Alphubel, 4206 m


Publiziert von Sibille , 19. September 2009 um 17:12.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:13 September 2009
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 850 m
Abstieg: 1400 m
Strecke:Mittel Allalin - Feejoch - Feechopf - Alphubeljoch - Südostgrat - Alphubel

Als wir uns am Sonntagmorgen um 7 Uhr mit unserem Bergführer beim Alpin Express trafen, gab es schon eine beachtliche Anzahl von Skifahrern (Nachwuchskader), welche sich in die Schlange vor der Talstation einreihten. Den Bergsteigern wurde dann glücklicherweise durch den Seiteneingang Einlass gewährt, sodass wir unverzüglich zum Mittel Allalin hochfahren konnten. Aufgrund des schlechten Wetters des Vortags – es hat bereits etwas geschneit – gab es keinen Ansturm von Bergsteigern, welche wie ich, noch eine letzte Hochtour vor dem Wintereinbruch unternehmen wollten. Zur selben Zeit wie wir startete noch eine andere geführte Seilschaft, ebenfalls Richtung Alphubel und weitere Seilschaften, welche bei der Täschhütte bereits am frühen Morgen aufgebrochen waren, befanden sich auf der Eisnase kurz vor dem Gipfel.
Die so viel beschriebene / photographierte Autobahn Richtung Feejoch war leicht zugeschneit, dennoch kamen wir gut voran und wurden für diesen ersten Anstieg mit einer phantastischen (noch wolkenlosen!) Sicht vom Matterhorn bis zum Liskamm belohnt. Da ich optimistisch genug war zu glauben, dass diese Sicht uns während der ganzen Tour begleiten würde, bemühte ich mich nicht dieses Panorama auf Photos festzuhalten, sondern genoss einfach diesen schönen Moment. Dann begann die leichte Kletterei zum Feechopf, welche ohne Steigeisen gut zu meistern war, da es nicht vereist war und nur am Anfang ein kleines Schäumchen Schnee auf dem Gestein lag. Eindrücklich war es vom Bergführer zu erfahren, wie viel Gestein in letzter Zeit aufgrund des zurückgehenden Permafrosts weg gebrochen war. Vom Feechopf ging es durch den pulvrigen Neuschnee leicht hinunter zum Alphubeljoch, wo wir uns für das bevorstehende Steilstück des Südostgrates stärkten. Erst beim langsamen hochgehen merkte ich, wie steil es tatsächlich war und wie das Atmen etwas schwerer fiel. Auf der zweiten Hälfte des Steilstücks kamen wir dann im Zickzack wieder besser voran und standen kurz darauf auf dem flachen Gipfel. Sonnenstrahlen „vergoldeten“ uns die letzten Meter durch den glitzernden Neuschnee zum höchsten Punkt… wow!
Der einzige Wehrmutstropfen war nun die leichte Bewölkung, welche ausgerechnet sämtliche Gipfel in ein Wolkengewand verhüllte. Die einzige Ausnahme bildete der Alphubel selbst J
So machten wir uns nach der Gipfelrast auf Richtung Längflue. Der Abstieg von gut 1400 Höhenmetern verlief zuerst dank dem schönen Pulverschnee und dem tiefer gelegenen Sulzschnee sehr angenehm. Unterwegs überquerten wir unzählige Gletscherspalten oder liefen hin und her, damit wir sie umgehen konnten. Erst etwa das letzte Drittel liefen wir auf pickelhartem Blankeis, was natürlich mehr anstrengte, doch mit der Längflue in Sichtweite war das kein Problem.
 
Bei verschiedenen anderen Tourenberichten habe ich von dem Sitzplatzreservationssystem gelesen, welches einen Platz im Postauto zurück nach Visp garantieren soll. So versuchte mein Tourenkollege von der Längflue aus per Telefon die entsprechenden Plätze für den angestrebten Kurs zu reservieren. Ohne Erfolg, da wir offensichtlich nicht die geforderten zwei Stunden davor eingehalten haben… So tranken wir halt auf unser Gipfelerlebnis mit der Absicht später die Person am Postautoschalter doch noch zu erweichen. Doch auch beim Restaurant Längflue kam nicht wirklich das Gefühl von Gastfreundschaft auf, musste ich mich schon fast aufdrängen, um bei einem praktisch menschenleeren Restaurant etwas bestellen zu dürfen… wir waren definitiv zurück in der Zivilisation!
Nach der Gondelfahrt über Spielboden nach Saas Fee steuerte wir das Busterminal an und mischten und nach einem missglückten Gespräch am Schalter unter die Passagiere mit ihren blauen, gelben etc. Reservationskarten. Schon kurz darauf lud ein sehr freundlicher Buschauffeur alle ohne Platzkarten (eigentlich sämtliche Bergsteiger) ein, mit ihm nach Visp zu fahren. Nachdem er eigenhändig dafür gesorgt hatte, dass sogar alle einen Sitzplatz bekommen haben – war meinen Füssen nur so recht – fuhr unser Postauto sogar als erstes los. So viel Theater, wenn’s doch so einfach und unkompliziert gehen kann!

Tourengänger: Sibille

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