6-Gipfel-Überschreitung in der Nagelfluhkette mit Hochgrat (1834 m)


Publiziert von ju_wi , 24. August 2008 um 22:30.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 9 August 2003
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1950 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit dem Bus von Oberstaufen zur Hochgratbahn
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bus von Immenstadt nach Oberstaufen
Unterkunftmöglichkeiten:Zimmer in Oberstaufen
Kartennummer:Kompass 02 Oberstaufen 1:25k

Die Nagelfluhkette ist in mehrfacher Hinsicht die dominierende Bergkette der westlichen Allgäuer Voralpen und ihre Kammüberschreitung eine lange, schöne Tour. Zum ersten beherbergt die Nagelfluhkette mit dem 1834 m hohen Hochgrat den höchsten Gipfel der Allgäuer Voralpen überhaupt. Zum anderen schafft der charakteristische "Nagelfluh", ein Komglomerat aus zusammengebackenem Flusskies, außergewöhnlich abwechslungsreiche Landschaften mit Wandfluhen, Türmchen, Bändern und Zacken. Besonders auch mit leichtem Schneeüberzug bietet die Nagelfluhkette oft traumhafte Formen und Fotomotive.

Nach einer Hochtourenwoche im Wallis (mit Allalinhorn, Weissmies und Breithorn) machen wir auf der Rückfahrt nochmal Stopp im Allgäu in Oberstaufen für eine Tagestour in der Nagelfluhkette.

Morgens nehmen wir von Oberstaufen den Bus zur Talstation Hochgratbahn (856 m). Statt von hier - wie die meisten - die Bahn zu nehmen, steigen wir zunächst auf Teerweg bergauf in Richtugn Oberstiegalpe. Nach knapp 300 Hm Aufstieg auf dem Teerweg biegen wir an einer Alm links ab Richtung Seele-Alp. Durch ein steiles Waldstück erreichen wir auf kleinem, kaum erkennbaren Pfad diese nach ca. 20 Minuten. In einem Bogen durch Weiden zieht der Weg nun wieder steiler über Schrofen und ein paar Felsen hinauf zum Grat der Nagelfuhkette und wir stoßen auf einen etwas breiteren Pfad, der dem Gratverlauf folgt. Nochmals bergan erreichen wir wenige Minuten von hier mit dem Seelekopf (1663 m) unseren ersten Gipfel. Das Wetter ist sehr warm (Augusttag im Jahrhundert-Sommer 2003) und eher schwül. Entsprechend schweißtreibend ist der Weg.

Vom Seelekopf folgen wir dem Grat und erreichen bald das Staufner Haus und kurz später die Bergstation der Hochgratbahn. Hier stoßen auch die bekannten Europäischen Fernwanderwege E5 und E4 auf den Gratweg. Durch dichtes Krautwerk erreichen wir immer am Grat haltend bald den Gipfel Hochgrat (1834 m), den höchsten Punkt der Nagelfluhkette. Von hier beginnt jetzt ein anstengendes Auf und Ab über Scharten und Gipfel. Zunächst steogen wir gut 200 Hm ab in die Brunnenauscharte.

Von hier wird der Weg ein wenig anspruchsvoller auf teilweise schmalerem Grat - aber durch Drahtsicherungen gut unterstützt . Auch die ein oder andere Leiter ist auf den folgenden Kilometern zu finden. Insgesamt bleibt es aber so einfach, dass ich trotz der Einzelelemente noch nicht von Klettersteig sprechen würde.

Es folgen das mächtige Rindalphorn (1822 m), der zweithöchste Berg der Kette. Hiernach geht es nochmal deutlich runter - mehr als 300 Hm - um dann wieder steil den Gündleskopf (1748 m) und kurz später den Buralpkopf (1772 m) zu erklimmen. Diese Passagen sind herrlich zu erwandern, da die Nagelfluhkette dem Auge einfach tolle gebänderte Flanken- und Felsformationen bietet. Hinter dem Buralpkopf überquert man auf schmalem Grat die Sedererwände und erreicht den Sedererstuiben (1737 m). Kurz später kommt der recht bekannte Stuiben (1749 m).

Da es bei uns allerdings am Sederstuiben das erste mal laut donnert brechen wir zwischen den beiden Bergen die Kammüberschreitung ab und steigen links ab zur Gundalpe (1502 m). Eigentlich hatten wir vor, die Kammüberschreitung über Stuiben, Steineberg und Mittagberg mit 3 weiteren Gipfeln nach Immenstadt fortzusetzen. Der Abstieg war eine gute Entscheidung, denn in Windeseile zieht ein kräftiges Sommergewitter herein. Von der Gundalpe folgen wir einem kleinen, kaum sichtbaren Pfad zur Hinteren Krumbachalpe und von dort auf breitem Fahrweg ins Steigbachtal. Allerdings sind noch gut 1,5 Stunden im Schnellmarsch und bei inzwischen strömendem Regen zurückzulegen bevor wir Immenstadt erreichen. Zurück nach Oberstdorf nehmen wir einen Bus.

Tourengänger: ju_wi

Galerie


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