Bielerkopf (2400 m)


Publiziert von monigau , 25. August 2012 um 09:47.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Silvretta
Tour Datum:15 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Aufstieg: 400 m
Abstieg: 500 m
Strecke:Bielerhöhe - Bielerkopf - Richtung Bielerspitze und Vallüla - Bielerhöhe
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Silvretta Hochalpenstaraße bis Bielerhöhe - Mautgebühr 14 €

Unfreiwillige Kraxelei im Maißboden

Die Silvretta Hochalpenstraße zu fahren, das wünschte ich mir schon lange. Heute machte ich mich auf den Weg in diese schöne Region. Ein kleine Tour hatte ich dabei auch im Hinterkopf. Von Bludenz aus geht es über St. Anton im Montafon nach Tschagguns und St. Gallenkirch. Bei Im Loch biegt man rechts ab und passiert bald die Maustelle (14 €). Dann gehts in Serpentinen hoch in eine wunderschöne Gebirgslandschaft, vorbei am Stausee Vermunt, bis man die Parkplätze am Silvretta Stausee auf der Bielerhöhe erreicht. Links oben, etwas oberhalb der Straße, fand ich einen ruhigen Platz.

Unten am See und auf der Staumauer herrschte reges Treiben. Ich orientierte mich dort kurz und suchte mir dann den Wegweiser zum Bielerkopf, denn das war für heute mein bescheidenes Wanderziel. Ich war etwas spät dran, eine größere Tour wollte ich nicht mehr in Angriff nehmen. Ein steiler, ausgetretener Alpinpfad führt in Serpentinen hoch. Immer wieder blieb ich stehen, um das Rundumpanorama zu genießen. An einer Wegkreuzung traf ich dann auf ein Gesperrtschild, aber das war eh nicht die Route, die ich gehen wollte, hier gings zur Vallüla.  Am Gipfelkreuz beim Bielerkopf angekommen legte ich dort meine Mittagspause ein, vor mir eine wunderbare Alpenlandschaft mit beeindruckenden Gipfeln.

Dummerweise hatte ich den ausgedruckten Plan mit der Wanderbeschreibung zu Hause vergessen und zu meinem Erstaunen verweigerte mein GPS den Dienst und schaltete sich immer wieder ab, obwohl die Akkus geladen waren. Weiter unten hatte ich auf einem Wegweiser gelesen, dass die Bielerspitze nur noch 150 Meter oberhalb vom Bielerkopf liegt, das wäre doch noch ein schönes Ziel. Also machte ich mich auf den Weg, es gab nur einen. Dieser führte leicht ansteigend nach Osten, war aber nach einiger Zeit sehr schlecht markiert und ich musste die verwaschenen Wegpunkte in den großen Felsbrocken immer wieder suchen. Manchmal zweigten unmarkierte Wege ab, aber es kam keine Wegtafel zur Bielerspitze. Und in Sicht war sie auch nicht, allmählich hatte ich keine Lust mehr. Durch all die Felsbrocken weglos hochgehen, das wollte ich nicht. Da sah ich weiter unten einen gut ausgetretenen Weg, der offensichtlich zurück ins Tal führte. Also lief ich, in der Hoffnung, auf ihn zu treffen, leicht absteigend weiter und gelangte dann auch an eine Wegkreuzung mit einem Stein, der verwaschen rot bemalt war.

Frohen Mutes machte ich mich auf meinen vermeintlichen Rückweg, der,  zwar in steilem Grasgelände, aber doch recht ordentlich zu begehen war. Er führte immer wieder um steil abfallende Bergflanken herum und in schottrige, tiefe Einschnitte hinein. Hier kam ich dann an zwei Stellen, an denen der Pfad so ziemlich weggespült war, aber ich konnte mich dennoch drüberhangeln. Innerlich über den schlechten Zustand schimpfend, lief ich weiter und kam wieder an so einen Einschnitt. Doch da war der Weg gänzlich weg, weder oberhalb noch unterhalb gab es irgendwelche Haltepunkte, keinen Stein und keinen Grashalm, nur fester, trockener, feinsandiger Untergrund.  Ein Rüberhangeln war unmöglich, ich würde sofort abrutschen und weit unten im Schotter landen.

Was tun? Ratlos besah ich mir die Stelle. Zurückgehen wäre eine Alternative, aber dann hätte ich ja wieder die beiden anderen schwierigen Stellen passieren müssen.  Da sah ich einige Meter weiter unten eine bewachsene Schotterstelle, hier könnte ich queren und dann auf der anderen Seite im Grashang hochklettern. Also rutschte ich den steilen Geröllhang runter und querte vorsichtig auf allen Vieren hinüber zum Grashang. Zum Glück waren die Grassoden, an denen ich mich danach beim Hochklettern festhielt, tief genug verwurzelt und ich gelangte tief aufatmend auf dem Pfand an und konnte weitergehen, hoffend, dass nicht nochmal so eine Stelle auftaucht.

Das war dann auch glücklicherweise der Fall und ich erreichte schließendlich wieder den Abstiegsweg zur Bielerhöhe. Davor aber kam ich genau an die Wegkreuzung mit dem Gesperrtschild. Vom anderen Ende war ich auf den verbotenen Weg gelangt und wusste nun auch, warum vor der Begehung gewarnt wurde. Aber es war ja noch einmal gut gegangen.

Erleichtert wanderte ich bergab und besah mir noch die Staumauer des Silvretta Stausees.

Fazit:   Irgendwie war heute der Wurm drin, aber solche Tage gibt es halt. Bis zum Bielerkopf ist es problemlos, den Rest der Tour kann ich auf Grund der schlechten Markierung nicht weiterempfehlen.

Tourengänger: monigau

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