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Genusstour über Entlebucher Flühe


Published by Tobi , 26 November 2010, 17h47.

Region: World » Switzerland » Luzern
Date of the hike:14 November 2010
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Entlebucherflühe - Fürstein   CH-LU   CH-OW 
Time: 6:00
Height gain: 1600 m 5248 ft.
Height loss: 1200 m 3936 ft.

Bei meiner *letzten Tour über die Entlebucher Flühe fehlte es mir an Zeit, Kraft und Muse, strikt dem Grat zu folgen und jeden Zacken zu erobern. Diese Feinarbeit musste höheren Zielen weichen und ich beschränkte mich damals auf die höchsten Punkte. Doch dieses Versäumnis holte ich nun ohne Zeitdruck nach.

Nach dem sonntäglichen Ausschlafen fahren wir – meine Verlobte samt Mutter und ich – von Entlebuch Richtung Glaubenbergpass. Beim Under Gründli verabschiede ich mich von meinen Begleiterinnen und starte zu meiner Genusstour. Gemütlich marschiere ich auf der Kiesstrasse zur Alp Chätterech (1235m). Von dort steigt der Pfad steil über die Under zur Ober Looeg (1469m) hoch. Flach geht es weiter durch die sumpfige Landschaft zur Toregg (1485m). Hier beginnt die heutige Grattour.

Mein Interesse gilt zunächst dem Felsentor in der Torflue. Dieses ist mir bei meinem ersten Besuch gar nicht aufgefallen. Bevor ich aber zum Loch hochsteige, besuche ich noch kurz die darunterliegenden Felszacken, welche von der Nordseite einfach über die steile Grasflanke erreicht werden können. Schliesslich möchte ich ja den gesamten Grat von Anfang bis Ende überschreiten. Das Felstor kann über ein breites Grasband relativ einfach erreicht werden (T5). Allerdings sieht dieser Durchschlag im Felsen mit seiner quadratischen Form sehr künstlich aus, aber ein solches natürliches Tor in der Flue würde den Name Torflue erklären. Im Loch kann man bequem aufrecht stehen, auf der anderen Seite geht es jäh hinunter. Nach rechts gelangt man mit einem mutigen und kräftigen Schritt auf ein Grasband (T6), welches in einem sanften Rechtsschwung hoch und über das Tor führt. So wäre der erste felsige Aufschwung „bequem“ zu meistern. Doch diese Aktion kann man sich schenken, denn auf diesem ersten Gratplateau kommt man nicht weit, da der folgende Aufschwung wohl nur mit ausgesetzter und brüchiger Felskletterei (IV oder mehr) zu überwinden ist.

Ich steige deshalb wieder auf dem gleichen Weg zurück und umgehe die ersten beiden felsigen Aufschwünge auf der Südseite. Auf einem schmalen und vor allem niedrigen Felsband erreiche ich kriechend das nächste grasige Gratplateau. Das Felsband kann auch umgangen werden, indem direkt in einem etwa 4m hohen Riss nach oben geklettert wird (ca. III). Von nun an stellt der grasige Grat keinen besonderen Anforderungen mehr (T4). Will man direkt auf der Krete wandern sind die Herausforderungen ehre botanischer Natur. So ist das Kreuz und Gipfelbuch der Äbnistetteflue (1815) bald erreicht.

Nach dem Abstieg von der Äbnistetteflue in die erste Scharte folgt die nächste Schlüsselstelle am Grat. Es muss etwa fünf Meter geklettert (II) werden, bevor die nächste Erhebung über die Grasflanke erklommen werden kann. Die Kletterstelle ist nur mässig steil, allerdings sind Griffe und Tritte gut zu prüfen, da der Fels nicht von sonderlich guter Qualität ist. Anschliessend geht es in gemütlichem Auf und Ab weiter dem grasigen Grat entlang, bis sich der nächste Felsbug in den Weg stellt. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich diesen beim letzten Mal links (südseitig) umgangen. Dann kommt man an einem in die Felsen verbauten hölzernen Verschlag vorbei und wohl auch an den (in meiner Erinnerung nicht mehr präsenten) Metaltritten (Foto von saebu). Diesmal wähle ich die Umgehung auf der steil abfallenden rechten (nordseitig) Flanke. Das dafür geeignete etwa ein Meter breite Grasband weisst schon deutliche Trittspuren auf. Von der Rückseite kann man nun noch den umgangenen Gratbuckel über die Grasflanke besteigen. Von oben sieht der direkte Aufstieg über die felsige Gratkante gar nicht mal mehr so schlimm aus. Diese ist zwar nicht senkrecht, weist aber keine grossen Tritte und Griffe auf. Mit etwas Mut (wegen der Ausgesetztheit) und Vorliebe für die Reibungskletterei könnte es für einen geübten Kletterer zu schaffen sein.

Die restlichen Erhebungen auf dem Grat können direkt überschritten werden. Wenn ich mich richtig an die letzte Begehung erinnere, habe ich damals die Erhebung von Pt 1835 rechts (nordseitig) umgangen. Durch kniehohe Heidelbeerstauden erreiche ich kurz nach zwei Uhr den höchsten Punkt der Schafmatt (1979m).

Ich folge weiter direkt dem Grat (T4) und erreiche über Pt 1935 den Übergang Leitere (1829m). Auf dem rot-weiss markierten Weg wandere ich zu Pt 1729. Von dort steigt der Bergweg zunächst gemütlich und flach über die Wasserfallenegg, um dann steil und ziemlich direkt auf dem Grat zum Gipfel hochzuführen. Da die Zeit langsam knapp wird, spurte ich in einer halben Stunde zum Fürstein (2040m) hoch.

Der weitere Wanderweg schlängelt sich auf dem Grat durch die idyllische Moorlandschaft bis zum Rickhubel (1943m). Von dort vernichte ich auf dem Ostgrat die ersten Höhenmeter auf einem gut erkennbaren Pfad, bald dann aber weglos. Bis zur Alp Rick (1694m) ist das weglose Gehen noch angenehm, doch dort verpasse ich den auf der Karte eingezeichnete Weg und steige weiter zwischen den beiden Bächen nach unten. Im Wald wird die Rippe immer steiler und wilder, bis sich die beiden Gewässer auf 1600m vereinigen und dann gemütlich und flach weiterfliessen. Nun finde ich auch wieder den verpassten Weg. Die Kiesstrasse ist auch bald erreicht und schon bin ich auf dem Glaubenbergpass (1543m), wo das Taxi Lagopus bereits auf mich wartet.
 

Fazit: Spätherbstliche Traumtour bei perfektem Wetter und traumhafter Fernsicht in wildromantischem Gelände. Ein idealer Ort, um seine T5-Gelüste zu stillen und fakultativ auch mal wieder T6-Luft zu schnuppern.

Hike partners: Tobi


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