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Rechelkopf Schlechtwettertour als überraschende Schneetour Anfang Mai


Published by scan , 3 May 2021, 11h53.

Region: World » Germany » Alpen » Bayrische Voralpen
Date of the hike: 2 May 2021
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 3:00
Height gain: 650 m 2132 ft.
Height loss: 650 m 2132 ft.
Access to start point:Großer FREISTEHENDER Parkplatz bei Lehen, Ende Osterfeldstraße. Vor dort ist der Weg ausgeschildert.

Kurz vorab: Eigentlich habe ich in Covid-Zeiten wie einige andere User davon abgesehen, weitere Tourenberichte auf Hikr einzustellen und damit den derzeitigen Run auf die Berge noch weiter zu forcieren. Denn leider finden dabei nicht nur Menschen den Weg in die Berge, die zumindest ein minimales Verständnis für die Natur haben, sondern auch Menschen, die dieses Verständnis entweder nie aufgezeigt bekommen haben oder es wird schlicht vom eigenen Egoismus verdrängt. Neben sofort sichtbaren Ausuferungen wie liegengelassener Müll zeigen sich aber auch andere Dinge: Neue "Corona-Pfade" überall als Abkürzungen oder zu sensiblen Naturbereichen, freilaufende Hunde ohne Leine im Naturschutzgebiet, Stadtradler, die ihr Mountainbike auf Bergpfaden als Downhillwaffe begreifen usw.

Eine Verurteilung aller Leute, die in Covid-Zeiten den Weg in die Berge finden, will ich allerdings hier nicht aussprechen: Wieso sollte mein Nachbar neben mir kein Recht haben, Erholung wie ich in den Bergen zu suchen? Wie immer sind es die 10 Prozent schwarze Schafe, die man wahrnimmt: Den liegengelassenen Müll sieht man - die Anzahl der vielen anderen, die zuvor an der gleichen Stelle gesessen haben und Ihren Müll wieder mitgenommen haben, kann man nicht benennen. Man sieht die Corona-Pfade, aber nicht die unzähligen Menschen, die auf den Wegen geblieben sind. Ein schweres Thema zu schweren Zeiten, die sich glücklicherweise lichten. Da der folgende Tourenbericht aufzeigt, dass auch kleine harmlose Berge wie die Rechelkopf durchaus Zähne zeigen können, möchte ich die Tour trotzdem posten:


Den Rechelkopf kann man eigentlich als ersten ernstzunehmenden Hügel der beginnenden Alpen betrachten, entsprechend gering sind die Herausforderungen für seine Besteigung, die sich eher im Rahmen eines längeren Spaziergangs bewegen. Somit eigentlich perfekt für eine Schlechtwetterwanderung, die ich gerne wegen der einprägenden Natureindrücke dabei unternehme.

Wie schon bereits auf meiner *Schlechtwettertour auf dem Blomberg bin ich von meiner Maxime abgewichen, Schlechtwettertouren nur auf Berge zu machen, wo man vorher schon mal oben stand und den Weg daher kennt. Genau dies wird mir dann auch gleich zum Verhängnis, als ich recht bald merke, dass ich auf dem falschen Weg bin und der Abzweig von der Forststraße einfach nicht kommen will. Nach genauer Eruierung stelle ich fest, dass ich weiter  auf der Forststraße bleiben muss und dabei wieder auf dem richtigen querlaufenden Wege stoßen sollte. Nachdem sich allerdings der Nebel weiter zuzieht und es nun - Anfang Mai - anfängt zu schneien und der Schnee noch dazu liegenbleibt, spiele ich mit dem Gedanken, die Tour abzubrechen, da die Schneedecke eine Orientierung weiter erschwert. Allerdings mache ich mir klar, solange ich die Forststraße nicht verlasse, kann selbst auf falschem Wege im Nebel nicht verirren. Recht bald finde ich dann zwar den richtigen Weg wieder, befinde mich dafür aber in einer überraschend schnell aufgebauten Winterlandschaft wieder. Oben am Gipfel liegt dann tatsächliche eine ca. 15cm dicke Schneedecke.

Traditionell sind die Aussichten am Gipfel bei Schlechtwettertouren arg limitiert, der Rechelkopf verhält sich dabei nicht anders, so dass ich mich schnell auf den Rückweg mache - diesmal auf richtigem Wege. Unten im Tal wird mir dann auch klar, warum ich anfangs den Weg nicht gefunden habe - ich stand schlicht nicht auf dem gut ausgebauten Hauptparkplatz, den ich im Nebel bei der Anfahrt nicht gesehen habe, sondern auf einem in meiner Beschreibung nicht erwähnten kleinen Parkplatz 300m weiter östlich.

Ein paar allgemeine Worte zu Schlechtwetterwanderungen für alle nicht routinierten Bergwanderer:

- Touren auf Berge bei gezielt schlechtem Wetter setzen eine gewisse Bergerfahrenheit voraus und sind daher nichts für Anfänger
- Größte Gefahr ist dabei, sich bei dem fast immer herrschenden Nebel zu verirren. Insbesondere bei höheren Gipfeln besteht zudem die Gefahr, ohne Weg ins Steilgelände zu gelangen, was dann schnell sehr gefährlich werden kann.
- Nässe und Matsch provozieren besonders beim Abstieg  Ausrutscher und somit einen unkontrollierten Sturz nach unten.
- Bei extremem Nebeln und einer Sichtweite unter 5m kommen bei einigen Menschen Urängste auf.

Letztendlich gilt für alle Menschen: Um sich an der Natur zu erfreuen, muss man diese auch bewusst wahrnehmen.

Hike partners: scan


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