Nebel am Tristen


Publiziert von Delta Pro , 14. August 2010 um 20:48.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:13 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Alpstein 
Zeitbedarf: 4:15
Aufstieg: 860 m

Ein vergessener Gipfel im Alpstein – spannender Ausflug an einem nassen Sommertag
 
Was soll man bei diesem „tristen“ Wetter anderes tun, als den „Tristen“ zu besteigen? Fragten wir uns und zogen los, einen kaum dokumentierten und kaum mehr bestiegenen Alpstein-Gipfel im Nebel zu entdecken. Besonders bei trockenerem Wetter gibt die Besteigung des Tristen, eines dem Moor vorgelagerten Felskopfes, der sich in Lage und Form in die Linie von Schafbergwand und Zehenspitz einreiht, eine hübsche Halbtagestour ab. Früher wurde die schöne Gipfelwiese scheinbar sogar für die Alpwirtschaft genutzt, weshalb die Aufstiegsroute durch ein altes Stahlseil entschärft ist. Die Schlüsselstelle sind die paar letzten, ausgesetzten Meter zum Hauptgipfel. Man kann sich aber gut mit dem nur wenig niedrigeren Grasgipfel (NE-Gipfel) begnügen.
 
Von Wildhaus durch das Flürentobel mitten hinein in den Nebel. Als wir auf dem schönen, mit grossem Aufwand präparierten Weg (blau-weiss) gegen den Schafboden hinaufsteigen, scheint sich die graue Suppe etwas zu lichten, nimmt uns aber schon bald wieder ganz ein. Bei der Alp verlässt man den Wanderweg und hält gegen rechts ins Couloir, das von der Scharte hinter den Tristen hinunterzieht. Dieses wird erst gegen Ende steiler, es finden sich einzelne Wegspuren (T4). Kurz vor Erreichen der Scharte führt ein waagrechtes Rasen-/Felsband nach rechts in die Wand hinaus. Dieses ist recht schmal und etwas exponiert. Da es wahrscheinlich künstlich vergrössert wurde, ist es dennoch gut zu begehen. Das Band führt zur markanten Rinne, die sich zwischen den beiden Gipfeln des Tristen hinunterzieht. Die ersten Drahtseilreste findet man schon unten in der Rinne. In leichter Kletterei geht’s die mit Grasbüscheln durchsetzte Rinne hoch (T5, I). Bei der vorherrschenden Nässe, hält man sich ganz gerne mal am rostigen Stahlseil fest, auch wenn dieses nicht allzu grosses Vertrauen weckt. Das Seil ist an einem in den Fels gehauenen Stahlpfosten befestigt, der kaum wackelt. Von der idyllischen, nach Süden abfallenden Gipfelwiese hält man nach rechts auf dem Grasgrat zum Hauptgipfel. Die letzten Meter bestehen aus einem Aufschwung aus gutem Fels und erfordern eine kurze Klettereinlage (T6-, II). Dann in wenigen Schritten über den Grat zum Gipfel. Der Gras-Gipfel links der Rinne ist ohne Probleme erreichbar. Gerade hier kriegen wir ein fünf Minuten langes Fenster ohne Nebel, dass es uns trotz allem erlaubt, ein bisschen etwas von der mystischen Umgebung zu sehen. Abstieg zurück durch die Rinne und auf der anderen Seite des Tristen gegen die Chreialp. Der Abstieg nach dem Sattel ist anfangs steil. Wegspuren sind kaum mehr vorhanden. Wir folgten unmittelbar der Wand (T5-). Bei Trockenheit geht man besser durchs Gras des Tälchens. Dann querend zum Wanderweg und zur Alp Tesel, wo schliesslich der Regen beginnt.

Tourengänger: Delta, sglider


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Kommentare (2)


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alpstein Pro hat gesagt: Mystische Stimmung im Alpstein
Gesendet am 15. August 2010 um 11:27
Eine peinliche Bildungslücke wurde heute getilgt ;-)
Wenn es der Gipfel links unten ist, dann habe ich den Tristen immerhin schon mal gesehen.

Gruß
Hanspeter

Delta Pro hat gesagt: RE:Mystische Stimmung im Alpstein
Gesendet am 15. August 2010 um 16:35
Schönes Bild - ja, der ist es! Einen Ausflug wert, empfohlen vor allem bei schönem Wetter ;-)
Gruss Delta


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