Direktaufstieg zur Achs - und durch den Stollen auf den Schibegütsch


Publiziert von Felix Pro , 5. Juli 2012 um 13:45. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum: 4 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Schrattenflue-Gruppe   CH-LU   CH-BE 
Aufstieg: 1080 m
Abstieg: 1080 m
Strecke:Kemmeribodenbad - Undere Hirschwängiberg - Hirschwängiberg - Achs - Schibegütsch - P. 1757 - P. 1600 - Under Imbärgli - Schneebärgli - Kemmeribodenbad
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Langnau im Emmental, Marbach und Schangnau nach Kemmeribodenbad
Kartennummer:1189

Nach der Fahrt unter einer meist dichten Nebel-Wolken-Decke empfängt uns in Kemmeribodenbad schönstes Sommerwetter. Gemächlich geht es erst durch den Wald zum Hof Undere Hirschwängiberg; hier folgen wir dem Weg aufwärts bis zur oberen der beiden Hütten bei P. 1340, Hirschwängiberg. Steiler ist nun der Anstieg geworden; der weitere Fortgang des Aufstiegs legt – nach einer ruppigen Waldpassage – noch einmal an Neigung zu und die Nässe wird intensiv: das hohe Gras ist vom vergangenen Regen triefend nass. So wird das weglose Emporsteigen unterhalb der imposanten Felswände der Achs eher zum Krampf.

 

Mit zunehmender Höhe wird das Gelände etwas angenehmer; es warten nun Schutt und Geröll, teilweise instabil; eine früher vorhandene Wegspur, welche zum nordöstlichen Sattel des auch vom Militär benutzten Berges führte, ist erst auf den letzten Metern zu erkennen – vorher wird der schneereiche Winter die Spuren verwischt haben. Vom Sattel aus, wo sich der Blick zum Brienzergrat und den Berner Grossen auftut, sind wir in Kürze auf dem höchsten Punkt der Achs. Unheimlich der Blick über die Felskante in die gähnende Tiefe auf der Nordseite!

 

Auf dem südwärts ausgerichteten östlichen Rücken der Schibeflue geht es erst auf Gras über herrliche Blumenwiesen, später mehrheitlich im etwas losen Schutt, hinauf zum grossen, von weitem sichtbaren „Loch“, welches den unteren Zugang zum Stollen darstellt. Hier erkunden wir erst das ehemalige Massenlager und die mittels Eisensprossen zugängliche Kaverne unterhalb. Zurück machen wir uns auf den längeren Aufstieg auf Eisenleitern durch den gegen oben enger werdenden Stollen – dunkel ist’s, doch sehr reizvoll. Hinausgetreten an den Eingang auf der Nordseite, müssen wir konstatieren, dass die Wolkenbildung sich intensiviert; so nehmen wir die letzten Höhenmeter zum Schibegütsch zügig unter die Füsse – verweilen kurz jedoch bei der auch heute wieder faszinierenden Felsformation mit dem Durchblick durchs Loch.

 

Trotz wechselnder Sicht- und Temperaturverhältnisse auf dem Gipfel geniessen wir eine stündige, gemütliche Gipfelrast – und beobachten, wie nun von Westen her dicke Wolken an die Schafflue heranbranden; eine bemerkenswerte Stimmung erzeugend. Anschliessend bewegen wir ins im leichten Nebel die ersten Meter auf dem Bergwanderweg hinunter zu P. 1757 – mit zunehmenden Abstieg heitert das Wetter jedoch wieder auf.

 

Ab hier wandern wir auf gutem Weg unter der Böli hindurch – die letzten beiden Male gingen wir hier im Schnee aufwärts zu diesem ähnlich geprägten Gipfel: *hier und *hier – hinab zu P. 1600, nahe des Ober Imbärgli’s. Leicht steiler, über teilweise etwas mooriges Gelände – deshalb wohl auch an vielen und erstmals gesichteten Orchideen und den Kuckucks-Lichtnelken vorbei – erreichen wir Under Imbärgli.

 

Gemütlich weiter über Alpgelände gelangen wir, den Schlussteil weglos abkürzend, auf die Strasse, welche zum Schneebärgli führt. Nach wenigen Hundert Metern auf offenem Gelände steuert der gute Weg dem Wald zu, in welchem wir, mit wenig Gefälle, immer einige Dutzend Meter oberhalb des malerischen Bärselbachs talauswärts laufen. Einmal steige ich wenige Meter hinab, um einen kleinen Wasserfall und ein grösseres Becken zu fotografieren – und zu bewundern.

 

Wieder über Weideland erreichen wir den Hof Undere Hirschwängiberg, wo die Kantonsgrenze LU-BE zum Zusammenfluss unseres von oben stets beachteten Baches mit der Emme hinabführt.

Innert weniger Minuten erreichen wir auf dem heute Morgen begangenen Weg wieder unseren Ausgangspunkt, Kemmeribodenbad; einmal mehr zufrieden und glücklich.


Tourengänger: Ursula, Felix, Freudenjuz


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Kommentare (1)


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CarpeDiem hat gesagt: Interessant...
Gesendet am 6. Juli 2012 um 09:20
...und - wie immer - schön bebildert diese Tour.

lg, Anne-Catherine


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