Drei Türme (Mittlerer Turm 2782 m und Großer Turm 2830 m) ab/bis Latschau


Publiziert von dulac Pro , 10. August 2014 um 21:48.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Rätikon
Tour Datum: 6 August 2014
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1850 m
Abstieg: 1850 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bus Nr. 1 Schruns-Bahnhof nach Latschau-Kraftwerk
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bus Nr.1 Latschau-Kraftwerk nach Schruns-Illwerkeplatz (= Hst. Tschagguns der S4 Schruns-Bludenz) oder je nach Anschluss weiter bis Schruns-Bahnhof
Kartennummer:map.geo.admin.ch

Die Drei Türme am Ende des Gauertals sind seit jeher eines der beliebtesten Fotomotive im Montafon. Wohl stehen sie direkt an der Grenze zum Prättigau, dennoch ist ihre Erscheinung von der schweizer Seite aus bei weitem nicht so suggestiv.

 

Lange Zeit war ich der Meinung gewesen, dass eine Besteigung den Kletterern vorbehalten wäre. Tatsächlich gilt das jedoch nur für den Kleinen Turm. Die anderen sind auch für gewöhnliche Berggänger ohne Kletterambitionen zugänglich. Allerdings ist entweder eine Zwischenübernachtung auf der Lindauer Hütte erforderlich oder eine Besteigung wird zu einer ausgedehnten Tagestour, erfordert der Aufstieg ab Latschau bis zur Hütte doch 750 zusätzliche Höhenmeter und rund 2 Stunden plus weitere anderthalb für den Abstieg.

 

Dennoch, wenn man früh genug aufbricht, sollte das nicht das Hindernis sein. Mit dem frühest-möglichen Zug angereist und anschließend mit dem Bus hoch nach Latschau konnte es bereits kurz nach 7 Uhr beginnen. Zunächst auf einem Fahrweg ins Gauertal hinein. Etwa auf halber Strecke besteht dann die Wahl, dem Fahrweg zu folgen oder, etwas kürzer, einen reinen Wanderweg zu nehmen.

 

An der Lindauer Hütte dann an der Südseite des Alpengartens entlang, der Wegweisung u.a. zum Drusator gefolgt. Der Steig durchquert zunächst das Latschengebiet nächst der Hütte, dann geht es in Kehren einen Wiesenhang hinauf bis bei P2170 der Steig zum Drusator nach rechts verlassen wird. Der „nicht markierte“ Steig ist entgegen der Ankündigung durch rote Striche und Steinmänner gekennzeichnet. Sowie durch deutliche Wegspuren. Manchmal allerdings auch in Varianten.

 

Nach dem Spora-Turm sollte es sodann den Sporatobel hinaufgehen, hatte ich in einer Beschreibung gelesen. Kurzzeitig war ich ein wenig im Zweifel, welches denn der Spora-Turm und der gleichnamige Tobel wäre. Doch auch das war bald geklärt: Beides war noch gut 10 Minuten entfernt.

 

Im Sporatobel dann über steile Schutthänge weiter in die Höhe. Vor dem Einstieg in eine seilversicherte Steilstufe war noch ein kleines Feld mit Restschnee zu queren, Konsistenz trittfest bis weich.

 

Vom Sattel dann in weniger als 30 Minuten über Steigspuren am Zustieg zum Mittleren Turm vorbei bis zum höchsten Punkt, dem Großen Turm. Dieser war kurz vor 12 Uhr und damit in etwas weniger als 5 Stunden ab Start in Latschau erreicht.

 

Die Aussicht war zu meiner Enttäuschung zunächst durch tiefhängende Wolken stark beeinträchtigt. Nach und nach zogen im Laufe der nächsten eindreiviertel Stunden jedoch in immer grösseren Bereichen die Wolken in die Höhe. Dadurch war auch die Zuordnung der Landschaften und Berge kein so grosses Ratespiel mehr wie zuvor als nur knappe Ausschnitte sichtbar waren.

 

Im Abstieg durfte der Mittlere Turm natürlich nicht ausgelassen werden. Die wenigen zusätzlichen Höhenmeter waren ohnehin nicht der Rede wert.

 

Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch auch hier dann der Abstieg wie bereits der Aufstieg. Auf der Lindauer Hütte allerdings jetzt noch eine ausgedehnte Rast mit Speis und Trank bevor danach der letzte Abschnitt unter die Füsse genommen wurde.

 

Am Ende der Tour am Speichersee in Latschau dann mit dem Bus hinab nach Tschagguns zum gleichnamigen S-Bahn-Halt. Die Bus-Haltestelle nennt sich Illwerkeplatz und ist nur wenige Meter von dem im übrigen eher unscheinbaren Haltepunkt entfernt. Der Ausstieg bereits hier und nicht erst am Endpunkt, dem Bahnhof Schruns, ist erforderlich, da sonst bei mancher Verbindung der Anschluss nicht mit Sicherheit erreicht wird.


Tourengänger: dulac

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Kommentare (13)


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countryboy Pro hat gesagt: Bravo
Gesendet am 10. August 2014 um 22:26
Eine stramme Tour hast du da absolviert und den Fotos nach geurteilt hat es sich wahrlich gelohnt!!

dulac Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. August 2014 um 19:41
Hi Yves

Herzlichen Dank für Deine anerkennenden Worte. Ja, es hat sich gelohnt, die Szenerie im oberen Abschnitt ist schon beeindruckend. Lediglich der viele bröcklige Schutt, speziell in den steileren Passagen, das war nicht so ganz nach meinem Geschmack.

LG Wolfgang

Grimbart hat gesagt: Hut ab,
Gesendet am 11. August 2014 um 11:00
die Tour an einem Tag durchzuziehen. Auf meinem Plan steht sie als Zweitagestour mit Übernachtung auf der Carschinahütte. Mal schauen ob sich heuer noch ein geeignetes Wochenende dafür findet.

lg
Erwin

dulac Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. August 2014 um 19:44
Hallo Erwin,

auch Dir besten Dank für Deinen Kommentar.
Ein wenig lang war´s ja schon. Aber wenn man früh genug starten kann …. Die schnelle Verbindung mit dem Railjet am Morgen war da wirklich optimal.

Der Aufstieg über die Carschinahütte wie Du ihn planst, ist zumindest in den Berichten hier auf hikr ja auch der wohl aus guten Gründen meistbegangene.

Bleibt nur zu hoffen, daß der diesjährige Sommer nun auch endlich liefert, was man von ihm eigentlich erwarten dürfte!

LG Wolfgang

Grimbart hat gesagt: RE:
Gesendet am 12. August 2014 um 18:38
Hm, am Schrunser Bahnhof haben sich an diesem Tag unsere Wege wieder gekreuzt: Du in der Früh nach Latschau und ich in Richtung Kops. Eine App, die Alarm gibt, wenn Hikr in der Nähe sind, wäre vielleicht mal was ...

Beste Grüße
Erwin

dulac Pro hat gesagt:
Gesendet am 13. August 2014 um 00:35
Hallo Erwin,

ein solches Feature ist tatsächlich schon einmal diskutiert worden. Wenn ich mich nicht täusche war das aber noch in der Vor-App-Ära.

In meinem Fall würde eine App aber auch nicht viel helfen, denn dazu müßte ich erst einmal ein Smartphone haben. ;-)

Vielleicht geht’s ja auch ohne: marmotta, den ich bis dahin auch nur virtuell kannte, habe ich diesen Winter auch so in Chur am Bahnhof erkannt und angesprochen. Ähnlich wie auch goppa und Begleitung vor kurzem auf dem Weg zur Kaltenberghütte.

Vielleicht gelingt das ja auch in unserem Fall: Wenn ich in Zukunft wieder im VVV-Raum unterwegs bin, werde ich ab jetzt jedenfalls noch genauer hinschauen, ob da nicht auch hikr Grimbart in der Nähe sein könnte. Wenn Du ab jetzt allerdings den Pkw vorziehst, könnte dies freilich etwas schwieriger werden. ;-)

LG Wolfgang

P.S. Daß Du auf Deiner schönen Tour zur Fädnerspitze die S-Bahn Hohenems ab 5.39 als langsam empfunden hast, kann ich nachvollziehen. Allerdings warst Du genau so schnell in Bludenz resp. Schruns wie ich mit dem schnellen Railjet Bregenz ab 5.47. Daß sich die anschließende Fahrt mit dem Bus bis Kops dann ewig zieht, läßt sich freilich nicht abstreiten.

Dennoch: Wenn wir in D ein ebenso gutes und preiswertes ÖV-Netz hätten wie Ihr in Vorarlberg, könnten wir uns die Finger schlecken.

Grimbart hat gesagt: RE:
Gesendet am 13. August 2014 um 19:46
Keine Sorge als Jahreskartenbesitzer werde ich weiterhin mit Öffis unterwegs sein. Nur an gewisse entlegene Orte - so wie Kops - ist die Benützung des PKWs eine Überlegung wert. Den Gedanken hatten an diesem Tag auch andere. In Partenen leerte sich der halbe Bus.

Lg Erwin


dulac Pro hat gesagt:
Gesendet am 14. August 2014 um 00:42
Jetzt bin ich wieder beruhigt!

LG Wolfgang

sven86 hat gesagt:
Gesendet am 13. August 2014 um 20:36
Gratulation zur Konditionsleistung!

Wegen der großen Höhendifferenz und einer Aversion gegen Schnarchkonzerte blieben diese großen Rätikonberge für mich bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte. Vielleicht sollte ich das doch noch einmal überdenken, Du hast gezeigt dass es geht.
LG, Sven

dulac Pro hat gesagt:
Gesendet am 13. August 2014 um 23:54
Hallo Sven,

ich bin mir sicher, daß Du das mit den Höhenmetern auch schaffst, zumindest mit ein bisschen Training. Ich habe das dieses Jahr auch bei mir erlebt. Letztes Jahr bei der ersten Tour im Sommer mit knapp 2000 hm kam ich im Abstieg schon recht auf dem Zahnfleisch daher. Diesen Winter war ich wesentlich aktiver als in den Vorjahren und da läuft´s jetzt im Sommer auch um einiges besser.

Auch ich bin kein Freund von Hüttenübernachtungen, mache drum fast ausschließlich Tagestouren. Doch bei nicht wenigen, besonders attraktiven, kommen halt doch ein paar Höhenmeter zusammen.

Versuch´s doch einfach bzw. taste Dich allmählich heran.

LG Wolfgang

Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 14. August 2014 um 07:06
Ciao Wolfgang

Gern bin ich da "virtuell" mitgegangen - habe ich doch damals Vergleichbares erlebt: lang, abwechslungsreich und sehr eindrücklich, die Tour - auch von der Garschina-Seite her!

Gratuliere, lg Felix

dulac Pro hat gesagt:
Gesendet am 14. August 2014 um 23:52
Hallo Felix,

das „Vergleichbare“ war – Ehre wem Ehre gebührt – tatsächlich doch noch wesentlich anspruchsvoller! Und traumhaftes Wetter hattet Ihr damals auch. So wundervolle Fernsicht hätte ich mir auch gewünscht.

Besten Dank für Deine Gratulation, und von meiner Seite eine nachträgliche an Ursula und Dich

LG Wolfgang

Felix Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 15. August 2014 um 08:20
Besten Dank zurück!
Die Wetterbedingungen waren damals echt traumhaft :-)

lg Felix


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