Schiffloch-Schiffberg und Gamsberg über den Westkamin


Published by ossi , 19 August 2014, 16h56.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike: 3 September 2013
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Alvier Gruppe   CH-SG 
Height gain: 1300 m 4264 ft.
Height loss: 1300 m 4264 ft.
Route:Voralpsee-Schiffloch-Schiffberg-Sterenbergsattel-Westkamin-Gamsberg-Unterlänggli-Voralpsee
Access to start point:Poschti bis Kurhaus Voralpsee
Maps:1:25000 Buchs

Der Schiffberg sieht -guckt man ihn aus der entsprechenden Perspektive an- wie ein Schiffsbug aus. Steht man in der östlichen Schifflochlücke und betrachtet den Aufstiegshang zum Schiffberg, dann möchte man am liebsten erstmal eine Runde schiffen. Woher nun der Name wirklich kommt, sei jedem selber überlassen.

Schiffberg übers Schiffloch, T6: Start am Voralpsee. Ohne Probleme (T2) nach Naus Undersees und bis zu Punkt 1482. Nun nach Süden direkt auf die enge Schlucht zuhalten, die man im Süden erblickt. Über eine bewachsene Schutthalde gewinnt man etwas mühsam an Höhe und tritt in die Schlucht -eben ins Schiffloch- ein. Solange es trocken ist, stellt die Schlucht keine grossen Probleme dar (recht guter Fels, I bis max. II). Sollten sich Wildtiere oben herumtreiben, besteht eine gewisse Steinschlaggefahr. Nach der Schlucht steht man in einer grandiosen einsamen Szenerie, ein wunderschöner Kessel will durchschritten werden. Man steigt weiter auf und hält eher links, weil man die östliche Schifflochlücke erreichen will. Eine etwas brüchige moosige Rinne (T5) leitet zur besagten Lücke. Stellenweise ist Vorsicht geboten.

Der Aufstieg zum Schiffberg sieht nun wirklich fürchterlich steil aus, vermutlich ist er es auch. Gleich darunter tut sich eine tiefschwarze schmale Schlucht auf, in der man im Falle eines Sturzes wohl irgendwo in düsterer Tiefe langsam verfaulen würde. Nach den ersten Metern allerdings stellt man mit Freude fest, dass die zahlreichen Wildtiere der Gegend bestens präparierte Tritte hinterlassen haben, der Aufstieg vollzieht sich überraschend angenehm. In einer Viertelstunde hat man den ganzen Steilhang am hübschen Daumen vorbei bis zum Gipfel bewältigt.

Schiffberg-Sterenbergsattel-Gamsberg Westkamin-Gamsberg (T6): In fünf Minuten über blumige Wiesen vom Schiffberg zum Sterenbergsattel, nach dem Aufstieg aus der Schifflochlücke ist dies ein gefühltes T 0.375-. Nun nach Süden immer mehr oder weniger dem Wandfuss der mächtigen Südwestwand entlang Richtung "Fauler Gang", den man sehr gut erkennt. Das Gras ist leider nicht besonders gut gestuft. Auf halber Strecke tut sich der Westkamin auf, den man in klassischem T6-Gelände durchsteigt, um weiter oben auf sensationellen Tierspuren auf die Südostflanke hinauszuqueren. Ordentlich guter Fels, auch das Gras mag meinen gustatorischen Ansprüchen genügen.

Auf der Südostflanke angekommen, trifft mich erstmal der Schlag: Alleine in einer riesigen T6-Arena, darüber wölbt sich ein stahlblauer Himmel. Die ganzen Felsen und Wiesen warten darauf, von mir liebvoll betreten, gesteichelt, liebkost, bewundert, achtsam beschritten zu werden. Ein T6-Moment der Superlative.

Nun zuerst der Gratkante entlang, dann im Aufstieg gesehen rechtshaltend hoch über schmale Grasbänder und plattige Felsen bis zum Gipfelgrat. Der Fels präsentiert sich ganz passabel, die plattige Unterlage ist nicht so schilmm zu begehen wie befürchtet, weiter oben werden die grasigen Stellen zahlreicher. Auch wenn das Ganze fluffiger geht als anfangs vermutet, der Aufstieg durch die gewaltige Südostflanke des Gamsbergs ist sicher KEINE Einstiegstour für T6-Neulinge. Zuletzt über den schmalen Gipfelfirst auf West- und Hauptgipfel.

Gamsberg Abstieg über die Nordwand (T5): Über den Gipfelfirst ostwärts haltend Richtung Normalroute (Doppelgleis). Wer etwas die Augen aufmacht, sieht irgendwann eine Wegspur quer durch die Nordflanke ziehen. Dieser kann man recht angenehm folgen, bis man am Wandfuss unter dem mächtigen Gamsberg steht. Über Geröllhalden surfend gewinnt man nach einiger Zeit Unterlänggli, von wo aus man über den Wanderweg zum Voralpsee absteigt.

Für erfahrene T6-Gänger sicher eine absolut lohnende Tour mit bleibenden landschaftlichen Eindrücken! Wer die Route aber geniessen und nicht nur überleben will, der muss mindestens den "T6-Bachelor" haben. Mein Vorschlag, wie man sich den "T6-Master" verdienen kann: Erstens Wildhauser Girenspitz Ostgrat, zweitens Schiffloch-Schiffberg-Westkamin-Gamsberg, drittens Sächsmoor Nordgrat.

Tour im Alleingang

Hike partners: ossi


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