Piz Lunghin (2.645 m) von Maloja.


Publiziert von Gemse , 18. Oktober 2010 um 14:05.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:13 August 1970
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 897 m
Abstieg: 897 m
Strecke:Maloja - Lunghinsee - Lunghinpass - Piz Lunghin - und zurück (10,2 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Silvaplana mit dem Postbus nach Cadlägh bei Maloja
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:keine
Kartennummer:Landeskarte der Schweiz 1:25'000 Blätter 1256 Bivio und 1276 Val Bregaglia

Startpunkt ist der Ortseingang von Maloja. Bei Cadlägh (1801 m) ist ein kleiner kostenfreier Parkplatz, der aber in den Sommermonaten heillos überfüllt ist. Wer es also ermöglichen kann, sollte lieber den Postbus bis zum Ausgangsort nehmen.
Gleich von Anfang an geht es kräftig aufwärts. Im Sommer, wenn es auch in den Bergen weit über 20° C hat, kommt man hier zwischen den Lärchen ganz schön ins Schwitzen. Heute ist es aber angenehm kühl und trotzdem nicht zu kalt. Wir bewegen uns in Richtung Lägh dal Lunghin, der gut ausgeschildert ist. Nach einem kurzen flachen Stück geht es endgültig steil aufwärts. Einige hundert Höhenmeter müssen nun am Stück überwunden werden. - Achtung auf dem Weg habe ich unzählige Kreuzottern gesehen, auf eine wäre ich beinahe sogar draufgetreten. Ich habe noch nie so viele Ottern gesehen. - In kleinen Serpentinen und über Steinstufen wandern wir vorbei an einem schönen Wasserfall zum Lägh dal Lunghin (2484 m). Etwas gemein ist, dass man nach jeder Kurve denkt, dass sich der See nun gleich zeigen müsse, doch jedes Mal wird man enttäuscht. Immer müssen noch ein paar mehr Höhenmeter überwunden werden. Deshalb mein Tipp: Rechtzeitig zu einer festgelegten Uhrzeit Pause einlegen und neue Kraft tanken. Immerhin müssen vom Ausgangsort bis zum See 600 Höhenmeter geschafft werden.
 
Der Lägh dal Lunghin (2484 m) ist eher unspektakulär und umgeben von tristem Blockwerk. Trotzdem tummeln sich hier in der Hochsaison dutzende Wanderer und Jugendgruppen. Die meisten davon gehen noch weiter zum Piz Lunghin oder zur Innquelle.
Wir gehen beim Aufstieg nicht den direkten Weg zum Gipfel, sondern nehmen einen Umweg über die Innquelle. Dazu geht es vom Lej dal Lunghin durch eine recht karge Geröllebene zum Pass Lunghin (2645 m), an dem sich die in Europa einmalige Dreiwasserscheide befindet. Das gegen Norden und Osten abfließende Wasser erreicht mit dem Inn das Schwarze Meer. Die Maira nimmt die Abflüsse nach Süden auf und bringt sie über den Po ins Adriatische Meer, und gegen Westen bringt die Julia das Wasser mit dem Rhein zur Nordsee.
 
Vom Pass Lunghin folgen wir nun dem Grat nach Süden. Dieser Weg ist gut markiert und nur für erfahrene Bergwanderer geeignet. Es gibt ein paar ausgesetzte Stellen sowie atemberaubende Tiefblicke vom schmalen Pfad auf dem Grat hinab ins Bergell. Deshalb sollten Wanderer mit Höhenangst lieber den direkten Aufstieg vom Lej dal Lunghin zum Gipfel nehmen.
 
Kurz vorm Gipfel kreuzt der Gratweg den Direktweg und führt nun gemeinsam noch einmal steil zum Gipfelaufbau hinauf. Heute müssen wir hier eine ca. 3 Meter lange vereiste Stelle passieren. Hinauf geht es noch ganz gut, aber abwärts wird die Stelle doch heikel. Dazu aber später, jetzt erst einmal die letzten Meter hinauf zum Gipfel des Piz Lunghin (2780 m).
 
Neben einem Wanderpärchen, das es sich am Gipfelsteinmann gemütlich gemacht hat, sind wir ganz allein hier oben. Die Aussicht ist einfach unglaublich. Wir überblicken von hier oben beinahe das gesamte Engadin. 1000 Meter tiefer liegt nun der Ausgangsort und eigentlich möchten wir am liebsten ewig hier oben am Gipfel in der Sonne stehen und das Panorama genießen. Leider müssen wir uns nach ausführlichem Aussichtsgenuss dann aber doch wieder vom Gipfel trennen und stiefeln den Grat hinab. Die oben bereits angesprochene vereiste Stelle ist tatsächlich sehr unangenehm im Abstieg. Es hilft alles nichts, wir gehen in die Hocke und schlittern vorsichtig nach unten - nichts passiert! Der restliche Weg hinunter direkt zum Lej dal Lunghin ist kein Problem mehr.
 
Am See vorbei steigen wir auf dem Aufstiegsweg hinab zum Ausgangsort, den wir im späten Nachmittag erreichen.
 
Endlich kann ich den Piz Lunghin in meine Liste der erfolgreich bestiegenen Gipfel aufnehmen - er hat uns nicht enttäuscht. Der Weg hinauf ist abwechslungsreich und die Aussicht von oben einfach unbeschreiblich!

Bergsteiger: Monika und Karl

Alle meine Touren 1970 im Bereich von St. Moritz:
 
*Piz Lagalb
*Piz Lunghin
*Piz Corvatsch
*Piz Nair
*Piz Trovat und Munt Pers

Tour 17 <--- Tour 18 ---> Tour 19    (Tournummern nach Einstellungsdatum der Touren)


 

Tourengänger: Gemse


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Geodaten
 9947.gpx 1970-08-13 Piz Lunghin

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Kommentare (9)


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Sky hat gesagt: Oberwallis ?
Gesendet am 18. Oktober 2010 um 14:54
Achtung, Piz Lunghin ist nicht im Wallis, ist im Engadin !
Tschüß, Luca

Gemse hat gesagt: RE:Oberwallis ?
Gesendet am 18. Oktober 2010 um 15:33
Entschuldigung, das ist ein totaler Fehler!!!!, wird sofort geändert
Gruß
Karl

Gelöschter Kommentar

Gemse hat gesagt: RE:Stimmt Tour-Datum?
Gesendet am 18. Oktober 2010 um 15:47
Das Tour-Datum stimmt. Ich vermute aber, Du sprichst ein Bild an, das ich mir geklaut habe. Es ist dies vom Pass Lungin, da hatte ich keines.

Gemse hat gesagt: RE:Stimmt Tour-Datum?
Gesendet am 18. Oktober 2010 um 16:43
Diese Tour, sowie alle Touren sind so genannte Altberichte. Wenn Du auf mein Benutzerprofil schaust, wirst Du mein Alter sehen. Desweiteren sind auf meinem Joural noch ältere Berichte vorhanden.

Gelöschter Kommentar

Gemse hat gesagt: RE:Stimmt Tour-Datum?
Gesendet am 18. Oktober 2010 um 17:04
Ich stelle die Berichte hauptsächlich ein, damit man bei Gletscherbegehungen, den Rückgng der Gletscher sieht. Das beste Beispiel ist der Bericht: Großes Wießbachhorn von mir und dann von Tef.

Gelöschter Kommentar

Gemse hat gesagt: RE:Dramatisch
Gesendet am 23. Januar 2011 um 18:27
Hallo,
nun habe ich einen Tourenbericht eingestellt *Gornergletscher.
Hier könnt Ihr feststellen wie es damals ausschaute.

Gruß Karl


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