Vom Niederhorn zu den Sieben Ängsten: Behängstigend schön!


Published by Alpin_Rise , 26 September 2013, 18h54.

Region: World » Switzerland » Bern » Berner Voralpen
Date of the hike: 6 September 2013
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Access to start point:cff logo Niederhorn
Access to end point:cff logo Innereriz Säge
Accommodation:z.B. auf dem Niederhorn, jede Menge lauschige Biwakplätze am Wegesrand

Nach den abstiegsintensiven Touren der letzten Tage stand mir der Sinn nach etwas Kurzem und Genussvollem. Denn an diesem Spätsommertag stand im Berner Oberland lediglich ein Dreistunden-Fenster  offen - was ich aber durch dieses sah, lässt mich noch heute schwärmen! Derart, dass ich hier kurz die lohnende Überschreitung zweier Massive vorstellen möchte, die in dieser Kombination erstaunlicherweise noch keinen Hikr verlocken konnte.

Die Tour lebt von Kontrasten: Volksauflauf am Niederhorn, Einsamkeit an den sieben Hängsten; granitähnlicher Sandstein am ersten, blendende Schrattenkalk-Karstflächen am zweiten Gipfel; ein flaches, zügiges Einlaufen und ein steiler, spannender Abstieg als Schlussbouquet. 


Kontrastlaufen im BEO: Über niedere Hörner und sieben Hängste sollst du geh'n

Die Route ist im ersten Abschnitt schnell beschrieben: Nach einer gemütlichen, mediterran anmutenden Anreise via Thun - Beatenbucht mit der Standseil- und der neuen Kabinenumlaufbahn hoch aufs Niederhorn. Hier zügig alles dem Wanderweg entlang mit kurzen Pausen auf den gut besuchten Gipfeln Burgfeldstand und Gemmenalphorn.

Danach wirds ruhiger, durch eine faszinierende, föhrenbestockte Bilderbuchlandschaft geht's zum Sattel bei der Alp Oberberg. Bis hierher bin ich genau eine Stunde unterwegs, so bleibt noch etwas Zeit für die Traverse der sagenhaften Sieben Hängste. Dem grossen Schrattenkalkfeld kann ich nicht widerstehen, darum etwas westlich ausholend über scharfe Gräten und tiefe Löcher balancierend hoch zum Grat bei der Schibe. Hier begegne ich den  letzten menschlichen Mitgängern und überraschend einem Rudel Steinböcke, das den Grat überschreitet. Danach reizvoll dem Grat oder dem guten Weglein etwas südlich folgend zwischen Dollinenlöchern fortan (T3). Das Gelände ist zeitraubender als gedacht, darum erreiche ich den Hauptgipfel P. 1952 der Siben Hängste ausserhalb meines Zeitplanes nach etwas mehr als zwei Stunden ab Niderhorn.
Zu Gunsten einer halbstündigen Gipfelrast schiebe ich meine Ankunft in Innereriz um eine Stunde hinaus und gönne mir als Abstieg das Grätli. Vor allem im oberen Abschnitt eine steile, reizvolle Gratlinie auf schmalem Pfad (T4), gegen unten raus zunehmend krautig und undeutlich. Bei Fall möchte ich beinahe applaudieren, dass nun endlich das Fahrsträsschen erreicht ist... Der finale Abstieg über Hintere Sol nach Innereriz Säge zieht sich dann doch noch etwas.
Pünktlich erreiche ich den bis auf einen Mitpassagier leeren Bus - der Chauffeur bequemt sich erst rund 10 Minuten nach Fahrplan zur Abfahrt. Für die pünktliche Ankunft und die Seeerfrischung bei Thun reicht dies noch längst.

Fazit: eine ausserordentlich reizvolle Tour mit wenigen Höhenmetern, die sich ebenso für Gruppen mit verschiedenen Leistungsniveaus eignet. Ab Oberberg kann beliebig verkürzt (Schibe - Sichle oder Wagemoos - Grüenberg bzw. Habkern) oder verlängert (Siegriswiler Rothorn et al.) werden. Monstertouristen könnten sich natürlich auch allen vier Massiven (Sigriswiler Rothorn, Niederhorn, Sieben Hängste, Hohgant) an einem Tag annehmen...

Die Berner Voralpen haben einige weitere Joker zu bieten, nachdem ich nun die Ketten in je einer Tour (klick, klack, kluck kennenlernen durfte, gehts jetzt an die reizvoll-mühselige "Detailarbeit".

Hike partners: Alpin_Rise


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Comments (5)


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amphibol says: huiiiii
Sent 26 September 2013, 19h10
..da komm ich vom Niederhorn zurück und betrachte und lese das hier!

Schöne Tiere! Heute nur die Brunftschreierei der Hirsche gehört. Vielleicht hat dies die Steinböcke verjagt..

LG amphibol

Sent 26 September 2013, 19h51
Auf jedem Hängscht ei Ängscht? ;-)

DanyWalker says: Schon ne Weile her
Sent 8 June 2017, 12h04
Aber genau diese Tour würde ich gerne mache. Jedoch Wandern Wie Du selbst sagst, viele machen diese Tour nicht. :) Sollte aber auch gehend in ca. 7 Stunden zu machen sein Oder? Und der Abstieg relativ Steil Abstieg via Grätli, gibts da ne Alternative?
Gruss Dani

Alpin_Rise says: RE:Schon ne Weile her
Sent 8 June 2017, 15h02
Zeitlich sehe ich kein Problem in sieben Stunden; anstatt dem Grätli kannst du auch auf den Weg Schluchhole - Grüeneberg absteigen. Diesen kenne ich jedoch nicht. Bei guter Sicht sollte der zu finden sein.
G und viel Vergnüege,
Rise

DanyWalker says: RE:Schon ne Weile her
Sent 9 June 2017, 09h09
Sehr gut. Danke für die Info.
Gruss Dani


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