Prättigau 2/2: Carschinahütte und Dri Türm
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Howdy!
Um sieben gemütliches Frühstück im Berghaus Sulzfluh, Partnunstafel. Ach wie schön ist das verglichen mit superfrühem Aufstehen und langer Anfahrt in die Bergwelt. Nach dem schon recht anstrengenden Vortag steht heute wieder eine saftige Tour an: Gemeinsam via Partnunsee zur Carschinahütte und dann noch solo auf die Dri Türm, also zwei davon, den mittleren und den grossen.
countrygirl wird derweil die Gastfreundschaft der Carschinahütte in Anspruch nehmen.
Facts zur Wanderung / Bewertung der Teilstücke:
> Partnunstafel - Partnunsee; T1
> Partnunsee - Carschinahütte SAC; T2
> Carschinahütte SAC - Drusator (CH-Seite); T2
> Drusator Abstieg (Ö-Seite) T3, anschl. T2 bis P.2170
> Querung Richtung Sporaturm auf Höhenlinie 2380 und anschl. Aufstieg; T3+ (sehr abschüssig und rutschig)
> ab seilversichertem Kraxelgelände bis Gipfel Grosser und Mittlerer Turm; T4 (nach Seilpassage weiterhin sehr steil und schotterig, rutschig)
> der Aufstieg ist ab P.2170 mit verbleichenden Strichen wrw, dann rot, markiert, weiter oben nur noch mit Steinmännli, z.T. so zahlreich, dass sich daraus x-beliebige Wegvarianten ergeben
Wetter: sonnig, Temperaturspanne 10° bis 20°C
Zeit: brutto 9h (Hütteneinquartierung während Mittagspause ausgenommen), netto 7 1/2h Gehzeit
Flüssigkeit: 1 3/4 Liter (grösstenteils getrunken)
Hilfsmittel: Wanderstöcke (v.a. im steilen, schotterigen Gelände)
Wanderbericht:
Pünktlich um acht machen wir uns vom Berghaus Sulzfluh auf den Weg in Richtung Partnunsee, der noch im Schatten der Schijenflue steht und friedlich und ruhig die umliegenden Berge widerspiegelt. Wir ziehen erst in Richtung Gruobenpass weiter und biegen kurz vor P.2044 in Richtung Carschinahütte scharf links ab. Es folgt eine lange Querung in den Hängen groben Schotters der Sulzfluh. Ein schöner Weg und es wird zusammen mit der Sonne schnell um Vieles wärmer als am schattigen See. Regelmässig markiert und auf guter Wegspur ziehen wir weiter und treffen kurz vor elf bei der Carschinahütte SAC ein. Vom freundlichen Hüttenwirteteam lass ich mir einen kühlen Saft und als Stärkung für die bevorstehende Nachmittagstour zwei Spiegeleier mit Brot servieren. Meine Frau wählt die Gerstensuppe, für sie ein bewährtes Mittel, die Kochkünste eines Restaurants oder einer Hütte zu testen. Carschinahütte hat den Test bestanden. ;-)
Nachdem wir offiziell "eingecheckt" haben und ich meinen Rucksack etwas erleichtert habe, kann ich um halb zwölf zum zweiten Tagesziel aufbrechen.
countrygirl würde den Aufstieg zu den Dri Türm wohl eher als versuchten Totschlag denn als Wandertour empfinden und verbringt den Nachmittag mit romantischer Lektüre auf der sonnigen Terrasse der Carschinahütte.
Der Zu- und Aufstieg zum Drusator verläuft auf gutem Weg und verlangt mir noch nicht allzu viel ab, obwohl es am Schluss noch ganz schön aufsteilt. Nach kurzer Fotopause geht's an den Abstieg, wiederum anfangs recht steil, dann aber wieder angenehm. Etwas "weh" tut's schon bis P.2170 abzusteigen, nur um sich dann alles wieder zu erkämpfen. Aber ist ja alles freiwillig, also wird auch nicht gemault!
Der Aufstieg zu den Dri Türm ist anfangs mit leicht verblichenem wrw und manchmal einfach rot markiert. Nachdem man etwas Höhe gewonnenhat, folgt eine Querung in Richtung Sporaturm, an welchem man dann wieder steiler werdend vorbeizieht. Etwas später werden die Markierungen seltener und verschwinden schliesslich, regelmässige Steinmännli übernehmen aber rechtzeitig die Wegführung. Obwohl offiziell nicht markiert, dürfte also die Orientierung auch bei nicht so optimalen Sichtverhältnissen keine Probleme bieten. Je höher man steigt, desto steiler und rutschiger wird es. Feiner Schotter, stellenweise fast sandig, verlangt den Beinen doch Einiges an Kraft ab, zumal man auch gerne etwas zurückrutscht.
Schliesslich erreicht man eine seilversicherte Passage, ebenfalls recht steil, aber meist mit guten Tritt- und Griffmöglichkeiten entlang der Seilroute. Auch daneben bieten sich gute Kraxelmöglichkeiten, besonders für den Abstieg vermittelt das Seil aber vertrauensstiftende Sicherheit. Wer denkt, jetzt folgt noch gemütliches Hochspazieren bis auf den Gipfel, sieht sich schnell getäuscht. Es bleibt steil, felsig und weiterhin gut gewürzt mit feinem Schotter. Die Tritte sollen gut gewählt sein und Wanderstöcke sind durchaus hilfreich. Man erreich schliesslich eine Art Sattel, wo man sich zwischen mittlerem und grossem Turm entscheiden kann. Ich ziehe zum grossen Turm weiter und nehme das ab dem Sattel nicht mehr ganz so steile Gelände dankend an.
Der Gipfel des Grossen Turm ist recht grosszügig, allerdings sucht man vergebens nach einem Gipfelkreuz. Stattdessen findet man eine stabile Sockelvorrichtung mit Gipfelbuchbox. Das Buch ist recht frisch (Ersteintrag Mai 2016) und furztrocken, so soll es sein. Hoffentlich bleibt das so, bis das Buch voll ist. Erstaunlich windstill hier oben, deshalb mache ich hier ausgiebig Rast und geniesse die schöne Fernsicht. Mein Haustier, es reist immer mit mir mit und nennt sich Schweinehund, ist mit der Besteigung des Grossen Turms sogar so zufrieden, dass er die Besteigung des Mittleren Turms in den Wind schlagen will. Fast hätte ich nachgegeben, als ich aber wieder unten beim Sattel angekommen bin, gelingt es mir aber, den Köter in seine Hütte zu scheuchen und steige dann doch noch hoch. Zum Glück! Hätte mich im Nachhinein bestimmt richtig geärgert.
Der weitere Abstieg weist logischerweise die identischen Schwierigkeiten auf, einfach leicht erhöht, da im Abstieg. Zumindest ist das bei mir so. Ich achte im Abstieg nach der Querung aber darauf die Abkürzung nicht zu verpassen, die ich beim Aufstieg entdeckt habe, was mir auch gelingt. Trotzdem ist der Gegenanstieg zum Drusator dann nochmal ziemlich hartes Leder. Auch der restliche Rückweg fühlt sich dann irgendwie länger an als gewollt, aber auch das ist ein allgemein bekanntes Phänomen.
Eintreffen bei der Carschinahütte um viertel vor sechs. Nach leckerem Abendessen verbringen wir den Abend gemeinsam auf der Terrasse und geniessen das Naturschauspiel von Sonne und Wolken...
Das gefürchtete Massenlager ist dann a) aufgeteilt in mehrere Räume (unser Zimmer ca. 12 Plätze) und b) glücklicherweise frei von Sägewerk, ein paar wenige Ausrutscher ausgenommen. Trotzdem dauert es eine kleine Ewigkeit bis ich Schlaf finde. Es schläft sich nun mal nirgends so gut wie zuhause im eigenen Bettele. ;-)
Am nächsten morgen starten wir wiederum um ca. acht und müssen tatsächlich gleich beim Start schon unsere Regenschutzverkleidungen montieren. Glücklicherweise flacht der Regen nach einer Viertel Stunde nochmals ab und erlaubt uns einen trockenen Abstieg bis St. Antönien Rüti, wo wir 5 Minuten später ins Postauto nach Küblis einsteigen dürfen. Ein bisschen Wehmut fährt schon mit nach Hause, dass wir den Prättigauer Höhenweg nicht zu Ende wandern konnten, aber auch die verkürzten Wanderferien waren ein wunderschönes Erlebnis.
countryboy & countrygirl
P.S. Zur Vorbereitung habe ich mich insbesondere der Berichte von
Felix hier und
dulac da bedient.
Nachtrag: Dazu noch eine inoffizielle Fortsetzung am darauf folgenden Wochenende.
Um sieben gemütliches Frühstück im Berghaus Sulzfluh, Partnunstafel. Ach wie schön ist das verglichen mit superfrühem Aufstehen und langer Anfahrt in die Bergwelt. Nach dem schon recht anstrengenden Vortag steht heute wieder eine saftige Tour an: Gemeinsam via Partnunsee zur Carschinahütte und dann noch solo auf die Dri Türm, also zwei davon, den mittleren und den grossen.

Facts zur Wanderung / Bewertung der Teilstücke:
> Partnunstafel - Partnunsee; T1
> Partnunsee - Carschinahütte SAC; T2
> Carschinahütte SAC - Drusator (CH-Seite); T2
> Drusator Abstieg (Ö-Seite) T3, anschl. T2 bis P.2170
> Querung Richtung Sporaturm auf Höhenlinie 2380 und anschl. Aufstieg; T3+ (sehr abschüssig und rutschig)
> ab seilversichertem Kraxelgelände bis Gipfel Grosser und Mittlerer Turm; T4 (nach Seilpassage weiterhin sehr steil und schotterig, rutschig)
> der Aufstieg ist ab P.2170 mit verbleichenden Strichen wrw, dann rot, markiert, weiter oben nur noch mit Steinmännli, z.T. so zahlreich, dass sich daraus x-beliebige Wegvarianten ergeben
Wetter: sonnig, Temperaturspanne 10° bis 20°C
Zeit: brutto 9h (Hütteneinquartierung während Mittagspause ausgenommen), netto 7 1/2h Gehzeit
Flüssigkeit: 1 3/4 Liter (grösstenteils getrunken)
Hilfsmittel: Wanderstöcke (v.a. im steilen, schotterigen Gelände)
Wanderbericht:
Pünktlich um acht machen wir uns vom Berghaus Sulzfluh auf den Weg in Richtung Partnunsee, der noch im Schatten der Schijenflue steht und friedlich und ruhig die umliegenden Berge widerspiegelt. Wir ziehen erst in Richtung Gruobenpass weiter und biegen kurz vor P.2044 in Richtung Carschinahütte scharf links ab. Es folgt eine lange Querung in den Hängen groben Schotters der Sulzfluh. Ein schöner Weg und es wird zusammen mit der Sonne schnell um Vieles wärmer als am schattigen See. Regelmässig markiert und auf guter Wegspur ziehen wir weiter und treffen kurz vor elf bei der Carschinahütte SAC ein. Vom freundlichen Hüttenwirteteam lass ich mir einen kühlen Saft und als Stärkung für die bevorstehende Nachmittagstour zwei Spiegeleier mit Brot servieren. Meine Frau wählt die Gerstensuppe, für sie ein bewährtes Mittel, die Kochkünste eines Restaurants oder einer Hütte zu testen. Carschinahütte hat den Test bestanden. ;-)
Nachdem wir offiziell "eingecheckt" haben und ich meinen Rucksack etwas erleichtert habe, kann ich um halb zwölf zum zweiten Tagesziel aufbrechen.

Der Zu- und Aufstieg zum Drusator verläuft auf gutem Weg und verlangt mir noch nicht allzu viel ab, obwohl es am Schluss noch ganz schön aufsteilt. Nach kurzer Fotopause geht's an den Abstieg, wiederum anfangs recht steil, dann aber wieder angenehm. Etwas "weh" tut's schon bis P.2170 abzusteigen, nur um sich dann alles wieder zu erkämpfen. Aber ist ja alles freiwillig, also wird auch nicht gemault!
Der Aufstieg zu den Dri Türm ist anfangs mit leicht verblichenem wrw und manchmal einfach rot markiert. Nachdem man etwas Höhe gewonnenhat, folgt eine Querung in Richtung Sporaturm, an welchem man dann wieder steiler werdend vorbeizieht. Etwas später werden die Markierungen seltener und verschwinden schliesslich, regelmässige Steinmännli übernehmen aber rechtzeitig die Wegführung. Obwohl offiziell nicht markiert, dürfte also die Orientierung auch bei nicht so optimalen Sichtverhältnissen keine Probleme bieten. Je höher man steigt, desto steiler und rutschiger wird es. Feiner Schotter, stellenweise fast sandig, verlangt den Beinen doch Einiges an Kraft ab, zumal man auch gerne etwas zurückrutscht.
Schliesslich erreicht man eine seilversicherte Passage, ebenfalls recht steil, aber meist mit guten Tritt- und Griffmöglichkeiten entlang der Seilroute. Auch daneben bieten sich gute Kraxelmöglichkeiten, besonders für den Abstieg vermittelt das Seil aber vertrauensstiftende Sicherheit. Wer denkt, jetzt folgt noch gemütliches Hochspazieren bis auf den Gipfel, sieht sich schnell getäuscht. Es bleibt steil, felsig und weiterhin gut gewürzt mit feinem Schotter. Die Tritte sollen gut gewählt sein und Wanderstöcke sind durchaus hilfreich. Man erreich schliesslich eine Art Sattel, wo man sich zwischen mittlerem und grossem Turm entscheiden kann. Ich ziehe zum grossen Turm weiter und nehme das ab dem Sattel nicht mehr ganz so steile Gelände dankend an.
Der Gipfel des Grossen Turm ist recht grosszügig, allerdings sucht man vergebens nach einem Gipfelkreuz. Stattdessen findet man eine stabile Sockelvorrichtung mit Gipfelbuchbox. Das Buch ist recht frisch (Ersteintrag Mai 2016) und furztrocken, so soll es sein. Hoffentlich bleibt das so, bis das Buch voll ist. Erstaunlich windstill hier oben, deshalb mache ich hier ausgiebig Rast und geniesse die schöne Fernsicht. Mein Haustier, es reist immer mit mir mit und nennt sich Schweinehund, ist mit der Besteigung des Grossen Turms sogar so zufrieden, dass er die Besteigung des Mittleren Turms in den Wind schlagen will. Fast hätte ich nachgegeben, als ich aber wieder unten beim Sattel angekommen bin, gelingt es mir aber, den Köter in seine Hütte zu scheuchen und steige dann doch noch hoch. Zum Glück! Hätte mich im Nachhinein bestimmt richtig geärgert.
Der weitere Abstieg weist logischerweise die identischen Schwierigkeiten auf, einfach leicht erhöht, da im Abstieg. Zumindest ist das bei mir so. Ich achte im Abstieg nach der Querung aber darauf die Abkürzung nicht zu verpassen, die ich beim Aufstieg entdeckt habe, was mir auch gelingt. Trotzdem ist der Gegenanstieg zum Drusator dann nochmal ziemlich hartes Leder. Auch der restliche Rückweg fühlt sich dann irgendwie länger an als gewollt, aber auch das ist ein allgemein bekanntes Phänomen.
Eintreffen bei der Carschinahütte um viertel vor sechs. Nach leckerem Abendessen verbringen wir den Abend gemeinsam auf der Terrasse und geniessen das Naturschauspiel von Sonne und Wolken...
Das gefürchtete Massenlager ist dann a) aufgeteilt in mehrere Räume (unser Zimmer ca. 12 Plätze) und b) glücklicherweise frei von Sägewerk, ein paar wenige Ausrutscher ausgenommen. Trotzdem dauert es eine kleine Ewigkeit bis ich Schlaf finde. Es schläft sich nun mal nirgends so gut wie zuhause im eigenen Bettele. ;-)
Am nächsten morgen starten wir wiederum um ca. acht und müssen tatsächlich gleich beim Start schon unsere Regenschutzverkleidungen montieren. Glücklicherweise flacht der Regen nach einer Viertel Stunde nochmals ab und erlaubt uns einen trockenen Abstieg bis St. Antönien Rüti, wo wir 5 Minuten später ins Postauto nach Küblis einsteigen dürfen. Ein bisschen Wehmut fährt schon mit nach Hause, dass wir den Prättigauer Höhenweg nicht zu Ende wandern konnten, aber auch die verkürzten Wanderferien waren ein wunderschönes Erlebnis.
countryboy & countrygirl
P.S. Zur Vorbereitung habe ich mich insbesondere der Berichte von


Nachtrag: Dazu noch eine inoffizielle Fortsetzung am darauf folgenden Wochenende.
Tourengänger:
countryboy

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