Die letzte Pause: Hochries


Published by ZvB , 20 April 2019, 07h41.

Region: World » Germany » Alpen » Chiemgauer Alpen
Date of the hike:19 April 2019
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 5:00
Height gain: 1045 m 3428 ft.
Height loss: 1045 m 3428 ft.
Route:13,3km
Maps:AV BY17

Früher, als es noch kein Internet gab - die Ältesten unter uns erinnern sich vielleicht noch - waren Bücher oft die einzige Informationsquelle, um die nächste Bergtour planen zu können. Walter Pauses Münchner Hausberge gehörte seinerzeit zur Ausstattung sehr vieler Bergsteiger. Auch ich folgte damals dem Trend zum Zweitbuch. Jeden erfolgreich nachgemachten Tourenvorschlag hakte ich dann später auf der Übersichtsseite im Einband ab, wirklich alle bis auf einen.
Als hier vor ein paar Tagen ein Bericht über eine Hochriesbesteigung erschienen ist, erinnerte ich mich an ein von mir lange Zeit unter dem Buchdeckel der Verschwiegenheit gehegtes Geheimnis bzw. Versäumnis.


Es knackt bedenklich, als ich den Pause (16. Aufl., 1991) sehr vorsichtig aufschlage. Alter Zigarettenmief schlägt mir entgegen. Ein Raucherbuch. Ja, auch das war früher anders. Und unter Tour Nr. 4 Hochries befindet sich noch kein Strich. Pause verbindet Hochries und Spitzstein zu einer Überschreitung mit Hüttenübernachtung. Das muss nun wirklich nicht sein. Für meinen Haken gehe ich lieber die von 83_Stefan beschriebene Runde (s.o.) nach und berufe mich darauf, dass mir der Spitzstein nicht unbekannt ist.

Der Wind ist heute, am Karfreitag, sehr stark. Ist das eine normale Ausgleichströmung, die sich im Tagesgang wieder verliert, oder haben wir Fön? Egal, nach der Tour werde ich bestimmt nicht den Wetterbericht des vergangenen Tages lesen, aber gelobe, zukünftig VOR dem Aufbruch in die Berge das Internet zu konsultieren...

Vor große Herausforderungen werde ich nicht von der Hochries gestellt. Es liegt wenig Schnee und der, der da noch liegt, trägt mich in Windeseile auf den Gipfel (1,5h, T2).
Auch über den weiteren Weg über Karkopf und Feichteck (1h, T2/T3) muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Vielmehr beschäftigt mich, dass einer der Akkus im GPS sein Lebensende erreicht hat. Ab 11:03:22 Uhr ist Schluss mit Track. Beim Abstieg in Richtung Wagneralm erwische ich dadurch - hilflos ohne Strom - nicht den optimalen d.h. kürzesten Weg hinab, sondern die breiten Kehren eines langsam verwildernden Forstweges.

Ganz zum Schluss, als ich von Waldparkplatz zu Waldparkplatz marschiere, verstehe ich endlich, warum ich um diese Ecke der Alpen immer einen großen Bogen gemacht habe und die letzte Pause bisher noch keinen Haken bekommen hatte. Das Feichteck im Winter wäre allerdings noch eine Idee ...

Hike partners: ZvB


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