Heisser Stein - Schwan abgesoffen


Published by Henrik , 19 September 2012, 18h49.

Region: World » Switzerland » Aargau
Date of the hike:15 September 2012
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-AG 
Time: 4:00
Height gain: 400 m 1312 ft.
Height loss: 380 m 1246 ft.
Route:Laufenburg - Oberkaisten - Oeschgen
Access to start point:ÖV
Access to end point:ÖV
Maps:Ein Einheimischer

... „Bitte nicht mehr als eine Stunde Bahnfahrt zum Ausgangspunkt!“ lautete die Vorgabe für einen Nachmittagsspaziergang mit einem Z’Nacht, mit „christlicher“ Rückreise mit dem ÖV an einem Samstagabend. Vieles kommt da gar nicht mehr in die Tüte. Im Netz findet sich aber eine Fülle von Möglichkeiten, Netz sei Dank, der Kombinationen sind viele und Claudia verfügt neuerdings auch über ein Smartphone!
 
... irgendwo in den hinteren Sulci lagerte die Idee Oeschgen, der Schwan! Vom Gleis eins ab Basel SBB begaben wir uns mit der S-Bahn nach Laufenburg. Unterwegs wurde mir wieder mal ziemlich klar, dass ich die Nachbarschaft zu sehr vernachlässige – sowohl schriftlich wie fotografisch. Der Ausbau des ÖV hat in diesem Teil der NW-CH Fortschritte gemacht, die Bahnhöfe sind teilweise den Anforderungen gerecht geworden – mir war aber gar nicht bewusst, dass zwischen Koblenz (AG) und Laufenburg bereits 1994 der Personenverkehr von der SBB aufgehoben wurde! Güterzüge werden nach wie vor darüber geführt. Für Pendler allerdings ein schwacher Trost.
 
... wir verliessen den Bahnhof ohne uns dem Städtchen zu widmen – es dürstete uns nach grüner Ruhe, die wir alsbald vorfanden. Allerdings kamen wir vom Wege ab, trotz genauer Wegbeschreibung in Wort und Bild. Es lag, wie sich später herausstellte, nicht an meinem Kartenausdruck im Massstab  1: 25 000. Schuld ist der Helsana-Trail, der parallel mit den Wegweisern an einem Wegweiser angebracht war, dem wir „unconsciously” folgten – unüblich, dass ich mich dadurch verleiten liess! Wir schlugen uns durchs Dickicht, fanden nach Drehen und Wenden der Karte schliesslich wieder den WW und traten später hinaus ins Freie, am Heuberg Pt. 557. Auch dort war zu Beginn der Weiterweg nicht vollends klar. Denn ursprünglich wollte ich auf Sulz zuhalten, danach via Schinbergshau zum Chaischteberg.
 
... wir gelangten zum Gast- und Pferdehof Rütihof, das ein Mekka für Islandpferde zu sein scheint, jedenfalls fielen uns die vielen entsprechenden Pferdeanhänger dort auf. Wir verbleiben auf dem WW Richtung Äsple, mit Sicht auf den Rhein und hinüber zum Chaischteberg. An Rebland vorbei, später einem Tobel  entlang nach Oberkaisten (AG). Dort hielten wir auf den Bahag (klingt fremdländisch) zu, Pt. 396. Eine kleine Ebene gequert, finden wir uns wieder zum Anstieg hinauf zum Chaischteberg, wo eine Institution besondere Bäume stehen hat, die als letzte Ruhestätte dienen (erst bei der Recherche im Netz entdeckt!). Auch hier gute Südhanglage mit Rebland und Obstrevier.
 
... nach dem wir die Gemeindegrenze Kaisten verlassen haben, einer Anhöhe bei Pt. 491, überschauen wir das Tal der Sissle mit ihrer grössten Siedlung, Frick (Endpunkt für den TNW). Die Flur mit Namen Wolfgarte(n) hat auch Rebland und ist Obstrevier. Da wir etwas zu zeitig dran sind, folgen wir nicht der Strasse, sondern in Windungen entlang von Äckern und Wiesen hinab nach Oeschgen. Nach Süden hin wie eine Barriere der Jura mit den Übergängen Salhöhe und Staffelegg – auf der andern Seite liegt der Kantonshauptort Aarau.  


... im Dorfzentrum angekommen, freuen wir uns nun auf das Z’Nacht – verspricht doch die Homepage des Gasthofes Schwanen den „Heissen Stein“ und dort insbesondere den „Steinmix“ mit Straussenfilet, Lammrücken, Schweinssteak (total 240 Gramm) – wir sind Karnivoren! Wir nähern uns dem gelben Haus und staunen nicht schlecht, als wir verschlossene Türen vorfinden, durchs Fenster hindurch eine „Uffestuehlete“ sehen und uns ein junger Mann mit Handwerkszeug entgegenkommt, der nicht mal Dialekt noch Deutsch spricht, aber in der Lage ist uns zu bedeuten, „Wohnungen gemacht“! Die Homepage ist noch vollends aufgeschaltet! Ich hätte anrufen müssen... ich müsste doch mal geeicht sein, dass zwischen Wirklichkeit und Wunsch eben Welten bestehen. Das ärgerte mich mächtig.
 
... wir warteten auf die Gelbe Klasse eine halbe Stunde und liessen uns vom Poschti nach Frick bringen, noch nicht zum Bahnhof. Der Rebstock hatte offen und auch seine Terrasse, allerdings waren wir bis 19.30 Uhr die einzigen Gäste, an einem Samstagabend. Der Mix aus CH-Küche und Thailand ist ja nicht üblich. Wir nahmen Platz unter Palmen und fanden so ein wenig die Entspannung nach dem Ärger in Oeschgen!
 
... wir beschlossen getrennte Tellerbestellungen zu machen, um auch vergleichend zu essen: Claudia nahm sich die Rindsleberli vor (reichten nicht das Wasser denen der Hofstettermatte ob Hofstetten im Leimental!) und ich entschied mich für einen Thai-Teller: Pad Thai Gai (pfannengerührte Nudeln mit Huhn auf Thaiart). Ich war überrascht, denn Fernöstlichem begegne ich (wahrscheinlich typisch mitteleuropäisch) mit einer gewissen Distanz. Gilt es den Wein zu finden, vertraue ich auf Claudia, sie kommt aus dem Herzen des Kaiserstuhls (Breisgau) – als Winzertochter, das sagt eigentlich alles. So gelangt dieser Tropfen (2010 - sechs Monate im Holzfass gereift) als „Halbeli“ auf den Tisch. Insgesamt sind wir zufrieden mit dem Gebotenem – der Service aufmerksam und sogar Thai.
 
... wir spazieren zum Bahnhof hinauf. Dort erwarten wir den IR, der uns nach Basel zurückbringt. Es ist der Flugzug, der im Tagesverlauf hin und wieder als ICN geführt wird, mein Lieblingszug. Während wir auf Basel zurollen, liegt über dem Rhein und der Landschaft am Übergang zur Oberrheinischen Tiefebene, in dessen „Rank“ Basel liegt, eine dramatisch wirkende Sonnenbeflutung im Gelb der Sahara und dem Dunkel-schwarzen eines Vulkankegel nach einem erfolgten Ausbruch. Claudia ist hingerissen von dieser Stimmung, die wir leider aus dem Zug nicht fotografisch bannen können. Es einfach zuzulassen, ist das Geschenk.
 
Noch ein paar Gedanken zur Zeit, der wir uns aussetzen:
 
24 h - Party, 24 h- Einkaufen, 24 h-Geplapper, 24 h-youtuben, 24 h-Schönwetter - eine Gesellschaft zu der das Klima nur zu gerecht ist!Und ja nicht 24 h-Krankwerden! Oder 24 h-Leiden!
 
Eine anderer Mangel, der zu Denken gibt:
 
Professoren schlagen Alarm: Selbst einfachste Grammatikregeln meistern viele Studis nicht mehr


(Mike Oldfield)

Some like the city, some the noise
Some make chaos, and others, toys.
But if I was to have the choice,
I'd rather be on horseback. 

 (M


Spaziergang mit Claudia


Hike partners: Henrik


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Comments (3)


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Tobi says: Nicht zu vergessen...
Sent 20 September 2012, 14h57
...24h - Monstertouren ;-)

CarpeDiem says:
Sent 20 September 2012, 17h35
Die Institution besonderer Bäume gefällt mir...

Herzlich
Anne-Catherine

Felix says:
Sent 29 October 2012, 12h48
schön, dein ausführlicher Bericht aus der näheren Umgebung - Danke für deine "Betrachtungen", lieber Henrik!
Herzlich, Felix


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