Calanda +


Publiziert von tricky Pro , 27. August 2016 um 17:46.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Calanda
Tour Datum:25 August 2016
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Calanda   CH-SG 
Zeitbedarf: 17:00
Aufstieg: 2952 m
Abstieg: 2825 m
Strecke:39.4km / Bad Ragaz - Pfäfers - Furggels - Chimmispitz - Stelli - Brotjoggli - Berger Calanda - Rossfallenspitz - Haldensteiner Calanda - Tüfels Chilchli - Felsberger Calanda - Güllenchopf - Sattel - Taminser Calanda - Sennenstein - Klunkelspass - Tamins Post
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bad Ragaz Bahnhof
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Tamis Busstation

Die komplette Calanda-Überschreitung in einem Stück

Wetter und Zeitpunkt gut passend um die Calanda Gegend kennen zu lernen. Es gibt schon viele gute Berichte zb 1, 2, 3, wo von einer Teils-Überschreitung die Rede ist. Aber keinen Bericht wo das ganze Calanda-Massiv Überschritten wird und zwar in direkter Linie von Bad Ragaz alles über den Grat bis nach Tamins, wo nach meiner Meinung die logische Linie für eine Überschreitung liegt, Viele Wege führen entlang der Kantonsgrenze, also nicht verwirren lassen, die gestrichelte Linie ist KEIN Weg. Dennoch ist die Tour im T5 Bereich mit Klettern bis lll Grat. 

Bad Ragaz - Chimmispitz
Start vom Bahnhof Bad Ragaz am 0:40 bei lauwarmer Temperatur. Einsam und ruhig, mit ein paar umherziehende Katzen ging ich zur Ruine Wartenstein. Weiter dem Wanderweg nach Furggels vorbei an vielen leuchtende Fuchs-Augen. Ab Furggels zog ich direkt unter dem Lift hoch durch feuchtes Gras zum ersten Aussichtspunkt P.1564. Die Stirnlampe trotz Halbmond im Einsatz. Der Weg über dem Grot-Grat herzlich mit Blick auf den Sternenhimmel. Bei der Mason Alp nahm den Wind etwas zu und die Temperatur wurde kühler. In der Nacht ist die Navigation schwerer als am Tage. Mein neues Garmin Oregon 700 leitete mich aber gut zum Chimmispitz Gipfel.

Chimmispitz - Berger Calanda
Diese Gipfel wird wohl auch gerne von Biker besucht, jedenfalls besagt das so das Gipfelbuch. Abstieg via Südgrat direkt entlang der Kantonsgrenze. Schon verwunderlich warum im steilen Wald da eine Menschengrosse Steinmauer steht. Warum ist die Kantonsgrenze so abgesteckt?
Beim Bärenfallen-Pass ging langsam die Energie von meiner Stirnlampe aus, obwohl der Akku ganz geladen ist. Nun stehe ich vor den Entscheidung durch feuchtes hohes Gras auf den Grat zu steigen oder dem Wanderweg zu folgen. Ich entschied mich für den Wanderweg. 
Bei der Alp Salax verschiedene Biwak Möglichkeiten. Mit dem Bike sehr gut via Oberberg auf befestigten Strasses gut zu erreichen. Auch der Aussichtspunkt Stelli ideal für Bike & Biwak. Der Aussichtspunkt erreichte ich gerade bei Sonnenaufgang. Die Temperatur ging nun schnell in die Höhe.
Ich hatte gehofft bei der Alp Wasser auffüllen zu können. Und wieder einmal habe ich zuwenig Wasser dabei. Eigentlich sollte ich das nun echt begriffen haben, bei schönem Wetter mehr Wasser mitzunehmen...
Für den Aufstieg zum Brotjoggli wechselte ich von meinen Trailschuhe zu den Bergschuhen. Über Steilgras ging es im Morgenlicht hoch zu diesem Grashügel mit gutem Blick zum ersten Calanda-Gipfel der über die gut ersichtliche Rinne bestiegen werden kann.

Berger Calanda - Haldensteiner Calanda
Dieser Abschnitt ist sicher der technisch anspruchsvollste Teil der Tour. Anfänglich noch sehr gemütlich Richtung Rossfallenspitz. Bald beginnt der Grat felsig zu werden. Mann kann den Grat sehr gut links umgehen. Der Grat ist aber erstaunlich gut zu machen. Ich war erstaunt, gerade im mittleren Teil sah es Ausgesetzt und schwierig aus. Manchmal musste ich nach rechts ausweichen, das zwar ausgesetzt ist, aber gute Griffe und dritte aufweist. Lohnenswert um den T5 ll Bereich.
Nach dem Gipfelkreuz ging es zum Luggen der gleich richtig losgeht, über einen Plattengrat zur Lücke. Und nun? Direkt über den Grat zum Napoleon? Es schaut alles sehr brüchig aus, ich entscheid mich dem breiten Grönland rechts zu folgen wo ich von Einheimischen mit Hörner kritisch beobachtet wurde. Eine Wegspur ist schwach auszumachen. Kurz vor dem Ende des Geröllbandes links hinauf und schon stehe ich auf dem Sattel. Nun kommt noch ein steiler Aufschwung den man wohl wie die meisten links (Ostseite) nimmt. Ich entschied mich für die direktere Route. Von weitem kaum machbar, sah das von nahem sehr gut aus. Klettern in einer senkrechten Rinne T5 im höheren lll Grat zum Gipfel vom Napoleon. 
Nun kommt die 2x knapp 15m Abseilstelle die gut eingerichtet ist und bis zum Sattel runter führt. Könnte man sicher auch Abkletten, aber der Fels ist abwärtsgeschichtet. Da ich das Seil dabei hatte, benutze ich dieses auch. Als Gurt nahm ich meine Bandschlinge, für diese kurze Passage kein Problem wegen Komfort.
Im Sattel ist eine Aufwärtsführendes gut griffiges Felssims auszumachen im ll Grat. Danach einfacher Richtung Gipfel. Vor dem Gipfel aber noch ein scharfer Grat mit ein paar schöne Kletterstellen im knappen lll Grat.

Haldensteiner Calanda - Felsberger Calanda
Abstieg vom Hauptgipfel via der offenen Fläche mit Biwakmöglichkeiten. Mein Wasser wird nun definitiv knapp. Beim Felsberner Calanda sehe ich noch Schneeflecken, das könnte die Rettung sein. Zum Glück sehe ich vor dem Tüpfels Chilchli eine kleine Wasserquelle die aus dem feuchten Moss drückt. Mit etwas Geduld ist meine Wasserflasche wieder gefüllt und die Energie wie auch die Motivation wieder gestiegen für den weiterweg. Nur die Müdigkeit ist spürbar. Einen Tag vorher, also am Mittwoch war ich am Bike Testen mit gut 30km. Das spüre ich nun auch in den Beinen.
Der formschöne Tüpfels Chilchli wollte ich aber auch übersteigen (T4 l). Weiter über flachen Fels und Geröll zum Wandfuss vom Felsberger Calanda. Zuerst folgte ich den roten Punkte bis ich merkte das dies um den Fels führen würde. Ich nahm einer der vielen Rinne (T5 lll) zum Gipfel, es gibt da wohl mehrere Möglichkeiten. Der Fels aber nicht immer von guter Qualität.

Felsberger Calanda - Taminser Calanda
Es ist Heiss. Wenigstens habe ich nun was zu trinken dabei. Abstieg zum Güllenchopf über eine steile Scharte mit abwärtsgeschichtetem Fels/Geröll. Die kurze T5 stelle ist mit einer Reppschnur entschärft. Der Weiterweg ergibt sich klar entlang der Kantonsgrenze bis zum Taminser Calanda im T2 Bereich. Die Sonne brennt vom Himmel, meine Müdigkeit nun deutlich zu spüren, ich wurde langsamer. 

Taminser Calanda - Tamins
Unscheinbarer flacher Gipfel, aber mit viel Charm für Biwak und einsame Aussicht. Ich ziehe weiter dem Grat entlang über steile Grasrücken und über die letzten Erhöhungen. Beim Taminser Älpli zog ich dem Wanderweg ins Schwitobel runter zum Klunkelspass für Kuchen und Sauern Most. Gestärkt ging ich den langen aber schönen Weg via Foppaloch runter nach Tamins.


Fazit: Sehr schöne Gegend. Für Bike- und Biwakfreunde zwischen Stelli und Chimmispitz viele Möglichkeiten. Die Tour ist lange aber lohnenswert. Nicht nur die vier Calandagipfel sind empfehlenswert, nein auch das davor und das danach. Komme gerne wieder.






Tourengänger: tricky

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