Überschreitung Schafbergchöpf und Jöchli Westrippe


Published by Alpin_Rise , 22 October 2014, 16h33.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:26 September 2014
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: IV (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Alpstein   CH-SG   CH-AI 
Height gain: 1350 m 4428 ft.
Height loss: 450 m 1476 ft.
Access to start point:cff logo Wildhaus Post

Die Traverse der Schafbergköpfe hat seit der Begehung von Delta und Maveric wieder eine bescheidene Beliebtheit erlangt. In der Tat ist die Tour überaus lohnend und vor allem landschaftlich ein Leckerbissen. Ein langer Zustieg und der doch recht unzuverlässige Fels werden auch in Zukunft nicht viele Aspiranten anziehen: für Alpinwanderer ists zu schwierig und für Sportkletterer zu einfach und zu schlecht bzw. gar nicht eingerichtet.
Auf der Suche nach "neuen" Wegen im Toggenburg ist mir schon seit längerem die Westseite des Jöchliturms aufgefallen. Praktisch alle Begher erreichen den Gipfel in einem kurzen Abstecher von Osten, vom Jöchlisattel. Wie vermutet ist der Fels am Jöchli West von bester Qualität, allerdings ists bei genauerer Betrachtung nicht der Westgrat die Route der Wahl, sondern die Rippe etwas südlich davon - sie ist zwar kurz, aber ein wahrer Leckerbissen abseits der ausgetrampelter Alpsteinpfade.


Ein alter Alpsteinklassiker und ein "neuer" Leckerbissen an der Jöchli Westrippe

Auf eine weitere detaillierte Beschreibung verzichte ich, denn die Schafbergchöpf wurden in den letzten Wochen ausgiebig geschrieben und bebildert. Der unvergleichlicher Begleiter Ossi hat unsere Tour hier festgehalten, Delta hat drei Tage später nachgedoppelt und jfk kletterte als als letzter hikr obendrüber.

In welcher Richtung packt man nun die Überschreitung am besten an? Die Topografie gibt keine klare Auskunft darüber, in welchem Sinn die Traverse am besten angegangen wird. Klassisch Ost-West hat einige Vorteile und ist auch eine Spur einfacher:
  • Die beiden schmalen, sehr ausgesetzen Reitpassagen werden ansteigend bewältigt, was viel angenehmer und einfacher ist.
  • Der grasige, östlichste Kopf (der sog. Vorgipfel) wird über den sehr ausgesetzten, steilen Ostgrat erstiegen, was im Aufstieg einfacher ist.
  • Die nominal schwierigste, aber nicht ausgesetzte Kletterstelle  (ein Zug IV) im Kamin, der den felsigen Grat vor Kopf I gewinnt, muss nicht abgeklettert werden.
  • Im finalen Abstieg vom Grat (III. bzw. IV. Kopf) kann an Felszacken abgseilt werden; die brüchige Schrofenflanke darunter im unteren T6 sollte nach der Überschreitung kein Kopfzerbrechen mehr bereiten.
Wir entschieden uns spontan für West-Ost, da diese Richtung noch unbeschrieben war und wir so direkt an den Westfuss des Jöchli gelangten. Dort wurden wir auch von einem Rudel Steinböcken empfangen und wurden vom Chefbock persönlich begutachtet, während wir im festen Schrattenkalk der Jöchli Westrippe aufwärts turnten. Die Schwierikgeiten liegen im oberen zweiten Grad und können beliebig vergrössert werden, links und rechts unserer Aufstiegsrinne locken kompakte Platten.
jfk und 560 haben die Rinne linkerhand begangen. Sie bietet allerdings nicht ganz so guten Fels, ist dafür auch etwas einfacher (T5, II).
Interessanterweise empfiehlt der Alpsteinführer von 1925 den Zustieg zu den Schafbergchöpf via Jöchli, mit dem Abstieg über die hier beschriebene Westflanke. Die Mulde zwischen Schafbergchöpf und Jöchli kann auch über direkt von Süden einen steilen Schrofenhang (T6) erreicht werden.

Auf dem Jöchli - meiner Ansicht nach einer der schönsten Alpsteingipfel - verabschiedet sich Ossi zu Tale. Wir gönnen uns viel Zeit, da nur noch der Abstieg in die Zwinglipasshütte wartet. Und den Luxus eines Sonnenuntergangs der Extraklasse, den wir auf der Loge des Nädligergrates geniessen. In der Zwinglipasshütte werden wir vorzüglich mit allem drum und dran bekocht. Herzlichen dank der Hüttencrew, welch Unterschied zur spartanischen Bewirtung, die dort noch vor wenigen Jahren üblich war!

Am nächsten Tag dann der Abstieg ins Tal, mit einem Abstecher in den neuen Klettergarten und zum Tristen.

Hike partners: Alpin_Rise, ossi, TinaTurner


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Comments (4)


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Nic says: Top Unternehmung!
Sent 22 October 2014, 16h43
Als fleißiger Leser deiner Berichte, muss ich jetzt doch mal zu deinen genialen Touren und schönen Fotos gratulieren!

VG Nico

Sent 22 October 2014, 16h49
...ganz großes Kino - starke Bilder:-)

Grüße aus Oberbayern
Peter

Bombo says:
Sent 22 October 2014, 17h07
Hey Rise

Ich hab' irgendwie das Gefühl, dass es bei Dir aktuell nur so von Lebenskraft blüht und sprüht - das gefällt mir riesig, genau so wie Deine Bilder - fantastisch!

Wird mal wieder Zeit auf ein gemeinsames Rock'n Roll - mit Vorteil dann auf edlem Weiss mit Holz unter den Füssen!

Cheers
Bombo

marmotta says:
Sent 22 October 2014, 19h00
Tolle Tour und klasse Fotos!!


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