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Mottadonner & Verspala - Kleinode im Tilisunagebiet


Published by Kauk0r , 10 January 2020, 23h58.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Rätikon
Date of the hike:22 September 2019
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR   A 
Height gain: 1150 m 3772 ft.
Access to start point:PKW bis St. Antönien, dort diverse Parkplätze (1 Tag/ 6 SFr, 2 Tage/ 9 SFr).

Da ich mich nach dem Besuch der Sarotlaspitzen gegen eine Hüttenübernachtung entschieden habe, schlafe ich auf dem Parkplatz im Auto. Das Wetter sollte am Sonntag ganz gut sein, umso überraschter bin ich, als es nachts prasselnde Geräusche gibt und ich wach werde. Als es hell wird sehe ich die Bescherung: Regenschwangere, geschlossene Wolkendecke. Etwas genervt mache ich mich letztlich doch auf den Weg in Richtung Tilisunagebiet, so wie ich es geplant habe. Da sich der Weg zum Gruobenpass etwas mehr zieht als gedacht und ich nicht allzuviel Zeit zur Verfügung habe will ich die Ziele spontan den Verhältnissen anpassen. Herausgekommen ist eine Hikr-Erstbeschreibung, zu meiner Verwunderung sogar noch ohne Wegpunkt und eine Zweitbeschreibung. Der Mottadonner / Montedona (2298 m) und die Verspala (2443 m) sind ruhige Kleinode im meist wohl stark frequentierten Tilisunagebiet. Flaigs AVF Rätikon aus dem Jahr 1962 empfiehlt Zweiteren in einem Nebensatz "dem naturwissenschaftlich interessierten und bergsicheren Tourist" wegen dem Gesteins- und Florenwechsels. Da kein Kaiserwetter herrscht und der Wind kräftig fegt verzichte ich auf die Weißplatte und auch wegen der Feuchtigkeit auf die Steilflanke des Tilisuna Seehorns. Aber ich komme wieder.

Die Wegfindung ist zunächst völlig unkompliziert, man folgt der Teerstraße nach Partnun (1763 m) und weiter zum Partnunsee (1869 m). Von dort geht es am besten links herum weiter ans Ende des Karkessels und die Steilflanke hinauf nach Gruoben (2043 m). Dort ist der Gruobenpass (2226 m) als nächstes Zwischenziel angeschrieben, der Weg zieht sich jetzt aber länger als es auf der Karte den Anschein macht, außerdem verliert man gut 50 Höhenmeter. Hier ist man wieder an der Grenze, ein alte kleine Hütte und Schilder erinnern daran.Mit etwas Zwischenabstieg bewegt man sich nun weiter in Richtung Tilisunahütte. Noch vor erreichen der stattlichen Zollhütte bewege ich mich im hügeligen Wandergelände auf den Mottadonner zu, als Aufstiegsweg habe ich mir die SW-Flanke ausgeschaut. Diese ist bis knapp unterhalb des Gipfels beweidet auf dieser Seite. Das hilft im feuchten Gras (T3). Der Schlussanstieg ist dann etwas anspruchsvoller, vor allem bevor man das felsdurchsetzte Gelände erreicht. Hier wird die Stufung wieder besser, das Gelände ist aber überraschend steil (T4). Die grasige, langezogene Gipfelkuppe des Mottadonner (2298 m) lädt zum Verweilen ein, nicht jedoch das kalte Wind...Herbstboten. Dieser wahrscheinlich von den meisten unbeachtete Gipfel dürfte gut 80 Meter Schartenhöhe besitzen. Die Aussicht ist überraschend weitläufig, nur das Seehorn im NO bremst ein wenig. Aber vor allem die Kalkleiber um Wissplatte und Sulzfluh wissen sich prächtig in Szene zu setzen. Interessant erscheint mit der Ostgrat von der Tilisunaalpe aus, könnte eine Plaisir-Gratgrat-Wanderung sein.

Ich setze meinen Weg auf dem meist breiten NW-Rücken fort und schließe innerlich für heute das Projekt Seehorn ab. Den Rücken (T3) begehe ich, bis ich eine sinnvolle Querung in Richtung Tilisunahütte (2208 m) ausgemacht habe. Da gibt es sicherlich verschiedene Möglichkeiten. Alle gemeinsam dürften sie den tollen Blick auf den Tilisunasee haben. Kurz vor der Hütte treffe ich dann auch auf den Wanderweg. An und um die Hütte sind noch einige Spuren der laufenden Baumaßnahmen zu sehen. Hinter der Hütte geht der Wanderweg hinauf, bald zweigt der Weg in die Schwarze Scharte (2339 m) ab. Die Querung der recht steilen Verspala-Flanken geht auf dem Steig ganz gut, teilweise ist er aber erodiert und benötigt damit Trittsicherheit. Beim Übertritt des Ostrückens erkennt man gegenüber, warum Scharte und Gipfel Schwarz heißen. In der Scharte bin ich erstaunt, eine Pfadspur am Nordgrat der Verspala zu erkennen. Ich würde behaupten diese wurde sogar angelegt, obgleich sie inwzischen wahrscheinlich fast ausschließlich von Tieren genutzt wird. Der Aufstieg zum Verspala-Gipfel (2443 m) wird dadurch aber sehr angenehm (T3). Der unnahbar wirkende Mittelteil löst sich gut gangbar bei mäßiger Ausgesetztheit auf (T3+). Auch der Verspala ist trotz seiner Unterordnung in eine großartige Bergumgebung ungemein aussichtsreich. Weiterhin bläst der Wind kräftig und kalt, eine Weile muss ich deshalb aber trotzdem oben bleiben.

Abgestiegen werden könnte dann am Ostrücken (hier von Murgl beschrieben) oder wie ich auf dem SSW-Grat. Auch ihn leiten Spuren hinab (T3), die weiter unten sehr deutlich werden. In der tiefsten Scharte (2368 m) quere ich absteigend zum Wanderweg um diesen zu überqueren und möglichst effizient in Richtung Grüen Fürggli (2318 m) ab- und wieder aufzusteigen.Bei der Tourenaufbereitung war ich jetzt erstaunt, dass das Fürggli nur von erico beschrieben wurde. Der steile Abstieg ist mit etwas Gegenanstieg garniert, die meist geröllige Wegspur benötigt eine gute Trittsicherheit (T4 an wenigen Stellen). Spannend sind die Höhlen die am Weg liegen. Bei Gruoben (2043 m) endet meine Runde und ich steige wieder über den bekannten Weg zurück zum Auto.

Fazit: Manchmal sind die Kleinen ganz groß. Unscheinbar und wenig beachtet dürften die Gipfel Mottadonner und Verspala meistens im Jahr für die großen Gipfel der Umgebung Spalier stehen. Dafür bieten sie eine tolle Aussichtsloge auf eben die Großen. Gerade die Verspala könnte man vom Tilisunagebiet aus mit 80 Extrahöhenmetern auf dem Weg zur Sulzfluh mitnehmen.Interessant war auch die vielfältige Flora am Wegesrand.

Hike partners: Kauk0r


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Comments (2)


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Murgl says:
Sent 12 January 2020, 08h40
Schöner Bericht mit ebensolchen Bildern. Ich kann die (oder den?) Verspala auch bestens empfehlen. Super Aussicht und schön einsam.

Kauk0r says: RE:
Sent 12 January 2020, 14h30
Danke für dein nettes Feedback!

Hab mich die Sache mit den Artikeln auch gefragt, da aber die Gipfel in der Literatur kaum präsent sind, kann man sich das nur selber ausdenken ;).


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