Dom Festigrat


Published by jfk , 29 November 2017, 22h01.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike: 1 October 2017
Mountaineering grading: PD+
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS   4000er 
Time: 3 days
Height gain: 3150 m 10332 ft.
Height loss: 3150 m 10332 ft.
Maps:map.geo.admin.ch

Der Festigrat auf den Dom gehört zweifelsohne zu den einfacheren, klassischen Grattouren auf einen Schweizer 4000er. Dementsprechend häufig wird er begangen und so ist er auch auf Hikr bereits ausführlich und gut dokumentiert. So soll dann dieser Bericht vor allem ein paar fotografische Impressionen aus der Region zeigen und kurze Notitz in meinem Tourentagebuch sein. 

Eines der raren, verlängerten Wochenenden in diesem Herbst sollte endlich wieder einmal für eine Hochtour genutzt werden. Nur doof, wenn an einem solchen Wochenende dann die Wetterprognosen so gar nicht das versprechen, was man sich für ein solches Unterfangen eigentlich wünscht. Entsprechend wird geplant und so bleibt mehr Zeit als gewohnt zum Fotografieren, Lesen, Kochen und in aller Gemütlichkeit die Bergwelt zu geniessen. Am späten Sonntagmorgen zeigt sich dann tatsächlich ein einigermassen stabiles Schönwetterfenster und da es auch noch schön kalt ist, steht einer ausgedehnten "Nachmittagstour" über den Festigrat nichts mehr im Weg. Bei besten Bedingungen geht es so auf den Dom und wieder zurück, nur die Kamera will zwischendurch nicht so recht mitmachen. Eine Tour mit wunderbaren Eindrücken.

Ein paar Gedanken zu (modernen) Winterräumen in SAC-Hütten...
Mit dem Umbau von SAC-Hütten scheint es mir immer mehr der Fall, dass die Winterräume auf das absolut nötigste reduziert werden. In einigen Fällen werde ich den Verdacht nicht los, dass Einrichtung und Raumeinteilung bewusst so geplant wurden, dass allfällige Besucher die Hütte möglichst schnell wieder verlassen. Ein Beispiel dafür ist die neue Hörnlihütte, bei der der Alpinist im gleichen Raum schlafen, essen und sch***** darf. Ebenfalls ein gutes Beispiel hierfür ist die Domhütte. Der Winterraum besteht hier aus ein paar klapperigen Armeebetten, die lieblos in den Schuhraum der Hütte gestellt wurden und ... fertig!
Bei den Betten muss noch angefügt werden, dass so nutzlose Dinger wie Matratzen einfach weggelassen und durch irgendwelches Plastikgewebe ersetzt wurden. Es versteht sich für einen solch modernen Winterraum natürlich von selbst, dass er keine Kochmöglichkeit bietet.

Ich kann die Hüttenwarte bis zu einem gewissen Grad ja verstehen. Abfallberge, Sachschäden für die keiner aufkommt und dann noch die unzähligen Besucher die es nicht für nötig halten, die Hüttentaxe zu entrichten (so beobachtet z.B. zwei Wochen später in der Rothornhütte, wo sich von drei anwesenden Seilschaften gerade mal eine im Hüttenbuch eingetragen und so wahrscheinlich auch bezahlt hat). 

Für mich braucht eine SAC-Hütte allgemein und ein Winterraum im speziellen keinen grossen Luxus. Eine meiner liebsten Hütten ist beispielsweise die Berglihütte, die ja weis Gott nicht als Fünf-Sterne-Schuppen bekannt ist. Mindestens so eingerichtet, dass es einigermassen gemütlich ist und die Hütte auch im Notfall ausreichend Schutz gewährt, sollte sie aber schon sein und da scheint mir eine einfache Kochmöglichkeit und eine anständige Liege nicht zu viel verlangt!

Oder bin ich einfach ein unverbesserlicher dreamer?

Hike partners: jfk


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Comments (9)


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roger_h Pro says:
Sent 30 November 2017, 07h08
Sali Jonas

Du bist definitiv nicht der Einzige mit dieser Meinung. Der Verfasser dieses Gipfelbuch-Eintrags (1 Tag vor eurer Tour) hat sich unter "BESONDERES/PERSÖNLICHES" über diesen Winterraum beklagt und in den Kommentaren viel Zuspruch erhalten!

Dom

Gruss
Roger

jfk says: RE:
Sent 30 November 2017, 16h42
Hoi Roger

Merci für den Link! Mit dem Verfasser habe ich als er im Abstieg war noch ein paar Worte gewechselt - Unter anderem auch über den Winterraum. Interessant sind vor allem die Kommentare von Hans Berger, Ueli Mosimann und Stefan Wullschleger.

Und, dass soll an dieser Stelle auch noch erwähnt sein, schön dass es immer noch viele Hüttenwarte gibt, die wie Hans Berger denken und handeln, der die Hütte unserer Sektion hervorragend bewirtschaftet!

Gruess Jonas

nprace says:
Sent 30 November 2017, 08h24
Hi,
Deine Eindrücke aus dem Winterraum sind absolut richtig. Ich auch teile der Meinung, dass dies nicht Blödheit war sondern Absicht....was auch immer der eingentlichen Grund für diese Eintwicklung.
Warum ist es aber in anderen Hütten möglich? Wieso kann die Bordier, Mischabel, Kesch, Lideren, Griess, Binntal (noch eine Weile), etc etc etc. Hütte tolle Winterräume haben? Kommen die Abfallbergen und unbezahlte Nächte nicht dort vor - meiner Meinung nach kaum. bzw. genau so wie in anderen.

Und ist so einen beschissenen Raum eine Lösung dafür? Wohl kaum? Viel mehr werden Alpinisten WENIGER Nächten zahlen wenn sie mit massiv reduzierter Infrastruktur und sogar erhöhten Preisen konfrontiert sind.

Anyway, ich mache ab jetzt einen weiten Bogen um solchen Hütten oder nehme einfach das Biwimaterial mit.
Gruss
N

jfk says: RE:
Sent 30 November 2017, 16h45
Sehe ich genau so! Wie du schreibst, zum Glück gibts noch andere Hütten oder das eigene Biwimat.

Gruess Jonas

jimmy Pro says: Illustration
Sent 30 November 2017, 11h54
zu diesem"zweckmässigen" Lokal für Fr.10.-/Nacht siehe https://www.domhuette.ch/huette/notraum.html
na ja...

Alpin_Rise says: Diese Disskussion gehört ja nicht hierhin... nur
Sent 1 December 2017, 13h39
... sagt der Begriff "Not"raum vieles darüber, was sich die Verantwortlichen der SAC-Sektion UTO hier gedacht haben (mögen).

Es ist doch so: Die grosse Mehrheit aller Gäste (SAC-Mitglieder, Berggänger, meine Wenigkeit...) stehen NICHT aus Not ausserhalb der Bewartungszeiten vor der der Domhüttentür. Sie nutzen die Hütte für ein einsame(re)s Bergerlebnis im Herbst oder Frühsommer.
Der "Not"raum entspricht dem Bedürfnis nicht. Schade, wenn die Verantwortlichen dieses Bedürfnis nicht wahrnehmen und befriedigen (wollen).

Warum wurde der sachdienliche ehemalige Winterraum im Rahmen des Millionenausbau bewusst degradiert? Vorgeschobenes Argument ist immer wieder der verantwortungslose Umgang einiger weniger Berggänger. Vorgeschoben darum, weil es auf vielen Hütten (danke jenen Verantwortlichen!) gut funktioniert.
Dazu gibt es drei Lösungsansätze:

a) technisch: heute ist es problemlos möglich, elektronische Zugangssysteme zu installieren, welche diejenigen reinlassen, die sich anmelden. Zumindest setzten wenigstens die Hemmschwelle zum Vandalismus höher. Beispiel Hohganthütte Sektion Emmental.
Für wirkliche Notlagen sollte ein Telefon zur Verfügung stehen. Die Rettungsstellen kennen den Türcode oder evakuieren.
b) sozial: alle, die auf unbewarteten Hütten Fehlbare antreffen, müssen diese darauf ansprechen. Konsequent.
c) individuell: Winterraum etwas sauberer als angetroffen verlassen. Holz nachfüllen. Hüttenwart vorgängig anrufen, nützliches oder eventuelle Belegung erfahren. Nachgängig Mängel melden.Bezahlen. Bedanken.

Provokativ zum Schluss: warum soll ich für einen Notraum bezahlen, der mir nur schäbig Schutz bietet? Warum einen solchen wertschätzen und pflegen?

Ich hoffe, dass diese Beispiele von Noträumen nie zum Standard werden. Weil ich dann genau das vermisse, was viele Hütten (und damit den SAC) für mich ausmacht.

G, Rise

jfk says: RE:Diese Disskussion gehört ja nicht hierhin... nur
Sent 4 December 2017, 12h33
Ciao Rise

Sehe das ähnlich wie du.
Die Punkte b und c setze ich auch konsequent um. Nur habe ich bei b die Erfahrung gemacht, dass das nicht so gut ankommt oder einfach brav genickt, aber trotzdem nicht bezahlt wird.

a funktioniert bei den meisten Voralpenhütten sicher nicht schlecht. Auf Hütten wie am Dom sehe ich das kritischer. Was, wenn im Notfall die Technik versagt? Zudem schätze ich auch das eigentlich herrlich unkomplizierte bisherige System und ich fände es schade, wenn dieses kleine Stück Vertauen und Freiheit verloren ginge.

Gruess Jonas

Alpin_Rise says: RE:Diese Disskussion gehört ja nicht hierhin... nur
Sent 4 December 2017, 13h37
Schade, wenn du diese Erfahrungen machen musstest, sind mir auch bekannt...
Wenn ein kleiner Prozentsatz unverbesserlicher nicht bezahlt, ist das zu verschmerzen. Die Einkünfte aus Winterräumen sind eh klein.
Ich glaube, Vandalismus ist für die Hüttenverantwortlichen weit schlimmer.

Natürlich ist ein immer offener Winterraum die sympathischere Lösung, wenn das nicht geht, gibts eben andere Lösungen.

Für Berggänger in Not: ein Notraum=Überlebensraum wie in Domhütte (oder noch primitiver...) ist immer offen, darin ein Telefon. Dahinter, nur angemeldeten zugänglich, der Winterraum=Lebensaum.

Wobei ein solcher Winterraum zuerst geplant und gebaut werden will, wäre ja mit einem Investitionsvolumen von 3 Mio + wohl möglich...?
Und da sind wir wieder beim Bedürnis und der Nichterfüllung durch die Sektion UTO.

G, Rise


Sent 26 October 2019, 20h28
Was ich nicht ganz verstehe: Da wird begründet, es gebe immer mehr Diebstahl, Einbrüche etc. in den Hütten. Ein kleinerer Winterraum wird diejenigen nicht davon abhalten, die verschlossenen Türen aufzubrechen, wenn sie etwas stehlen wollen.


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