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Niesengrat TOTAL - eine Nachahmungstat


Published by StephanH , 17 September 2018, 21h12.

Region: World » Switzerland » Bern » Frutigland
Date of the hike:15 September 2018
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Mountaineering grading: AD
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Niesenkette   CH-BE 
Time: 11:15
Height gain: 5500 m 18040 ft.
Height loss: 4850 m 15908 ft.
Route:46 km

Nachdem mich die Tour von Interlaken nach Brünig über den Brienzergrat völlig begeistert hat, bin ich zufällig auf Tobis Bericht von seiner kompletten Überschreitung des Niesengrats gestossen. Ich war sofort Feuer und Flamme seine Monstertour zu wiederholen, allerdings habe ich lange gezweifelt, ob ich den technischen und mentalen Anforderungen gewachsen bin. Besonders seine detaillierte Beschreibung vom Anstieg aufs Landvogthore liest sich sehr abschreckend...
Nach zwei Reko-Touren und Tipps von Einheimischen für mögliche Umgehungen, habe ich mich bereit gefühlt das Projekt doch anzugehen. Ich verzichte darauf, die Tour näher zu beschreiben. Hier möchte ich auf Tobis hervorragenden Bericht verweisen, dem ich eigentlich nichts hinzuzufügen habe.

Es gibt trotzdem einige Anmerkungen meinerseits:
  • Die Verhältnisse am Tag der Tour waren nicht ideal. In den Tagen zuvor hat es geregnet, dementsprechend war es nass und schlüpfrig. Wirklich behindert hat mich das aber nicht. Es hat mich lediglich gezwungen in den heiklen Passagen noch vorsichtiger, noch konzentrierter zu sein. Das Wetter hingegen war bestens: ein Wechsel aus Sonne und Wolken und angenehme Temperaturen.
  • Wie Tobi bin ich in Mülenen gestartet und bin im Grossen und Ganzen auf dem Grat geblieben. Nennenswerte Umgehungen waren zum Glück nicht notwendig. Ziel war allerdings nicht am Hahnenmoospass, sondern in Adelboden.
  • Für die 46 Kilometer und 5'500 Höhenmeter habe ich 11:16 h gebraucht. Wer an Zwischenzeiten interessiert ist, kann sich die Aufzeichnung meiner GPS-Uhr anschauen: klick
  • Nach Tobis Bericht bin ich davon ausgegangen, dass der Anstieg aufs Landvogthore mit Abstand der schwierigste Teil der Tour ist. Das habe ich so nicht empfunden. Natürlich war es grenzwertig, aber wer es bis hierhergeschafft hat, kann selbstbewusst in die abweisende Flanke einsteigen. Die Schwierigkeiten sind nicht grösser als bei einigen Passagen zuvor (z.B. die Nordkante aufs Erbithore), es sieht einfach furchteinflössender aus und ist deutlich länger. Auch die von ihm beschriebene "Rosenkranz-Querung" habe ich nicht gefunden. Ich bin mehr oder weniger gerade hochgeklettert. Eine Ideallinie für die breite Flanke anzugeben, macht für mich keinen Sinn. Es gibt mehrere Varianten, man muss vor Ort die für sich am geeignetsten Route finden.
  • Ausrüstung: Trailschuhe, Shorts, Shirt, Laufrucksack mit Windjacke, Gstältli mit Prusikschlinge (Für die mit einem Fixseil ausgerüstete Abseilstelle im SW-Grat vom Gsür. Nicht benutzt), 1.5 L Wasser, "Astronautennahrung"
  • Meine Wasserträger haben nicht nur Wasser auf den Grat geschleppt, sondern ein Premium-Buffet auf der Wisse Flue aufgebaut: Selbstgebackener Kuchen, Nüsse, Käse, Lebkuchen, Äpfel, Bananen, Schoggi, Kaffee, Schnaps (den habe ich nicht angerührt), usw. DANKE, ihr ward Weltklasse! Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen.

Fazit: das war die anspruchsvollste, aber auch grossartigste Tour, die ich je gemacht habe. Das in zukünftigen Projekten zu toppen, wird schwer werden. Die Niesenkette als DER (Vor-) Alpengrat schlechthin ist ein lohnendes Ziel für jeden, der anspruchsvolles Gratwandern liebt.

Hike partners: StephanH


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Comments (2)


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dominik says:
Sent 17 September 2018, 21h47
Gratulation, tolle Unternehmung!

Camox says: Well done!
Sent 18 September 2018, 14h56
.. und noch bis nach Adelboden runter gelaufen; super.
Auch die Durchschnittsgeschwindigkeit lässt sich sehen (4.08 km/h).
Respekt!
Grüess, Markus


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