Hohtürli - Bundalp - Sefinenfurgge


Publiziert von Bergamotte Pro , 10. September 2015 um 16:25.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum:29 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2450 m
Abstieg: 2770 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Kandersteg
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Gimmelwald (Schilthornbahn)
Unterkunftmöglichkeiten:Berghaus Bundalp od. Alp Bundläger

Die Schönheit der Berner Alpen sucht ihresgleichen. Da kann, zugegebenermassen, mein übliches Einzugsgebiet nicht mithalten. Trotzdem bin ich nur selten in dieser Region unterwegs. Das liegt einerseits am weiten Anfahrtsweg, andererseits an den Touristenströmen. Wer sich Glarner Verhältnisse gewohnt ist, könnte hier glatt sein Waterloo erleben. Das gilt ganz besonders, wenn man sich an Pässeklassiker wie Hohtürli und Sefinenfurgge wagt. Aber eben, das Naturspektakel kompensiert für so manche Seilbahndrängelei...

Nach einer kleinen ÖV-Weltreise ins umtriebige Kandersteg und dem Spaziergang zur Gondelbahn Oeschinensee rüber starten wir um 10:15 zu unserem zweitägigen Marsch mit Endziel Gimmelwald. Den See passieren wir auf dem oberen Weg via Heuberg. Das machen - des Panorama wegens - die meisten so, weshalb wir fast permanent mit Überholmanövern beschäftigt sind. Kein Wunder an diesem vermutlich letztem Sommerwochendende in diesem Jahr. Ab der Alp Oberbärgli (1978m) (mit lauschiger Bergbeiz), wo der untere Weg einbiegt, geht's eine Spur ruhiger zu und her.

Das Hohtürli (2778m) als Zwischenziel hat man permanent vor Augen, genau wie die hochalpine Arena mit Blüemlisalpgletscher, Wyssi Frau, Doldenhorn etc. Der Weg bietet keinerlei Schwierigkeiten, einige Treppenstufen erleichtern den Aufstieg. Auf dem belebten Pässchen empfängt uns nicht nur ein Tiefblick bis nach Thun, sondern auch der dröge Spruch eines (Möchtegern-)Einheimischen: "So was habt Ihr in Zürich nicht, gäll?". Nein, haben wir nicht, dafür Oper, Theater, Museen, See, Restaurants - und jede Menge Jobs und schöner Frauen. Aber lassen wir das. Fünf Minuten später sitzen wir bereits auf der Hüttenterrasse und schlagen uns den Bauch mit Rösti und Kuchen voll. Überrascht nehmen wir zur Kenntnis, dass die Übernachtungsgäste fast ausschliesslich Leute im Alter zwischen 25 und 40 Jahren sind, doch eher untypisch für eine SAC-Hütte.

Für den Abstieg zu unserem Nachtlager auf der Oberen Bundalp (1867m) begnügen wir uns mit der Normalroute, welche unterhalb der Passhöhe über zahlreiche Treppen führt. Eine spannende Alternative für Gipfelsammler wäre der Umweg via Schwarzhore mit fakultativem Abstecher auf den Bundstock (T4). Wir studieren bereits die morgige Route Richtung Sefinenfurgge, wobei das Adlerauge auch die spektakulär gelegene Gspaltenhornhütte erkennt. Wie wir erst später erfahren kam am gleichnamigen Gipfel heute leider ein Bergsteiger ums Leben. Das Restprogramm ist schnell zusammengefasst: Relaxen und geniessen im einfachen, aber äusserst sympathischen Berghaus Bundalp (Ohropax nicht vergessen).

Früh starten wir am nächsten Morgen Richtung Gspaltenhornhütte (2455m), denn der Weg nach Gimmelwald rüber ist weit. Hierbei wählen wir nicht die Direktvariante über den Gamchigletscher, sondern steigen nochmals zur Gamchialp ab. Beide Routen, welche übrigens bei P. 2107 wieder zusammenkommen, werden von riesigen Felswänden flankiert und sind dementsprechend aufregend zu begehen. Die moderne Hütte selber, welche wir über den Moränenweg erreichen (10 Minuten weiter), liegt auf einem kleinen Felsvorsprung und bietet lohnende Ausblicke, zum Beispiel auf die Wildi Frau. Um diese Zeit hat sich erst eine Handvoll Wanderer hier hochverirrt. Gestern hingegen mussten Gäste gar im Speisesaal übernachten.

Man steigt nun gut 100Hm ab, um anschliessend zum Augstchummi zu traversieren, wo man auf die kleine Leiter trifft. Es verbleiben die letzten 150 Aufstiegsmeter an den Fuss vom Vorderi Bütlass, von wo man in wenigen Minuten zur Sefinenfurgge (2612m) rüberqueren kann. Wir schlagen unseren Mittagsplatz einige Meter oberhalb des Pässchens auf, der Aussicht und den Menschenmengen wegen.

Der Weg zurück Richtung Lauterbrunnental zieht sich ganz schön in die Länge. Versüsst wird das Ganze durch einen Bierhalt auf der Rotstockhütte (2120m) und den permanenten Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Vom beschaulichen Gimmelwald (1363m) sind wir beide gleichermassen begeistert. In der komplett überfüllten Schilthornbahn holt uns dann die Realität ein. Wo geht's hier ins Glarnerland?


Zeiten
3:15  Hohtürli
1:10  Bundalp
3:00  Gspaltenhornhütte
1:30  Sefinenfurgge
2:15  Gimmelwald

Tourengänger: Bergamotte


Galerie


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