Alphubel (4206m) via Feechopf (3888m) und Eisnase


Published by أجنبي , 10 September 2013, 01h09.

Region: World » Switzerland » Valais » Mittelwallis
Date of the hike: 3 September 2013
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Mountaineering grading: PD+
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Height gain: 900 m 2952 ft.
Height loss: 1900 m 6232 ft.
Route:Mittelallalin – Feegletscher – Feejoch – Feechopf – Alphubeljoch – Eisnase – Alphubel – Feegletscher – Längflue – Spielboden
Access to start point:Auto bis Saas Fee, LSB bis Felskinn, Metro Alpin bis Mittelallalin
Access to end point:LSB ab Spielboden, Auto ab Saas Fee
Accommodation:Pension Saaserheim
Maps:LK 1:25.000: 1328 Randa

Nachdem wir am Vortag *vom Allalinhorn zurückgekehrt und die Wetterprognosen studiert hatten, begruben wir unseren Plan, am Mittwoch noch den Dom zu besteigen. Es war uns schlicht zu warm für eine lange Gletschertour, insbesondere als Zweierseilschaft. Stattdessen fiel unsere Wahl auf den Alphubel. Noch ein paar Tage zuvor sagte ich zu Madame, der Hügel sei mir viel zu langweilig. Als wir dann aber auf die Variante über Feechopf und Eisnase aufmerksam wurden, änderte sich meine Haltung.

 

Morgens um 6.15 Uhr fanden wir uns also erneut bei der Seilbahnstation in Saas Fee ein. Diesmal ging's bis ganz hoch, d.h. bis zur Station Mittelallalin. Um 7.10 Uhr waren wir startklar und liefen erst Mal der Skipiste entlang, bis wir uns anseilten. Erneut wählten wir jene Spur, die unter den Gletscherabbrüchen durch führte. Seit dem vergangenen Nachmittag war dort bereits wieder einiges abgegangen.

 

Nach rund einer Stunde erreichten wir den Einstieg des O-Grats zum Feechopf und verstauten die Steigeisen. Madame stieg – wie so oft – vor. In der Tat schaut der Grat schwieriger aus, als er ist. Hin und wieder weicht man etwas nach links oder rechts in die Flanke aus, kraxelt dann aber sobald als möglich zurück auf den Grat. Ein offensichtlich schwieriger Turm wird links umgangen. Im letzten, steilen Aufschwung zum Gipfel klettert man einen leichten Kamin hoch und erreicht dann den schmalen, aber einfachen Gipfelgrat, an dessen Anfang man eine Sicherungsstange findet.

 

Der Fels ist zwar etwas brüchig, die Griffe jedoch meist solide. Möglichkeiten für eine Sicherung an Felszacken sind eher spärlich vorhanden. Wir absolvierten die Kraxelei am kurzen oder halblangen Seil, wer sich sicher fühlt könnte aber auch gut auf Seilsicherung verzichten. Der Grat ist insgesamt recht schmal, weshalb ich um die Sicherung froh war.

 

Nach einer Dreiviertelstunde, um 9 Uhr, erreichten wir den Gipfel des Feechopfs. Mein Sicherungsbedürfnis hatte uns natürlich – wie so oft – gebremst. Ansonsten liesse sich der Grat wohl auch gut in einer halben Stunde bewältigen, denn lang ist er nicht.

 

Im Gegensatz zum Vortag wehte kaum Wind und die Sonne brannte erbarmungslos. Wir pausierten nicht allzu lange, denn wir hatten ja noch einen langen Abstieg über den Feegletscher vor uns. Ein Bergführer, der am Vortag über die Eisnase auf den Alphubel gestiegen war, hatte unseren Eindruck von guten Verhältnissen bestätigt, weshalb auch wir uns für den direktesten Aufstieg vom Alphubeljoch entschieden.

 

Der Grat, welcher vom Joch zur Eisnase führt, ist anfangs ziemlich breit, wird dann aber zusehends schmaler. So schmal wie auf dem Weissmies war er aber nirgends. Der Schnee war bereits ziemlich nass, hin und wieder lugte etwas Eis hervor. Nach dem Grat kam eine kurze Stelle mit etwas Geröll, bevor wir unter der Eisnase standen. Im Zickzack ging's nun mässig steil in die Höhe. Die Spur war teils etwas eisig, insgesamt aber sehr gut. Danach folgte die Traverse nach links, wo wir uns besonders konzentrierten. Dort zu stolpern ist eine schlechte Idee. Aufgrund der guten Verhältnisse kam uns die Übung schliesslich aber bedeutend angenehmer vor als letzthin die Blankeispassage am Gipfelgrat des Galenstocks. Wenn die Eisnase blank ist, gestaltet sich der Aufstieg aber wohl als recht heikel bzw. muss geschraubt werden.

 

Schneller als erwartet legten wir also den Aufstieg über die Eisnase hinter uns und erreichten um 10.40 Uhr den Ausstieg und wenig später das Gipfelplateau des Alphubels. Neben einer weiteren 2er-Seilschaft waren wir die Einzigen dort oben. Trotzdem verweilten wir auch hier nicht lange, zu sehr fürchteten wir einen Abstieg in pflotschigem Schnee. In der Tat war der Schnee stellenweise schon recht weich, die zahlreichen, teils enorm grossen Spalten im Abstieg liessen sich aber gut orten und überschreiten bzw. umgehen. Der Schweiss schien in Litern zu fliessen, während der Abstieg nicht enden wollte. Um 12.30 Uhr verliessen wir schliesslich bei der Längflue den Gletscher und gönnten uns eine richtig lange Pause.

 

Da die Seilbahn von der Längflue zurzeit nicht fährt, mussten wir weiter zum Spielboden absteigen. Dafür hatte ich extra kurze Hosen mitgeschleppt und war nun froh darüber. Eine Enttäuschung war hingegen das Restaurant auf dem Spielboden. Wir warteten geschlagene 20 Minuten, bis wir endlich unser Panache bestellen konnten. Bis dieses dann den Weg an unseren Tisch fand, verstrichen erneut zehn Minuten. Anderen Gästen erging es gleich. Ein zweites Mal werden wir dort kaum einkehren.


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Comments (15)


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Vauacht says: Photos
Sent 10 September 2013, 05h55
Hey, absolut geniale Bilder, was fuer einen Prachtstag habt Ihr erwischt!

Und Gratulation zur Eisnase! Stand bei mir dieses Jahr auch auf der Liste, aber das liebe Wetter...man kanns halt nicht bestellen :)

Gruesse und allzeit gute Touren!

أجنبي says: RE:Photos
Sent 10 September 2013, 09h09
Danke danke!
Können uns wahrlich nicht über's Wetter bescheren. Eigentlich seit Anfang Juli nicht... ;-)

simba says: Super Bilder!
Sent 10 September 2013, 09h26
Kann man nur gratulieren!
Was mich noch interessieren würde? Gibt es eine Bergfahrt von Alpin-Express und Tunnelbahn vor 7:00 Uhr? Wir waren Ende Juli in Saas Fee und dort erhielten wir auch vom Bergbahnbüro die Auskunft, dass man frühestens um 7:00 Uhr los könnte.
Weisst du eventuell etwas Gegenteiliges? Eure Abmarschzeit um 7:10 Uhr spricht ja dafür, dass ihr deutlich vor 7:00 Uhr in Saas Fee gestartet seid...oder gibt es gegen Ende der Saison Zusatzspeed bei den Bahnen ;)
Danke für die Auskunft...und nochmals für den Bericht!

Beste Grüße
Si

أجنبي says: RE:Super Bilder!
Sent 10 September 2013, 09h30
Hahaha, "Zusatzspeed"! ;-)
Die erste Bahn fuhr (nicht im Fahrplan) um 6.15 Uhr ab Felskinn. Dort hatten wir sogleich Anschluss an die Metro Alpin (wohl so um 6.45 Uhr herum). Soweit ich weiss, ändert sich das aber je nach Saison. Wir haben deshalb zuerst auch bei den Bahnen angerufen und nachgefragt.
Entweder war's im Juli bei euch also wirklich so, dass die erste Bahn um 7 Uhr fuhr (was mich wundern würde) oder die haben euch irgend einen Käse erzählt.

simba says: RE:Super Bilder!
Sent 10 September 2013, 09h34
Merci für die schnelle Antwort...
Muss da wohl an die falsche Ansprechperson geraten sein...
Besten Dank!
Si

roger_h Pro says: RE:Super Bilder!
Sent 10 September 2013, 09h38
Diese Erfahrung habe ich sowohl in Saas Fee wie auch in Zermatt gemacht. Je nachdem, wen ich gefragt habe, habe ich unterschiedliche Auskünfte bekommen, wann die erste Bahn fährt bzw. wollen offensichtlich nicht alle die allererste Bahnfahrt erwähnen, um die Benutzung einzuschränken evtl.!?

simba says: Ärgerlich...
Sent 10 September 2013, 09h41
In meinem Fall ging das allerdings zu Lasten der Bergbahnen Saas Fee, weil uns das Zeitfenster für die geplante Tour (Feechopf, Alphubel, Nordgrat, Weingartengletscher; Täschalp, letztes reguläres Anruf-Taxi, Täsch) aufgrund der späteren Abfahrt zu eng war...
Maybe next time :)

orome says: RE:Super Bilder!
Sent 10 September 2013, 09h51
Zumindest in Saas Fee ist das so, die erste fahrt ist nicht vermerkt, bzw. wird nicht angegeben. Vielleicht damit sich die Einheimischen nicht mit zu vielen Touristen herumschlagen müssen, ähnlich zur absurden Regelung auf der Hörnlihütte?!

roger_h Pro says: RE:Super Bilder!
Sent 10 September 2013, 09h53
Tja, keine Region schafft den Spagat zwischen Tourismusregion und Unfreundlichkeit bzw. fehlendem Servicegedanken besser als das Wallis... :-|

أجنبي says: RE:Super Bilder!
Sent 10 September 2013, 09h53
Keine Ahnung, vielleicht hat's auch mit dem Skizirkus zu tun. Denn die kommen auch dann und werden - zum Glück - erst fünf Minuten später hereingelassen. Zum Schutz der Bergsteiger, denn sonst würde man wohl platt gewalzt, bevor man die erste Luftseilbahn erreicht.

simba says: Skifahrer-Plattwalze in der 1. Gondel
Sent 10 September 2013, 09h55
Diese neue objektive Gefahr auf Hochtouren war mir bisher unbekannt...muss mich dringend mal wieder fortbilden ;)

Weiss man denn wie viel vor der regulären ersten Bahn die unreguläre erste Fahrt in der Regel stattfindet? Dann könnte man zumindest spekulieren....

أجنبي says: RE:Skifahrer-Plattwalze in der 1. Gondel
Sent 10 September 2013, 11h11
Glaub's (ohne Gewähr) diesmal fuhr die erste reguläre Bahn um 7 Uhr ab Saas Fee, wären dann also 45min Unterschied.

Neben der Walze besteht eine weitere Gefahr darin, Nahkontakt mit einem Ellbogen zu erfahren oder ein Auge durch angeschleppte Torstangen ausgestochen zu kriegen. Am Besten also man trägt bereits zu dieser Zeit Sonnenbrille - und greift notfalls zum Eispickel.

Die einheimischen BF schienen auch recht genervt zu sein vom rücksichtslosen Verhalten dieser Pistenturbos...

Deleted comment

أجنبي says: RE:Skifahrer-Plattwalze in der 1. Gondel
Sent 10 September 2013, 12h23
Na, die können nur bis 13 Uhr trainieren, weil dann die Lifte zu gehen und der Schnee nix mehr ist. Um 6.15 Uhr kommen v.a. auch mal die Trainer, welche die Tore ausstecken und Zeugs installieren müssen. Deshalb der Stress. Aber anständig Verhalten kann man sich auch unter Zeitdruck...

TeamMoomin says: Sehr
Sent 10 September 2013, 12h27
schöne Kontrastreiche Bilder, gefallen mir sehr, und ein guter Text ist gespeichert, merci!

Lg Oli


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