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Blüemlisalphorn (3661 m), Berner Oberland, Schweiz


Published by Kaluzny , 5 October 2013, 17h57.

Region: World » Switzerland » Bern » Frutigland
Date of the hike:18 July 1979
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Mountaineering grading: AD
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 2 days
Height gain: 2485 m 8151 ft.
Accommodation:Blüemlisalphütte, von dort noch 830 m zum Gipfel

Von der Schwarenbachhütte wanderten wir (unter Benützung der Seilbahn vom Sunnbüel) hinab nach Kandersteg.
Hier haben wie die Kleidungsstücke bei unseren Autos gewechselt. Irgendjemann kam auf die Idee, die Besteigungen des Wildstrubels und des Balmhorns mit Schnaps zu feiern. Aus einem Gläschen wurden zwei...
Nach dieser Stärkung fuhren wir mit der Seilbahn zum Oeschinensee hinauf, wo jemand von uns im See seine Sonnenbrille verlor. Doch trotz der Suchhilfe von anderen blieb die Brille verschwunden. Nach dem kalten Wasser waren dann einige Feierfreudigen wieder klarer.
Beim Aufstieg zur Hütte sieht man auf der anderen Seite des Tals den Blüemlisalpgletscher, der weit ins Tal hinabreicht.
Kurz darauf sahen wir in der Nähe Steinböcke, die sich aufreckten und mit ihren Köpfen mit Kraft aufeinanderschlugen. Schon allein vom Zusehen und vom Krach bekommt man Kopfschmerzen.
Kurz darauf war die Hütte erreicht.

Hier gab es dann eine Hiobsbotschaft. Der Hüttenwirt machte im Gespräch deutlich, dass er es für sinnvoll hielt, wenn wir uns eines Bergführers bedienen würden. In den letzten Wochen zuvor waren mehrere Seilschaften abgestürzt und etliche Bergsteiger ums Leben gekommen.
Nach kurzer Beratung entschieden wir uns für den Bergführer. Alternative wäre die Besteigung der Wyssi Frau gewesen.
Als wir in der Nacht aufstanden, war der Bergführer schon da. Er war in der Nacht aufgestiegen.
Dann die 2. Hiobsbotschaft. Er würde nur die Verantwortung für 2 von uns übernehmen.
Dann erneut eine kurze Beratung. Klar war, dass unser Tourenführer 2 von uns ans Seil nimmt. Dann durfte sich der nächstbeste Bergsteiger von uns seinen Seilpartner aussuchen. Die Wahl fiel auf mich, da wir in unseren heimischen Klettergärten Partner waren. Ich muss sagen, dass meine Stimmung sich aufgrund der Mitteilungen des Hüttenwirtes dadurch nicht unbedingt besserte.
Mit dem Bergführer konnten wir ausmachen, dass wir aber beieinander blieben.

Nach dem Aufbruch hatten wir nach Querung des Blüemlisalpgletschers bei optimalen Verhältnissen bald den Rothornsattel erreicht.
Von hier steilte sich ein Firnfeld auf, das weiter oben in Felsen überging. In den Felsen waren Stangen zur Sicherung angebracht. Anfangs machten wir uns noch die Mühe, uns ordentlich zu sichern. Doch bald merkten wir, dass ein doppelter Seilumwurf um die Stangen zur Sicherung völlig ausreichte. Einer über den anderen aufsteigend erreichten wir das Firnfeld oberhalb der Felsen.
Und dann gings richtig los. Das Firnfeld wurde zur Firnschneide und zudem immer steiler. Im oben Drittel war die Schneide etwa fußbreit. Zudem verlor sich die Firnschneide in den Wolken. Hier kamen bei mir Gedanken auf wie: Herrgott, worauf hast du dich eingelassen? Wie komme ich hier wieder runter?

Und plötzlich waren wir oben.
Ich sah den Bergführer und fragte ihn, wo der Gipfel sei. Er würde drauf stehen, war seine Antwort.
Auf den Bilder kann man mir meine Gemütsverfassung richtig ansehen. Ich bin der mit den weiß/roten Streifen auf dem blauen Anorack.
Zu sehen war mitten in den Wolken nichts, so dass sich die Rast nicht allzu sehr ausdehnte.

Beim Abstieg ging es die "Himmelsleiter" wieder hinunter, mit dem Kopf Richtung Tal, den Pickel quer haltend, Stufe für Stufe, nur noch Luft vor mir.
Und plötzlich riss der Himmel auf. Und schlagartig war mein mulmiges Gefühl weg! 2000 m Höhenunterschied bis zum Oeschinensee, der eigentlich unter einem liegt, hat schon was.
Kurz darauf waren wir wieder am Übergang zum Fels. Wir sicherten uns wieder hinab, auch wenn das Gelände flach wie Laufgelände wirkte. Beim Übergang zum anschliessenden Firnfeld, das wie ein ebenes Fußballfeld aussah, waren wir besonders vorsichtig.
Genau hier im Fels und im Übergang zum Firn waren die Seilschaften in den letzten Wochen verunglückt.

Vom Rothornsattel ging es schnell über den Gletscher wieder zurück zur Hütte
Nach einer ausgiebigen Pause stiegen wir wieder hinab zum Oeschinensee.
Etwas oberhalb übernachteten wir in einem kleinen Hotel. Während wir unser "Gipfelbier" tranken, meinte die Hotelbesitzerin, dass wir uns sicherlich vor dem Abendessen noch frisch machen wollten. Wir haben wegen der durchgeschwitzten Kleidung offensichtlich einen penetranten Geruch ausgeströmt.

Das Blüemlisalphorn war einer meiner schönsten Hochtouren. Leider gab es keine Aussicht vom Gipfel.

Hike partners: Kaluzny


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