Niwärch - neues Werk


Publiziert von laponia41 Pro , 4. Oktober 2010 um 10:00.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum: 2 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:15 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Ausserberg
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Eggen

So neu ist das Niwärch - das neue Werk - natürlich nicht. Ursprünglich holten die Ausserberger ihr Wässerwasser mit einer unglaublich kühnen und gefährlichen Leitung aus dem Bietschtal. Als dann aber im Jahr 1311 bei Arbeiten am "Chänilwasser" in der Nähe der Leiggernkapelle zwölf Menschen ums Leben kamen, wurde mit dem Bau des Niwärchs begonnen.

Im Jahr 1972 wurde der grosse Niwärch-Stollen eröffnet. Das historische äussere Niwärch wurde von der SAC Sektion Blüemlisalp als spektakulärer Zugang zur Baltschiederklause sorgfältig restauriert und so trittsicheren und schwindelfreien Wanderern zugänglich gemacht. Erfreulich natürlich, dass die Suone auch Wasser führt.

Meine erste und letzte Begehung des Niwärchs geht auf das Jahr 2001 zurück. Nach einer Wanderung ins Baltschiedertal wählten wir den Rückweg über das Niwärch, weil meine Begleiterin dunkle Stollen nicht liebt. Unterwegs in den ausgesetzten Stellen wollte sie dann umkehren, es brauchte einige Überredungskünste, und ihre Angst übertrug sich auch auf mich. Wohl deshalb hatte ich bei meiner zweiten Begehung ungute Gefühle. Merkwürdig war dann, dass die in meiner Erinnerung unglaublich exponierten und ausgesetzten Stellen mit wackeligen Brettern und losen Seilen gar nicht kamen. Es ist aber eine Tatsache, dass sich Unsicherheit und Angst des Geführten auf den Führer übertragen kann - und dieses Problem hatte ich heute nicht.

Für Details dieser Suone verweise ich auf die Bildkommentare. Eigentlich könnte man an das Niwärch auch noch die Gorperi oder die Ladneri dranhängen. Diesen prächtigen Herbsttag wollte ich aber geniessen und nahm deshalb in Ze Steinu den steilen Anstieg zum Alpdörfchen Erl (auch Eril genannt) in Angriff. Eril ist für mich ein sensationeller Ort, hoch gelegen, nur auf schmalen Wegen zugänglich, keine fetten Kuhweiden, aber trotzdem alle Hütten sorgfältig unterhalten.

Nach kurzem Abstieg in einen Bachgraben begann der zweite Anstieg hinauf zur Honalpa. Beim Kreuz verweilte ich längere Zeit und genoss die unglaubliche Aussicht. Anschliessend folgte die lange Traverse hoch oben in der Ostflanke des Baltschiedertales zur kleinen Kapelle bei Honegga. Hier bat mich ein Wanderer mit nacktem Oberkörper beim Abstieg nach Finnu sein verlorenes Hemd zu suchen.... Das erinnerte mich an einen Bergführer, der mir einschärfte, nie etwas lose aussen auf dem Rucksack zu tragen.

Unten in Eggen kam dann zufälligerweise ein Postauto, das mir unten in Visp einen schlanken Anschluss und eine schnelle Heimreise ermöglichte.

Ein Hinweis für Fotografen: Das Niwärch ist am Vormittag besonnt, liegt am Nachmittag im Schatten. Bei der Gorperi ist es genau umgekehrt.

Route: Ausserberg Station - Ausserberg Dorf - Choruderri - Niwärch - Ze Steinu - Erl - Furggbach - Honalpa - Honegga - Chaschtler - Finnu - Eggen - (Eggerberg)


Tourengänger: laponia41


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Kommentare (5)


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Gelöschter Kommentar

laponia41 Pro hat gesagt: RE:Da war noch eine zweite Suone dabei!
Gesendet am 8. Oktober 2010 um 10:15
Hallo muscat

Danke für deine Informationen. Eine Bemerkung noch zum Aufstieg von Ze Steinu nach Erl: Anfang Juli ist der lange steile Hang weiss von Paradieslilien. Ich bin da mal fast ausgeflippt......

Herzliche Grüsse
Peter

Felix Pro hat gesagt: Paradieslilien
Gesendet am 18. November 2010 um 15:37
auch deshalb: muss ich da hin ... wenn ich besser zu Fuss bin. Wird wohl zu früh sein an der Niwärch-Putzete im Mai ...

Danke, lg Felix

Felix Pro hat gesagt: DAS Niwärch -
Gesendet am 18. November 2010 um 15:41
das ist in unseren Köpfen fest drin ...
Einerseits als Zustieg zum Klettersteig zur Wiwannihütte - nun mit deinem tollen Bericht, Peter, als erste Etappe, welcher dann der Aufstieg nach Eril folgen würde ...

Sehr schön gemacht (bei dir beinahe überflüssig zu erwähen ...): vielen Dank und lieber Gruss

Felix

laponia41 Pro hat gesagt: Eril...
Gesendet am 18. November 2010 um 15:45
Ende Mai hat es Richtung Eril oft noch viel Schnee. Die Paradieslilien blühen erst Anfang Juli. Von Eril zur Honalpa möchte ich das nächste Mal eine obere Variante machen. Melde dich doch bei Gelegenheit. Ich komme gerne mit!

LG Peter


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