 . Etappe: Freiburg – Offenburg und ein Abstecher nach Straßburg
 
Heute geht es früh los. Um 7 Uhr starten wir. Wir fahren durch Freiburg hindurch in nördlicher Richtung auf der B3. Der Wettergott meint es gut mit uns, er schickt uns einen kräftigen Wind aus der Schweiz rheinabwärts. Es ist teilweise so stark, dass wir ohne zu treten dahinrollen. Bei solchen Verhältnissen lacht das Bikerherz. Mehrere Radler dir uns entgegenkommen fluchen über diesen Wind. Über Emmendingen und Herbolzheim kommen wir rasch voran. Kurz hinter Lahr am Schwarzwald erreicht uns wieder mal das Radlerschicksal, Plattfuß bei Felix. Wir sind erst knapp 1 1/2 Std. unterwegs und haben schon 50 km zurückgelegt. Also rechts ran und das Flickzeug ausgepackt. Rasch ist das Loch gefunden und geflickt. Als wir weiter fahren wollen, stelle fest, dass auch bei mir gleich beide Reifen platt sind, also von vorne. Da ich noch 3 Schläuche dabeihabe, wechsle ich gleich die Schläuche, da meine schon viele Flickstellen aufweisen. Eine Stunde haben wir so vertrödelt.
Nun geht es rasch weiter. Noch 12 km bis zu unserem Tagesziel Offenburg. Wir wollen hier wieder bei Bekannten von Felix übernachten. Da es noch sehr früh am Tag ist, entschließen wir uns noch einen Abstecher in das nahe gelegene Straßburg zu machen. Wir nehmen das Gepäck vom Fahrrad und solo fahren wir nach dem Mittagessen los.
Nach Kehl am Rhein sind es nur 20 km, nur eine knappe Stunde von Offenburg. Über die Europabrücke erreichen wir Straßburg. Wir suchen das Münster, da wir beide kein französisch können, tun wir uns mit den Schildern recht hat. Wir finden aber das Münster, mit seiner beeindruckenden Fassade und dem Inneren. Wir fahren noch einwenig durch Straßburg und kommen auch am Europaratsgebäude vorbei. An der Ill, dem Stadtfluss von Straßburg geht’s wieder zurück zur Europabrücke und wieder zurück nach Kehl. Der Rückweg nach Offenburg erweist sich nicht gerade schön. Jetzt haben wir den Gegenwind, den die anderen Radfahrer den ganzen Tag hatten, aber Gott sei Dank ist er nicht mehr so heftig. Nach insgesamt 4 Std. und 60 km Rundkurs wir wieder im Quartier in Offenburg.
 
Fazit der drei Tage:
  • ein kapitaler Sturz, ein neuer Gepäckträger und ein Bremsseilriss am ersten Tag
  • am dritten Tag drei Plattfüße
  • Wetter ok
  • km-Leistung 200 km
  • Höhenunterschied durch den Feldbergaufstieg insgesamt 2500 Hm
 
Velofahrer:  Felix und Karl
 
*I. Abschnitt Würzburg – Bregenz
*II. Abschnitt Pfänder
*III. Abschnitt Bregenz – Davos u. zurück
*IV. Abschnitt Bregenz – Waldshut
*V. Abschnitt Waldshut – Feldberg – Freiburg – Offenburg
*VI. Abschnitt Offenburg – Würzburg  

Tour 48 <--- Tour 49 --->Tour 50   (Tournummern nach Einstellungsdatum der Touren)

Hike partners: Gemse


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 5841.gpx 9. Etappe Waldshut - Feldberg - Freiburg
 5842.gpx 10. Etappe Freiburg - Offenburg

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Comments (3)


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ADI says:
Sent 3 May 2011, 09h43
Echt Klasse Deine Berichte aus längst vergangenen Zeiten!

LG! ADI

Gemse says: RE:
Sent 3 May 2011, 11h44
Hallo Gunter,

ich möchte gerne auch aktuelle Berichte schreiben, aber leider geht es zur Zeit nicht, siehe meine Homepage auf Hikr.

Trotzdem LG
Karl

Felix Pro says: sie sind schon aussergewöhnlich,
Sent 16 May 2011, 17h28
deine Fahrrad-Zeitdokumente - kein Wunder werden sie so oft gelesen!

Weiter so - und gute Zeiten wünscht dir, lieber Karl

mit herzlichem Gruss

Felix


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