Nadelhorn 4327m


Publiziert von Bombo , 2. August 2009 um 14:07.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:24 Juli 2009
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1990 m
Abstieg: 1990 m
Strecke:Bergstation Hannig - Hüttenweg - Mischabelhütten - Nadelhorn - gleicher Weg zurück
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Saas Fee - (mit Bahn zur Station Hannig) - Hüttenweg - Mischabelhütte AACZ
Unterkunftmöglichkeiten:Mischabelhütte, 027 957 13 17
Kartennummer:LK 1:25'000, Bl 1328 "Randa"

Walliser Woche - 4 x 4000 - Nadelhorn 4327m


Für Bubu sollte es der erste 4000er sein  - die meisten wählen hierfür das Allalinhorn, das Zermatter Breithorn, das Bishorn oder den Weissmies. An das Nadelhorn denkt man weniger - steht es doch sehr spitzig in der sonst sehr abweisenden Mischabelgruppe direkt neben der Lenzspitze und dem "kleinen" Stecknadelhorn. Hier sollte sie ihren ersten richtigen Höhenrausch feiern - Nadelhorn, wir kommen!

Von Saas Fee 1800m aus gondeln wir zur Bergstation Hannig 2336m. Dem Wegweiser folgend geht's auf dem spannenden und fast schon klettersteig ähnlichen, blau-weiss markierten, Hüttenweg zur Mischabelhütte AACZ 3335m. Ein wenig militärisch ist dort die Organisation - gewöhnungsbedürftig, aber uns hat dieses System bestens gepasst und wer mit dem trockenen Walliser Humor keine Probleme hat, der wird sich dort auf alle Fälle wohl fühlen.

Beim Abendessen sehen wir, wie es draussen regnet - wir sind erst recht gespannt, wie der Gipfeltag aussehen wird...

Früh morgens verlassen wir bei Nebel und einer Neuschneeschicht die Hütte und folgen den weissen Markierungen auf dem Ostgrat des Schwarzhorn. Auf ca. 3600m verlassen wir diesen und steigen über den Hohbalmgletscher (anseilen, Spalten!) zum Windjoch 3850m hoch. Dieses trägt dem Name alle Ehre - hier heisst es Kapuzze rauf und rein in den "Sturm". Wir sind die zweite Seilschaft, entsprechend geniessen wir auf dem Nordost-Grat des Nadelhorns die bereits gelegten Spuren vor uns. Die meisten kleinen Felshinternisse umgehen wir rechts (geführte Seilschaften überklettern diese, ist einfacher und sicherer, kostet jedoch mehr Zeit) und stehen dann schon bald vor dem Gipfelaufbau (Uebergang des Grates von Schnee zu Fels).

In der Führerliteratur wird geraten, bei eisigen Verhältnissen bereits am Anfang auf den Felsgrat zu steigen - lemmigeffektmässig folgen wir den Spuren der ersten Seilschaft und steigen so die ersten Meter rechts des Grates hinauf. Irgendwann waren dann auch wir praktisch im Blankeis und es war höchste Zeit, nach links auf den Grat zu steigen. Von hier ist der Aufstieg mehr oder weniger problemlos - immer wieder gibt es genug Sicherungsmöglichkeiten um Felsen herum. Die letzten Meter zum Gipfelkreuz werden dann doch wieder mehr ausgesetzt vollbracht - eigentlich kein Problem, wenn die stürmischen Windböen nicht wären. Vorsichtig trotzen wir Mutter Natur und geniessen bei Prachtswetter das Panorama auf dem Gipfel des Nadelhorn 4327m. Vorallem die Lenzspitze mit der steilen Nordost-Wand lässt einem das Blut in den Adern gefrieren - steigen hier doch täglich wagemutige Alpinisten hoch (wenige Tage nach unserer Besteigung auf das Nadelhorn mussten übrigens mit dem Heli Alpinisten aus der Wand gerettet werden).

Der Wind wurde nicht schwächter, im Gegenteil, entsprechend schnell verliessen wir den Gipfel wieder und stiegen über den selben Weg zurück zur Mischabelhütte. Leider verpassten wir beim Windjoch noch den Aufstieg zum Ulrichshorn 3925m - erst oeben steht tatsächlich eines!) gesessen - aber eben, bei dieser Tour zählt das Nadelhorn und alles andere wäre nur noch für die Statistik gewesen.

Noch am gleichen Tag steigen wir von der Hütte über den Hüttenweg zur Bergstation Hannig, wo wir dann wieder gemütlich nach Saas Fee zu unserem "Basis-Lager" (Hotel Gletschergarten, sehr zu empfehlen!!) gondeln.

Gratulation Bubu zu Deinem ersten 4000er! In den kommenden Tagen werden noch weitere 3 dazukommen :-)



Tourengänger: Bombo, Bubu

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