Vallemaggia: Capanna Masnee – Madom da Sgiöf – Cima da Nimi (VAVM 2) und supplement Cima di Aiarlo


Publiziert von Seeger Pro , 15. September 2011 um 00:17.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:14 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Poncione Piancascia 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 538 m
Abstieg: 2262 m
Strecke:10,6 km: Capanna Masnee 2063m – Passo Deva 2036m – Madom da Sgiöf 2264m – Cima da Nimi 2191m – Pt. 1996 – Cros Pizzit 1952m – Pt. 1903 – Cima di Aiarlo 1904m – Cima di Aiarlo 1880m – Corte 1630m – Aiarlo di Dentro 1184m – Sciresa 864m – Kapelle 476m – Maggia 332m – Bushaltestelle Maggia
Zufahrt zum Ausgangspunkt:An der VAVM, Talzustiege ab Brione und Maggia
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bushaltestelle Maggia der FART, stündliche Fahrt nach Locarno
Unterkunftmöglichkeiten:Capanna Masnee: Selbstversorgerhütte seit 2010, Getränkeangebot, alte Bausubstanz sehr bequem ausgebaut (www.capanneti.ch)
Kartennummer:1292 Maggia

Nach der ähnlichen Tour wie die Reko von vergangener Woche hier übernachte ich wieder bestens in der Capanna Masnee 2063m, nachdem ich wieder einmal als Hüttenwart ad interim für eine muntere Gruppe der SAC-Sektion St. Gallen gekocht habe. Ich begleite sie über den Passo Deva 2036m (T2) zum Madom da Sgiöf 2264m (T3). (wrw-markierter Weg).
Hier trennen sich unsere Wege und ich folge alleine der VAVM (Via Alta Valle Maggia) Richtung Passo da Nimi - offensichtlich deren heikelstem Abschnitt - zur Cima da Nimi 2191m (T4). Auf dem Verbindungsgrat, welcher rechts steil abfällt und ordentlich zerklüftet ist, lotst die wbw-Markierung geschickt entlang der Idealroute. Einige Male weicht sie in die weniger steile linke Flanke aus, um immer wieder auf den Grat zurückzukehren. Wieder eine Schlange – diesmal eine ganz junge – verzieht sich ohne Zischen. Die drei heikleren Passagen sind mit Ketten und Bügel gesichert (ansonsten eine T5 auf sicher). Das schöne Wetter ermöglicht eine faszinierende Weitsicht hinunter zum Lago Maggiore, auf den Monte Rosa und die mir liebgewordenen Tessinerberge. Besonders ist die Perspektive auf den Poncione d’Alnasca mit der Föpia-Wand zu erwähnen.  Auch der Poncione Rosso zeigt sich von dieser Seite fast graziös mit den Vertikalbändern und seine Südwand lässt mir den Atem anhalten, wenn ich mich an seine Traversierung vom letzten Jahr erinnere.
Wenig unterhalb verlasse ich die VAVM, welche zum Passo di Nimi hinunterführt, über ein Couloir rechts hoch (übermalte Markierung). Nun traversiere ich in der Flanke unterhalb der Cima da Nimi über Geröllhalden mit riesigen Steinplatten entlang zu Pt. 1996. In der Folge mageren Schafspuren entlang problemlos zum Cros Pizzit 1952m, wo mich die „Wegemacher“, die Schafe, etwas verdutzt anschauen und sich dann verziehen. In der linken Flanke steige ich hinunter bis auf die Höhe des Pt. 1903. Dieser ist von unten schwer einzusehen. Referenzpunkt ist eine tiefe Schlucht zur linken. Verpasst man diesen 90°-Richtungswechsel, gelangt man auf Spuren über eine begraste Rippe hinunter zum Alpweg von Aiarlo nach Alpe Nimi. Und dies passiert mir prompt. Nach einigen Höhenmetern werde ich skeptisch. Zuerst mache ich den Mittagshalt (schon 4 Stunden sind vergangen!) und verzehre das Menü 1 mit Nektarine und Toggenburgerli zum Dessert.
Anschliessend Aufstieg und Richtungswechsel. Wow! Ein horizontaler, etwa 700m langer  Grat auf 1900m. Links sanft mit Schafweiden und rechts hundert Meter senkrecht abfallend. In rund 20 Minuten erreiche ich über Cima di Aiarlo 1904m die Cima di Aiarlo 1880m, einem Balkon gleich. 1500m in der Tiefe mäandert sich die Maggia durch die Ebene, das Dorf selber ist nicht sichtbar.
Ich erwarte irgendeinen Weg nach Corte 1630m hinunter. Aber im tiefen Gras ist nichts dergleichen auszumachen. Also dann quer“feld“ein. Recht steil und mit vielen mit hohem Gras verdeckten Löchern versetzt. Die Stöcke leisten guten Dienst; sozusagen zwei zusätzliche Augen. Ich traversiere nach links unten in den Lärchenwald hinein und erreiche tatsächlich die schon sicher seit hundert Jahre verlassene Alp in einer Waldlichtung.
Mittels Boussole merke ich mir die allgemeine Richtung nach Aiarlo di Dentro 1184m und finde den alten Alpweg, welcher in sehr erbärmlichen Zustand ist. Auf diesem pirsche ich mich durch den alten Lärchenwald und es gelingt mir eine Punktlandung. In einer weiten Mulde viele schön ausgebaute Alphütten (Rusticis), gleichsam einem Weiler. Hübsche offene Kapelle. Zum Glück plätschert sehr kaltes Wasser in den neuen, aus einem Lärchenstamm verfertigten, Brunnen,. Dort fülle ich meine Wasservorräte auf. Bis anhin brauchte ich „nur“ einen Liter. In der Folge werden es 4 Liter sein!
Nun auf wrw-markiertem Weg vorerst beinahe waagrecht unter der Kuppe Pt. 1524 hindurch und nach und nach steiler über viele Treppen und Serpentinen hinab nach Sciresa 864m. Plauderstunde bei einem sympathischen Tessiner, welcher beim Bau der Masnee-Hütte mitgeholfen hat.
Grazie per l’ospitalità e la Coca-Cola, chè m’ha ajutato tanto!
Ich zähle sie nicht - die Steinstufen. Es wird ohne Übertreibung in die Hunderte gehen. Mit dem richtigen Schwung erreiche ich ohne Knieschlottern die Kapelle 476m, welche vom Tal gesehen sich in Weiss vom Laubwald abhebt. Enorme Kastanien-Mathusalems und viele Eidechsen.
Immer ausgeprägter wird der mittlerweile zwei Meter breite Steintreppenweg. Es wird wärmer. Noch wärmer. Was mir zu schaffen macht, freut die Trauben, welche sicher bald gewimmt werden können. Der Talboden kommt immer näher. Maggia 332m: Ich höre schon typischen „Stadtlärm“: Rasenmähen, Hundegekläffe, Autos und Töffs. Der Steintreppenweg wird durch eine Teerstrasse abgelöst. 3 Restaurants. Doch mein Ziel ist die Bushaltestelle Maggia, welche nach dem Postgebäude links hinunter erreicht wird.
In einer halben Stunde fährt der Bus.
Ich mache noch den Einkauf fürs Abendbrot im Coop auf der andern Seite der Hauptstrasse.
Und schon stehe ich wieder Mitten im Leben: Milch im Tetrapack, Fertig – Salat, Frisches Brot.
So schnell hat sich Alles geändert, wie von der Waldgrenze zu den Rebbergen! 

Vallemaggia: Capanna Masnee – Madom da Sgiöf – Cima da Nimi (VAVM 2) und supplement Cima di Aiarlo
VAVM 3 – von Bignasco (Valmaggia) nach Brione (Val Verzasca)
VAVM 4 – Von der Capanna Alpe Spluga zum Rifugio Tome
VAVM 5 – Von der Capanna Tomè zur Capanna Soveltra
VAVM 6. Sonogno - Pizzo Barone – Btta. della Campala – Soveltra – Pso Fornale - Mogno 

Tourengänger: Seeger

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (6)


Kommentar hinzufügen

Henrik hat gesagt: ..ich finde du stehst mit
Gesendet am 15. September 2011 um 10:39
deinen Erkundungen durch Fels und Erlen durchaus

> Mitten im Leben

Deine Leistungen sind preisverdächtig!

..und die Bilder, aber das weisst du ja..

Danke und Sali

Henrik

Seeger Pro hat gesagt: RE:..ich finde du stehst mit
Gesendet am 15. September 2011 um 12:05
Ciao Henrik
Unglaublich, dass Du etwas entdeckt hast, das mich zu Überlegungen anregt.
MEINE TOUREN SIND TRÄUME UND NICHT DAS LEBEN.
Dass ich diese - nicht ganz richtige - Betrachtung anstelle (Traum sei kein Teil des Lebens), hat einen persönlichen Hintergrund.
Danke für Feedback und Kompliment.
Cari saluti
Andreas, der Träumer

Jules hat gesagt:
Gesendet am 15. September 2011 um 11:48
Ciao Andreas!
Giro splendido!
A presto,
Jules
Chissà che prima o poi non ci s'incroci? :)

Seeger Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 15. September 2011 um 12:18
Ciao Guglio
Grazie!
Anche Io non può sempre essere ospite in Ticino.
Sono altre lavore che mi chiamono oltre Gottardo .-(
Incrociare: Veramente abbiamo lostessi ogetti.
Cari saluti
Andreas

UpTheHill hat gesagt: Grandioso!
Gesendet am 19. September 2011 um 21:19
Ciao Andreas,

splendido come sempre, da far sognare e invidiare :-)

Nino

Seeger Pro hat gesagt: RE:Grandioso!
Gesendet am 19. September 2011 um 21:30
Ciao Nino
Molto Grazie.
Sono pocchi passagi con T4 dalla Spluga alla Masnee. E la cresta Sgiöf-Nimi si puo girare alla costa verso Brione :-))
Allora - avanti!
Cari saluti
Andreas


Kommentar hinzufügen»