Niesengrat - Hoch über dem Kandertal und Simmental vom Niesen zur Mäggisserehore


Publiziert von Pavel , 23. November 2008 um 22:35.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum:26 Oktober 2008
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Niesenkette   CH-BE 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 870 m
Abstieg: 2450 m
Strecke:Niesen (2362 m) - Fromberghore (2394 m) - Drunengalm (2408 m) - Standhore (2339 m) - Steinschlaghore (2321 m) - Tschipparällenhore (2398 m) - Mäggisserehore (2347 m) - Frutigen (780 m)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit der Niesenbahn ab Mülenen
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bahnhof Frutigen
Unterkunftmöglichkeiten:Berghaus Niesen Kulm oder Biwak auf dem Gipfel
Kartennummer:1227 Niesen (1:25'000)

Am Vorabend mit der Bahn auf den Niesen hoch, im (sehr empfehlenswerten) Bergrestaurant Nachtessen und anschliessend auf dem Gipfel biwakiert, um das Tageslicht voll ausschöpfen zu können - es war ja genau das Wochenende der Umstellung auf Winterzeit.

Kurz nach Sonnenaufgang und einem wärmenden Tee im Berghaus sind wir bei perfektem Wetter losmarschiert. Bis zum Sattel zwischen dem Niesengipfel und dem Fromberghore hatten wir Zeit, um endgültig wach zu werden. Dank der "Plombierung" können die Wysse Zend mehr oder weniger gefahrlos passiert werden. Die Installation scheint professionell gemacht zu sein (geklebte Drahtbügel und ein neues Bergseil) und war in gutem Zustand. Auf diese Weise fangen meiner Meinung nach die Hauptschwierigkeiten eigentlich erst an... Der Grat ist bis zum Drunengalm lang, brüchig und anhaltend schwierig - T5/T6. Im Schatten bereits gefrorener Boden und vereinzelt Wassereis auf den Felsen, die Sonnseite recht trocken. Wenn es auf der Gratkante nicht weitergeht, finden sich die Umgehungsmöglichkeiten recht häufig auf der rechten Seite. Das Fromberghore ist mit geschätzten 20 Einträgen wohl einer der am seltensten besuchten Gipfel im Berner Oberland... Das Gipfelbuch hat etwas Wasser gesehen, und der Kugelschreiber hält auch nicht mehr allzulange - es wäre toll, wenn sich ein neuer Stift dazugesellen könnte. Vom Drunengalm folgt eine angenehme Höhenwanderung zum Standhore (T2/T3), wo es dann wieder zur Sache geht. Der folgende Abschnitt zum Steinschlaghore weist nun eine deutlich bessere Felsqualität als das Fromberghore auf (rauher und weniger brüchig) und ist etwas einfacher (T5). Vom Standhore über das Tschipparällehore zum Mäggisserehore ist der Weg nun blauweiss beschildert, im wesentlichen ein einziger Wegweiser und im Schlussaufstieg aufs Tschipparällehore ein paar hilfreiche Markierungen (T4), im Zweifelsfall halte man sich an die rechte Gratseite. Die Fortsetzung zum Mäggisserehore ist in etwa gleich schwierig (T4), aber nicht markiert (zumindest hab ich nichts gesehen).

Der Gipfel des Mäggisserehore ist dann weit häufiger besucht. Was den Bergweg und den Abstieg vom Mäggisserehore angeht, schliesse ich mich dem Bericht von Aendu an - die ersten 500 Höhenmeter nicht gerade knieschonend direkt in der Fallinie angelegt, dann eher mühsame Wegfindung - Hauptache runter. Darum steht wohl im Führer von Ueli Mosimann "dem lokalen Bergwegnetz entlang nach Frutigen", im unteren Teil ist oft gar nicht mehr klar, wo es denn nun durchgeht...

Insgesamt eine lange, anspruchsvolle Tour, die man nicht unterschätzen sollte. Wer den Herausforderungen gewachsen ist, wird über lange Strecken die Ruhe in den Bergen geniessen können. Wers nicht über die ganze Länge durchziehen will, kann ab dem Drunengalm eigentlich von jedem Gipfel wieder ins Tal absteigen - je nachdem gehts besser Richtung Simmental oder Kandertal. Der Herbst ist sicher die idealste Jahreszeit für diese Tour und auch da waren bei mir 2 Liter Wasser knapp...

An dieser Stelle ein grosses Merci an Roger!


Tourengänger: Pavel

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