Bubenwochende zwischen Sulzfluh und Schijenflue


Publiziert von Bergamotte Pro , 4. Oktober 2013 um 15:02.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum:28 September 2013
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   A 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1950 m
Abstieg: 1950 m
Unterkunftmöglichkeiten:Berghaus Sulzfluh & Berggasthaus Alpenrösli (in Partnun)

Am alljährlichen Wanderwochende alter Schulfreunde stehen nicht alpinistische Höchstleistungen im Vordergrund. Gefragt sind vielmehr genussvolles Schreiten durch unbekannte Landschaften sowie regelmässige Verpflegungsposten. Denn Speis und Trank kommt an diesen Anlässen immer eine ganz zentrale Rolle zu. Und die Region um St. Antönien befriedigt diesbezüglich auch den anspruchsvollen Genussmenschen.

Bevor geschlemmt werden darf, gilt es selbstredend einige Höhenmeter zurückzulegen. Denn die Bäuche einiger Gruppenmitglieder sind über die Jahre nicht kleiner geworden. So ziehen wir ab St. Antönien Platz (1420m) in wenig gemächlicher Steigung zum Meierhofer Älpli hoch. Hier beginnt nun bereits der gemütliche Teil. Über sanfte Graspfade marschieren wir der Gipfelkette Chüenihorn - Schafberg entlang nordwärts. Früher im Jahr könnte sich der überhitzte Wanderer im Carschinasee abkühlen. Doch beim herbstlichen Wind heute erübrigt sich diese Option.

Die Ungeduld der knurrenden Bäuche findet auf der Carschinahütte (2236m) endlich ihr Ende. Doch zuerst muss um die letzte verbliebene Hauswurst geknobelt werden. Wie immer verliere ich mit "Stein". Doch Ersatz ist schnell gefunden, Menükarte und charmante Bedienung lassen wirklich keine Wünsche offen. Wer nicht ohne Gipfelglück ins Bett kann, dem drängt sich ein Verdauungsspaziergang auf den nahen Schafberg (2456m) auf. Zwei Herren (inklusive meiner Wenigkeit) gehören zu dieser Spezies. Die 230Hm reichen wohl nur knapp zur Verbrennung der Kalorienbomben. Lohnend auf jeden Fall der Blick auf die nahen Drusenfluh, Sulzfluh und Schijenflue.

Der Marsch runter nach Partnun (1763m) ist mehr Formsache als richtige Anstrengung. So verbleibt ausreichend Zeit, auf der Terrasse vom Berghaus Sulzfluh die Vorabendstimmung zu geniessen. Im nostalgischen, verschindelten Holzhaus lässt es sich bestens speisen und nächtigen. Derart erholt mag uns der Aufstieg zum Tilisunafürggli (2208m) am nächsten Morgen nicht schrecken. Man bewegt sich durch eine wilde Karstlandschaft, eingeklemmt zwischen den Massiven der Sulzfluh und Schijenflue. Vom Pässchen wagen wir uns in österreichisches Feindesland, wo die nahe Tilisunahütte (2208m) zur ersten Pause lockt. Kulinarisch kann uns die Stätte nicht gleich begeistern wie die Carschinahütte am Vortag. Das mag aber auch an der eintreffenden Kaltfront liegen.

So ziehen wir zügig Richtung Gruobenpass (2232m), den wir aber nur passieren, nicht überschreiten. Schweizer Boden betreten wir erst wieder beim Plasseggenpass (2354m), nachdem das heimtückische (auf der LK nicht ersichtliche) Auf und Ab nicht überall für gute Laune gesorgt hat. Nun geht's aber nur noch abwärts zurück nach Partnun (1763m), wo ein letzter Umtrunk das schöne Wochenende fast schon besiegelt. Das verbleibende Stück runter nach St. Antönien kann entweder per Trottinett (10.-) oder zu Fuss (gratis, aber öde) absolviert werden.

Bis zum nächsten Jahr.


Quelle: Wandern und Geniessen in den Schweizer Alpen, AT Verlag

Tourengänger: Bergamotte


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