COVID-19: Current situation

Hohlaubgrat, Feechopf und Alphubel


Published by Scout , 9 July 2013, 14h23.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike: 7 July 2013
Mountaineering grading: PD+
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Time: 9:45
Height gain: 1600 m 5248 ft.
Height loss: 2200 m 7216 ft.
Access to start point:Mit Bahn und Bus nach Saas Fee, weiter mit der Seilbahn zur Bergstation Felskinn.
Access to end point:Seilbahn ab Spielboden nach Saas Fee. (Bahn ab Längflue nicht in Betrieb)
Accommodation:Britanniahütte SAC

Der Hohlaubgrat war schon letztes Jahr auf der Wunschliste, aber damals hat's nicht gepasst.
Nachdem ich erfuhr, dass jetzt ideale Verhältnisse herrschen, stand das Ziel für dieses Wochenende schnell fest.
Etwas speziell war die "Konstellation": eigentlich war geplant, dass meine Partnerin und ich wieder einmal getrennt, mit Kollegen auf Tour gehen. Da sich der Hohlaubgrat dann aber bei allen als Wunschziel abzeichnete, landeten wir schliesslich zu viert in der Britanniahütte.

Vor dem Aufstieg zur Hütte gingen Stef und ich noch im "Feechi" klettern:
sehr empfehlenswerter Klettergarten mit schönen Routen im Bereich 6a - 6c
(und auch darüber). Das lange Seil (man braucht min. 60, besser 70m), Kletterfinken, Express etc. deponierten wir nach dem Klettern im Gepäckschliessfach im Busterminal Saas Fee.

Danach mit der Seilbahn nach Felskinn und hinüber zur Hütte.
Der Betrieb auf der Britannia ist gut organisiert: beim Anmelden erhält man einen Zettel mit Zimmer- und Bett-Nr., Nacht- und Morgenessens-Zeit und dem Tisch.
Frühstück gibt's für die, die den Hohlaubgrat ansteuern um 4.00h.
Kurz nach halb fünf standen wir (als Viererseilschaf) fertig angeseilt auf dem Schneefeld unter der Hütte.
Der Gletscher ist noch so gut eingeschneit, dass man ihn fast für spaltenfrei halten könnte, wüsste man es nicht besser. Der Schnee ist trotz den hohen Tagestemperaturen perfekt gefroren über Nacht.
Daher kamen wir zügig vorwärts und erreichten den Grat kurz vor 6.00h etwas oberhalb von P.3337.

Hier teilten wir uns wie im Voraus abgemacht auf zwei Zweierseilschaften auf.
Stef und ich hatten vor, nach dem Allalinhorn noch weiter über den Feechopf und
ev. die Eisnase auf den Alphubel zu gehen.
Die beiden Anderen planten "nur" den Hohlaubgrat mit dem Abstieg zum Felskinn,
denn die "Metro Alpin" musste am Sa. Nachmittag auf Grund technischer Probleme
den Betrieb einstellen. Dieser Umstand bewirkte, dass der sonst an einem schönen Sonntag zu erwartende Rummel auf dem Allalin ausblieb.

Die Verhältnisse am Grat waren wirklich bestens: hart gefrohrener Trittschnee in Hülle und Fülle.
Etwas mühsam und Kraft raubend war die Tatsache, dass die Spur durch Seilschaften, die am Sa.-Nachmittag über den Grat abstiegen, z.T. ordentlich "gepflügt" war. So waren die Tritte tief und für den Aufstieg weit auseinander.
Der Felsriegel schaut erst zu zwei Drittel aus dem Schnee: die plattige Stelle am Anfang suchten wir vergeblich. Bei diesen Verhältnissen ist der Hohlaubgrat einfach schön und genussvoll, eindeutig WS und nicht ZS wie im SAC-Führer steht.
Das Anstehen am Felsriegel hielt sich in Grenzen: vor uns waren nur zwei Seilschaften,
und die hatten keine Mühe mit der Kraxelei.
Da uns am Gipfel ein etwas frischer Wind empfing, verlegten wir die erste längere Pause ins Feejoch.
Aussicht geniessen und ein paar Fotos mussten auf dem Gipfel natürlich trotzdem sein.

Im Feejoch beschlossen wir, über den Feechpof weiter zu gehen:
Es war noch früh genug (ca. 8.30h) und meine Beine, die mich im Felsriegel mit leichten Krämpfen plagten, fühlten sich auch wieder besser an.

Das Kraxeln über den z.T. etwas exponierten Grat ist herrlich. Und deutlich einfacher als man von weitem vermuten würde. Die Angst vor neuen Krämpfen liess mich etwas verhalten Klettern, aber Spass hat's natürlich trotzdem gemacht.

Im Alphubeljoch machten wir noch einmal Pause. Unterdessen war es schon recht warm geworden und der Schnee begann oberflächlich sulzig zu werden. Er trug unser Gewicht aber immer noch perfekt.
Also weiter über die "Eisnase" auf dem Alphubel!
Die Spur war hier in bestem Zustand, aber die Müdigkeit und die Höhe machten sich nun doch bemerkbar. Im oberen, steilen Teil mussten wir ordentlich "beissen".....
Gefühlt brauchten wir eine Ewigkeit für diesen Abschnitt der Tour.
Aber Zeit ist ja bekanntlich relativ und die Uhr zeigte auf dem Alphubel genau 11.00h.

Hier war es so warm und windstill, dass man sich einen Liegestuhl und ein kühles Getränk gewünscht hätte....
Dass der Abstieg eine eher unerfreuliche Pflichtübung werden könnte, war klar.
Wir fantasierten von einem Helikopter, der uns Skis und Skischuhe bringen würde.....
Leider warteten wir vergeblich, so dass wir uns um viertel vor zwölf wiederwillig zu Fuss auf den Weg machten.

Dass es trotz "Antistoll-Platten" Stollen an den Steigeisen gibt, hatte ich schon erlebt,
dass es aber gut Faust grosse "Stollen" am Pickelschfat gibt noch nicht....
Viel mehr gibt's über den Abstieg zur Längfluh nicht zu erzählen, ausser einem kleinen Verhauer am Anfang (zu weit Richtung Mischabeljoch gelaufen) und der Tatsache, dass der Feegletscher viele z.T. grosse Spalten hat.
Nach zwei Stunden war die Schinderei überstanden und wir konnten auf der Längfluh Seil und Steigeisen versorgen. Ausserdem nutzen wir die Pause, um den Bus von Saas Fee nach Visp zu reserveiren. Das sollte man am Wochenende unbedingt tun!
Die letzten 420hm zur Berstation Spielboden konnten wir dann zum grössten Teil auf gut tragendem Schnee abrutschen, so dass wir nur gut 1/4h brauchten.

So blieb uns in Saas Fee nach dem Schliessfach ausräumen noch genügend Zeit, diese wunderschöne aber anstrengende Tour mit einem Glace und etwas kühlem zu Trinken zu krönen.

Hike partners: Scout


Gallery


Open in a new window · Open in this window


Post a comment»