Jura-Höhenweg: Etappe 1 - 4


Publiziert von SCM , 18. September 2022 um 23:23.

Region: Welt » Schweiz » Aargau
Tour Datum:21 März 2022
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BL   CH-SO   CH-AG   CH-ZH 
Zeitbedarf: 4 Tage
Aufstieg: 3460 m
Abstieg: 3450 m
Strecke:85.7

Ich habe noch ein paar Tage frei und möchte für ein paar Tage auf eine Wanderung gehen. Leider hat es in den Bergen noch zu viel Schnee. Deshalb entscheide ich mich für den Jura Höhenweg. Der startet in Dielsdorf und führt über 16 Etappen bis nach Nyon. Ich schaue mal wie weit ich komme.

Tag 1: Dielsdorf -> Baden
13.8 KM, 3h55, +540 HM, -640 HM

Los geht es kurz nach Mittag beim Bahnhof in Dielsdorf. Dort ist der Weg bereits ausgeschildert. Zuerst führt mich der Wanderweg durch die Häuser von Dielsdorf. Anschliessend geht es an Reben vorbei bis nach Regensberg. Ich wandere durch das mittelalterliche Städtchen und geniesse die Aussicht auf die gepflegten Riegelhäuser. Nach Regensberg führt der Wanderweg Richtung Lägern. Vom Lägern aus kann man bei guten Wetter die herrliche Aussicht auf die Alpen geniessen. Nach dem Lägern geht die Strasse in einen kleinen Wanderweg über, die auf einem teils schmalen Grat durch den Wald führt. Richtig exponiert ist es hier aber nirgends.

Beim Lägernsattel führt mich der Wegweiser zurück auf eine breite Waldstrasse. Ein Wanderweg würde noch weiter dem Grat entlang Richtung Baden führen. Dort wäre es auch ein wenig exponierter als bisher. Weil ich dieses Wegstück aber bereits kenne, will ich heute der Originalroute folgen. Vorbei geht es am Chaltenbrünneli und dann über einige Treppenstufen hoch zum Schloss Schartenfels. Hinter dem Schloss geht es nun steil hinunter nach Baden. über die Brücke beim Landvogteischloss erreiche ich die Altstadt Badens. Dort muss ich noch wenige Schritte gehen und schon bin ich bei meiner Unterkunft für heute Nacht.

Tag 2: Baden -> Staffelegg
29.2 KM, 7h20, +920 HM, -680 HM

Am nächsten Tag geht es gleich einmal steil bergauf zur Burgruine Stein. An dieser vorbei gehe ich zur Baldegg. Bei schönem Wetter ist dies ein beliebtes Ausflugsziel mit Aussicht über die Alpen bis zum Säntis. Weiter geht es durch einen schönen Wald zum Gebenstorfer Horn. Von hier aus kann man das Wasserschloss der Schweiz (Zusammenfluss von Reuss, Limmat und Aare) wunderbar überblicken. Der Weg führt anschliessend vom Gebenstorfer Horn hinunter, überquert dann die Reuss und führt dann der Aare entlang ins historische Städtchen Brugg.

Ich durchquere die Altstadt und überquere dann die Aareschlucht. Hier ist die Aare übrigens tiefer als sie breit ist (12 Meter). Über einen schönen Weg geht es dann bergauf zu einem Wald. An zwei schöngelegenen Weihern vorbei erreiche ich den Aussichtspunkt Schnägg. Weiter geht es dann ein bisschen langweiligere durch zwei Wohnquartiere. Über Weiden und am Landgasthof Vierlinden vorbei zweigt der Weg wieder in den Wald ab. Nachdem ich einige Zeit durch den Wald gewandert bin, erreiche ich die berühmte Linde von Linn. Diese Linde gilt als mächtigster Baum im Kanton Aargau. Sie ist über 700 Jahre alt und hat einen Stammumfang von mehr als 11 Metern. Ausserdem soll sie bereits 3 Feuer überlebt haben. Die lokale Sage besagt, das die Linde nach der Pest vom letzten Überlebenden auf dem Grab der Toten gepflanzt wurde. Seitdem ist sie die Garantie dafür, dass die Pest nicht wieder ausbricht.

Nach der Linde führt der Weg wieder bergauf in den Wald des Linnerbergs. Auf dem höchsten Punkt angekommen kann ich nochmals die schöne Aussicht geniessen. Weiter geht es dann durch den Wald wieder ein wenig bergab. An der Burgruine Schenkenberg und schönen Weiden vorbei geht es in leichtem Auf und Ab noch ein paar Kilometer weiter bis zur Staffelegg. Dort ist die heutige Etappe zu Ende. Ich fahre mit dem Bus nach Küttigen zu meiner Unterkunft für diese Nacht.

Tag 3: Staffelegg -> Hauenstein
21.1 KM, 6h00, +960 HM, -910 HM

Nach dem Frühstück bringt mich der bis wieder auf die Staffelegg. Vorbei an einigen Bauernhöfen und vielen grasenden Kühen erreiche ich nach nicht ganz einer Stunde bereits den nächsten Pass: das Bänkerjoch. Hier hat es einen grossen Parkplatz auf dem wir auch schon mal eine Nacht im Auto verbracht hatten. Interessantes historisches Detail: Hier verlieft früher einmal die Grenze zu Österreich.

Hinter dem Bänkerjoch steigt der Weg bald mal wieder an und führt auf den Grat zwischen Wasserflue und Uf der Egg. Eigentlich liegt die Wasserflue nicht auf der Route, aber ich lasse mir den kurzen Umweg nicht nehmen und steige noch auf die Wasserflue. Die Aussicht habe ich mir aber besser vorgestellt, als sie dann tatsächlich war.

Weiter geht es dann direkt auf dem Grat Richtung Westen. Ohne weitere Umwege erreiche ich so bereits den dritten Pass am heutigen Tag, die Salhöhe. Anschliessend steigt der Weg durch den Wald Rotholz wieder an, bis auf 908 M.ü.M., dem höchsten Punkt des Kanton Aargaus. Kurz danach wird der Kanton auch bereits verlassen und ich erreiche Solothurn.

Nächstes Highlight ist der Aussichtspunkt der Geissflue. Hier ist die Weitsicht nach Deutschland besonders gut. Anschliessend geht es ziemlich steil hinunter zum Naturfreundehaus Schafmatt und anschliessend zum vierten Pass, der Schafmatt. Durch abwechslungsreiche Wälder und über schöne Wiesen geht es nun weiter nach Burgweide, Ruine Froburg, und schliesslich nach Hauenstein, dem fünften Pass des heutigen Tages und gleichzeitig auch Etappenziel.

Tag 4: Hauenstein -> Balsthal
21.7 KM, 5h40, +1040 HM, - 1220 HM

Von der Passstrasse in Hauenstein folge ich einer schmaleren Nebenstrasse die an Bauernhöfen vorbei zum Kesselberg führt. Weiter geht die Wanderung über eine Forststrasse bis zur Challhöchi. Begleitet werde ich heute leider von lauten Schiessgeräuschen. Überall ist das Schweizer Militär am schiessen. Glücklicherweise ist aber genau mein Wanderweg nicht gesperrt, während viele andere in der Umgebung wegen des Schiessbetriebs geschlossen sind. Das Thema Militär verfolgt mich auch auf den nächsten Kilometern. Überall sieht man alte Betonblöcke, Höckersperren, Bunker oder Gedenktafeln, die an den ersten und zweiten Weltkrieg erinnern. Nach gut einer weiteren Stunde erreiche ich den Belchenflue-Pass. Hier würde der Weg eigentlich hinunter nach Gwidemhöchi führen, aber den kurzen Umweg auf die Belchenflue sollte man hier nicht verpassen.

Von der Gwidemhöchi geht es weiter bis zur Wuesthöchi und dann hinunter zum Weiler Bärenwil. Ich durchquere den Dorfkern und biege dann auf eine Waldstrasse ab. Nach einem kurzen Aufstieg befinde ich mich bereits auf der schönen Waldlichtung Stelli. Sehr schön ist nun der Weiterweg über die Schlosshöchi mit Aussicht auf die Burgruine Alt-Bechburg. Weiter geht es über die Wishöchi und dann hinunter nach Tiefmatt. Nun folgt nochmals ein richtig steiler Aufstieg mit hunderten Treppenstufen auf die Roggenschnarz. Anschliessend folgt ein längeres Stück durch den typischen Jura-Buchenwald mit leichtem Auf und Ab. Bei der Roggenflue ist es damit aber vorbei und nachdem ich die wunderbare Aussicht genossen habe, beginne ich mit dem steilen Abstieg nach Balsthal.

Dort endet für mich der Jura Höhenweg. Die Mehrtageswanderung hat mir zwar viel Spass gemacht, aber für mich persönlich führt der Jura Höhenweg zumindest auf diesem Abschnitt doch zu oft über breite Strassen und viel zu oft sogar auf Teerstrassen. Anstatt über schöne Bergketten zu wandern muss man oft durch Wohngebiete marschieren. Das gehört bei solchen Weitwanderung wohl irgendwie dazu, schliesslich kann nicht alles ein Highlight sein. Trotzdem entscheide ich mich den Rest meiner freien Tage doch lieber im Tessin zu verbringen und dort schöne Tagestouren auf die bereits schneefreien Gipfel zu unternehmen.

Tourengänger: SCM


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