Payer Hütte (3029 m) - Aussichtskanzel unterm Ortler


Published by alpstein Pro , 1 September 2013, 11h26.

Region: World » Italy » Trentino-South Tirol
Date of the hike:30 August 2013
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: I 
Height gain: 800 m 2624 ft.
Height loss: 800 m 2624 ft.
Access to start point:über Davos - Flüela- Ofenpass - Mustair - Prad - Sulden
Access to end point:über Arlberg - Reschenpass - Prad - Sulden
Accommodation:in Sulden, Hütten z.B. Düsseldorfer Hütte, Tabarettahütte, Payerhütte
Maps:Tabacco 08 - Kompass 52

Ein Bergunternehmen, das nicht auf einem Gipfel, sondern lediglich an einer Hütte endet, ist normalerweise nicht so unser Ding. Nicht so aber, wenn es um eine Wanderung zur Payer-Hütte (3029 m) geht, die hoch über Sulden (1860 m) einem Adlerhorst gleich auf einer Felswand thront. Für Bergwanderer ist sie ein willkommenes Tourenziel, für Alpinisten geht es hier erst richtig los oder je nach Ausgangspunkt können sie bei der Ankunft an der Hütte von sich behaupten, ein Ortler-Unternehmen erfolgreich abgeschlossen zu haben. Stellvertretend für einige Berichte sei auf die informativen und toll bebilderten Schilderungen von Bombo verwiesen, welcher den Ortler zusammen mit den alpinos und joerg 2011 bestiegen hat.

Beim Blick aus dem Bett zur Balkontüre hinaus leuchtete die winterlich anmutende Königspitze (3851 m) in der Morgensonne vor einem blauen Hintergrund. Frost hatte es schon wieder im Talboden und das Ende August, aber das nimmt man bei solchen Verhältnissen gerne in Kauf und es blieb ja auch nicht den ganzen Tag so kalt. Beim Gang vor das Haus zeigte sich auch der Ortler (3905 m) am Morgen ohne Hut. Die Vorfreude auf den Tag war groß und nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Sessellift nach Langenstein bei der K2-Hütte (2350 m).  Nachdem wir am Vortag recht lange unterwegs waren, kam uns diese Aufstiegshilfe gerade recht.

Zum Weg selbst verweise ich auf meinen Bericht aus dem Jahr 2009. Die technischen Anforderungen sind es nicht,  welche diese schöne Wanderung ausmachen.  Die Mächtigkeit des Ortlers, unter dem man den ganzen Tag hindurchschreitet, ist es, die so viel Eindruck hinterlässt.  Fast ehrfürchtig steht man unter der ca. 1200 m hohen Nordwandrinne, die schon so viele Opfer gefordert hat, darunter 2011 auch eine junge Frau aus einem Ort im Bregenzerwald, der lange Jahre so was wie meine zweite Heimat war.

Der schön angelegte Weg führt über die Moräne des Marltferners, unter der sich wohl noch Eis befinden dürfte, so habe ich es zumindest vor ein paar Jahren gesehen und die Moräne scheint auch noch immer in Bewegung.  Einige Serpentinen später steht man schon an der Tabaretta-Hütte, die vor langer Zeit mal auf einem Rasenrücken zwischen Eis lag. Nach einer längeren Querung auf der Nordseite des Tabarettakammes geht es steiler hoch zur Bärenkopfscharte (2871 m), wo sich der Blick dann rüber Richtung Stilfser Joch öffnet. Unübertroffen bleibt aber der Blick zur Payer-Hütte vor dem vergletscherten Hintergrund des Ortlers. Neben Gornergrat und Jungfraujoch eine der faszinierenden Bergszenerien, die wir in den Alpen bisher erleben durften. Dass sich der Gipfel den ganzen Tag unverhüllt zeigte, war unser großes Glück.  Im Zoom war sogar das Gipfelkreuz gut auszumachen.

Auf der Payer-Hütte beobachteten wir auf dem Gletscher (Normalweg) absteigende Seilschaften.  Die Meisten haben den Gipfelerfolg nach Erreichen der Hütte erst einmal mit einem Bier begossen. Die Freude über das Erreichte war ihnen anzusehen. Ein Gipfelbezwinger ließ uns mit seinen Erzählungen beim Frühstück am nächsten Tag an seinen Erfolg teilhaben. In 3 Stunden sei die kleine Seilschaft mit Führer von der Payer-Hütte auf dem Normalweg auf den Gipfel gelangt. Im nächsten Leben wollen wir dann auch mal auf den Ortler ;-)

Der Abstieg führte uns über die Aufstiegsroute zur K2-Hütte zurück. Nach rund 100 m Schlussaufstieg hatten wir ein Bier dort auf der Terrasse auch verdient, bevor es mit der Sesselbahn zu Tal ging.

Fazit: Der Tag hat das gehalten, was wir uns erhofft haben. Bessere Verhältnisse hätten wir nicht antreffen können. Der Ausflug nach Südtirol war ein voller Erfolg.
 
Informationen zum Ortler findet man auf Wikipedia

Hike partners: alpstein, Esther58


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