ein langer, mehrheitlich schuttiger "Weg" auf die Bütlasse
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Mit der ersten Bahn fahren wir ab Stechelberg nach Mürren hoch; ab hier ist’s ein beschauliches Wandern über Gimmela an Blumenwiesen und pittoresken Stadeln vorbei – je länger, je öfters Tschingelspitz und Gspaltenhorn vor den Augen. In Abweichung von unserer damaligen Route aufs Bryndli und Schilthorn Bryndli 2134 m, Schilthorn 2970 m nehmen wir diesmal den nicht markierten Weg direkt unterhalb des genannten kecken Zahnes nach P. 2025 (den Spilboden jenseits des Schiltbaches ausser Acht lassend und auf dessen orografisch linker Seite auf dem Fahrweg bis zur Brücke ansteigend, kurz dem Wanderweg nach Birg und Schilthorn; dann jedoch der Spur steil den Hang hoch folgend).
Ab P. 2025 weitet sich das Blickfeld, auch unser Ziel tritt nun auf – der Gang zur Rotstockhütte zieht sich jedoch hin; manchmal können unterhalb die steilen Abgründe ins Sefinental gut erahnt werden … auf jeden Fall können wir einen Prachtstag mit grosser Blumenvielfalt auf dem meist schmalen, teilweise sogar gesicherten Weglein, geniessen.
Auf der Hütte angelangt, erlauben wir uns eine erste kurze Einkehr, bevor wir den weiteren, sich hinziehenden Anstieg zum nächsten Zwischenziel in Angriff nehmen.
Den grossen, weiten Kessel der Poganggenalp mit einer überaus schönen Kuhherde verlassend, gewinnen wir nach dem Überschreiten des ausgetrockneten Hundsbaches bald die Anhöhe mit dem Seelein unterhalb des grasigen Horn’s. Nach einer noch einmal etwas flacher ansteigenden Etappe geht es unterhalb der Sefinafurgga steil im feinsplittrigen Schotter hinauf – die Wegspur ist jedoch gut festgetreten und bietet keine Probleme.
Nach dem beachtlichen Einblick in die Abstiegsroute zur Griesalp und zum nun wieder verlandenden Tschingelsee rasten wir nur kurz auf der Anhöhe oberhalb des Passüberganges, bevor wir absteigen zur gesicherten, etwas abschüssigen Stelle, des Wegs zur Gspaltenhorn-Hütte. Diesem gut ausgebauten Weg folgen wir bis zu P. 2628; hier nehmen wir die Wegspur im sich weit hinaufziehenden Schuttfeld zum Vorbau der Vorderi Bütlasse.
Den Spuren folgend, erreichen wir die markanten, horizontal ausgerichteten Felsbänder – wo nun die schwierige Routensuche beginnt. Ein älterer deutscher Berggänger, vor 15 Jahren einst oben, kehrt nach wenigen Versuchen um – zwei junge sportliche Berggänger folgen uns mit wenig Abstand: wir und sie, so stellt sich nur wenig später im Gespräch heraus, denken, wir befänden uns auf der richtigen Route …
(Im Nachhinein stellt sich heraus, dass wir in das Couloir zu weit links eingestiegen sind; es bringt uns überaus lange und anforderungsreiche Kraxelstellen – des überaus lockeren Gesteins wegen …) Gelegentlich Spuren und Steinmännchen folgend, wechseln wir, an Höhe gewinnend, auf der Nordseite zum NNE-Grat, welcher vom Sefinenhorn hinaufzieht. Auf diesem ebenso brüchigen und lockeren Gratschluss gewinnen wir zwischen zwei Gratwächten hindurch den NW-Grat des Gipfels und erreichen diesen problemlos – mit grandioser Aussicht nun auf unser hauptsächliches Gipfelziel, und das dominierende Gspaltenhorn; daneben zeigt sich der Tschingelspitz, etwas weiter weg EMJ.
Von hier können wir erkennen, dass die zwei Jungen den Grat zur Bütlasse ohne Schneeberührung schaffen – wird denken, dass wir, obschon wir mit Steigeisen und Pickel ausgerüstet sind, auch diese Variante angehen möchten.
Nach dem eher angenehmen Auf und Ab zur Einsattelung (einer Mondlandschaft ähnlich) erkennen wir dann relativ schnell, dass der Grat doch einige Anforderungen mitbringt – diesen sind wir jedoch gut gewachsen, umso mehr, als sich v.a. am Grat die stabilsten Verhältnisse bieten: so erleben wir hier einige der wenigen festen Felsabschnitte. Kurz vor den letzten Gipfelmetern lassen wir uns ins mühsame rutschige Geröllfeld abdrängen, da wir die hier vorhandene Wegspur auf den Gipfel kurz aus den Augen verlieren.
Oben angelangt überwiegt das grandiose Gipfelpanorama: vis-à-vis des Gspaltenhorns, mit eindrücklicher Einsicht – und Ausblick auf Blüemlisalp und EMJ - gönnen wir uns zu relativ später Stunde die Mittagsrast.
Die zwei Jungen und ein weiterer Berggänger, welche wir hier oben (wieder) antreffen, beschliessen, denselben Weg zurückzunehmen – „da weiss man, was einen erwartet“ … wir entschliessen uns nach ausgiebigen Schauen und Geniessen, den Abstieg durchs Couloir zu nehmen. Dieser hat es – nach einem harmlosen Queren eines grossen Schneefeldes und weiterer, hier noch flacherer Geröllfelder – doch auch in sich: erst, von oben betrachtet, scheint es schwierig, eine Abstiegsmöglichkeit auszumachen. Doch je näher wir in die steile Felsrinne gelangen, zeigt sich abschnittsweise immer wieder ein Durchkommen, gelegentlich deuten schwache Spuren auf Begehungen hin. Im teilweise festeren Fels, oft jedoch auch hier, schuttigem Gelände gewinnen wir nach und nach den doch einige Dutzend Meter hohen Durchschlupf an teils originellen Felsformationen vorbei.
Eine weitere „Rutschpartie" führt uns zur Wegspur, welche nun im nicht mehr absturzgefährdeten Gelände zu unserer morgendlichen Aufstiegroute führt.
Nun folgt der bekannte, lange Abstieg via P. 2628 und der gesicherten Stelle zur Anhöhe der Sefinafurgga; hier geniessen wir unseren Gipfelwein … ist doch der weitere Wegverlauf ungefährlich und bekannt.
Wir geniessen hier, auf der Kante zwischen Kien- und Sefinental eine ausgiebige Pause – und die formidable Aussicht ein weiteres Mal, bevor wir uns auf den steilen Abstieg machen.
Immer EMJ, nun mit originellen Wolkenformationen ausgestattet, vor Augen, steigen wir ab zur bereits morgens besuchten Rotstockhütte, wo wir überraschenderweise eine Arbeitskollegin antreffen. Hier stärken wir uns für den sich noch einmal in die Länge ziehenden Schlussabschnitt.
Den Weg zurück nach Mürren begehen wir im ersten Abschnitt auf der Aufstiegsroute; ab P. 2025 steigen wir direkt, steil, hinab zu Spilboden, von wo aus wir via Gimmela endlich zur Bergstation gelangen.
In Stechelberg angekommen, fahren wir taleinwärts bis zum Fahrverbot, wo wir im Hotel Restaurant Stechelberg uns verköstigen und übernachten – in der Nähe unseres morgigen Zieles …
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