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Skisafari vom Linthal ins Wägital


Published by Bergamotte Pro , 24 January 2016, 17h54.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:22 January 2016
Ski grading: PD
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Oberseegruppe   Zürcher Hausberge   CH-SZ 
Time: 6:15
Height gain: 1380 m 4526 ft.
Height loss: 1740 m 5707 ft.
Route:17km
Access to start point:cff logo Morgenholz
Access to end point:cff logo Vorderthal, Flühbödeli
Maps:236S

Bereits vor vier Jahren verband ich mit der 3-Egg-Überschreitung das Wägital mit dem Linthal (*klick). Ich zog damals von Innerthal an den Bockmattlitürmen vorbei zur Lochegg, um abschliessend bis ganz nach Oberurnen abzufahren. Um der Tour noch einen Hauch Alpinismus zu verleihen, hatte ich zuvor noch die Wageten bestiegen.

Einen Gebirgszug weiter nördlich findet man eine ganz ähnliche Variante. Man steigt durchs Niederurner Täli zur Rossweidhöchi auf, um in der Folge über die lange Hügelkette den Stockberg zu erreichen. Die Schlussfahrt endet schliesslich im Wägitaler Flühbödeli. Den nötigen Pfiff verleihe ich der sehr weitläufigen Unternehmung mit der Überschreitung vom Hirzli gleich zu Beginn.


Die 8 Uhr Seilbahn bringt mich hoch ins Morgenholz (983m). Es ist klirrend kalt im schattigen Niederurner Tal, weit und breit keine Menschenseele. Bis zum Restaurant beim Bodenberg folge ich der weiss geräumten Strasse. Hier zerschlägt sich meine Hoffnung auf einen bequemen Aufstieg, den ich nach dem *Spurpensum von gestern durchaus geschätzt hätte. Über zunächst weite, ideal geneigte Hänge peile ich den engen Durchschlupf nach Ober Planggen (1434m) an. Man folgt hier in etwa dem Sommerweg und erreicht kurzzeitig bis 35°. Hier treffen mich die ersten Sonnenstrahlen und die Temperatur springt um mehrere Grad. Wichtig: Der Talboden selber mag ein Schattenloch sein, aber der steile SE-Hang hier bekommt auch im Hochwinter früh Sonne.

Kurz vor der Alp zweigt man Richtung Nordosten ab, um bald wieder den Sommerweg zu gewinnen. Dieser führt abwechlungsreich durch dichten Wald. Spätestens hier wird offensichtlich, dass die Südroute für eine Abfahrt wenig geeignet ist. Vom Sattel P. 1575 schliesslich verbleiben wenige Minuten direkt über den Grat zum Hirzli (1641m) hoch. Der an und für sich unbedeutende Gipfel glänzt mit herrlicher Aussicht auf die Linthebene und wird im Sommer häufig besucht. Als Skitourenziel findet er kaum Beachtung. Immerhin, am Vortag wurde er von einem einzelnen Türler von Norden erreicht - meine Abfahrtsroute.

Nach einem abgeblasenen Einstieg fahre ich über schöne Pulverhänge Richtung Unter Niedern (1211m) ab, wobei man rechtzeitig westwärts ziehen sollte. Normalerweise folgt man nun der offiziellen Route nach Bilten runter, doch ich muss zurück auf die Grathöhe. Also anfellen und über die Waldstrasse nach Büels (1343m) hochspuren. Von hier nun in etwa P. 1470 anpeilen. Das Gelände steilt zuletzt stark auf (bis 40°) und ist stark verwachsen. Anstrengend quäle ich mich eine Steilrinne hoch (mehrere Varianten möglich), bis ich schliesslich auf dem Planggenstock Westgrat stehe. Hier lacht mir wieder die Sonne ins Gesicht und es verbleiben 15 Minuten durch eine Märchenlandschaft zur Rossweidhöchi (1534m) hoch (die Einheimischen nennen die Kuppe übrigens "Mälchterli"). Ich schaufle erstmal das Bänklein frei und geniesse eine ausgiebige Mittagsrast. Meine Beine sind bereits arg am Leiden und doch ist erst gut die Hälfte geschafft.

Von hier zum Stockberg rüber ist Stehvermögen gefragt... Von P. 1489 gönne ich mir die kurze Abfahrt, auch wenn sich das Abfellen kaum lohnt. Anschliessend folgt ein ebenso kurzer Wiederaufstieg auf die Lauihöchi (1455m). Der Hügel bietet nur eine eingeschränkte Aussicht, erhält aber bei Schnee bis ins Flachland regelmässig Besuch - zu recht! Die folgende Abfahrt Richtung Reichenburg zählt zum Besten, was ich diesen Winter erleben durfte. Der Pulver ist so butterweich, den hätte man selbst mit kantenlosen Holzskiern abfahren können. Oberhalb vom Skihaus breche ich das Vergnügen ab und felle erneut an. Vorbei am Müllerspitz ziehe ich hoch nach Müllergschwänd (1175m) und von dort in einer gefühlten Ewigkeit zum Stockberg (1212m) rüber, stetes Auf und Ab inklusive. Dort begegne ich einer Schneeschühlerin, der erste menschliche Kontakt seit Niederurnen.

Die Abfahrt ins Wägital runter zählt nicht zu den Highlights der Region, was auch an der Südexposition liegt. Die Schneise beim Sommerweg ist rauh und braucht genug Schnee für entspanntes Fahren. In der kurzen Waldpassage trägt man die Skier mit Vorteil, denn sie ist eng und steinig. Zwischen Siebnerschwändi und Flüehbödeli (620m) liegen dann aber überraschend schöne Schwünge drin, denn die sanften Weiden brauchen nur wenige Zentimeter Schnee und dieser hat herrlich aufgesulzt. Bei der Brücke über die Wägitaler Aa, wenige Meter neben der Busstation, endet meine Skisafari vom Glarnerland ins Wägital.


Zeiten (gespurt)
1:50  Hirzli
1:35  Rossweidhöchi
2:25  Stockberg
0:30  Flühbödeli

Hike partners: Bergamotte


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