Alphubel 4206m, endlich mal wieder ganz oben!
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Alphubel 4206m endlich wiedermal in etwas höhere Regionen
Ein Sonntag mit viel Sonnenschein war prophezeit. Dies wollten wir nutzen und entschieden uns für einen Besuch in Saas Fee und den Alphubel zu besteigen. Nach einer frühmorgentlichen Fahrt, lassen wir uns mit der Gondelbahn zur Längflue hoch bringen. Die ersten etwas über 1000 Hm sind so schnell und äusserst bequem zurückgelegt. Ab der Längflue muss dann der eigene Motor in Betrieb genommen werden.
Aufstieg |
Beim Bergrestaurant Längflue P.2867 betreten wir gleich den Feegletscher und gehen erst in südwestlicher Richtung der Felsrippe vom Alphubel entgegen drehen aber bald nach Süden ab.
Auf einem Arm des Feegletschers der hier von zwei Felsrippen begrenzt wird, der besagten Rippe vom Alphubel (westliche Rippe) und einer Felsrippe vom Feechopf kommend (östliche Rippe) gewinnen wir stetig an Höhe und gehen nordwestlich einer kleinen Felsinsel vorbei weiter in südlicher Richtung.
Auf einer Höhe von etwa 3500m befindet sich eine etwas steilere Passage „30° auf 40 Hm“. Ist diese überwunden, betritt man das flache Plateau des Alphubeljochs an dessem nordöstlichstem Ende. Hier geht es weiter nach Süden. Direkt dem Feechopf entgegen. Auf einer Höhe von ca. 3660m drehen wir langsam nach rechts „Westen“ ab und der steilen Gipfelflanke entgegen.
Nun wird es steil! Um die Gipfelkuppe des Alphubels zu erreichen muss die Gipfelflanke, der letzte steile Hang, überwunden werden.
Ungefähr in der Mitte dieses Hanges steigen wir durch einen Couloir ähnlichen steilen Einschnitt „35°-38° auf 150 Hm“ P.4188 entgegen. Das Couloir wird durch zwei kleine Seracs rechts uns links (Gletscherabbrüche) begrenzt.
Ab 4100m legt sich die Gipfelflanke langsam zurück, die vergletscherte Gipfelkuppe des Alphubels ist erreicht.
Den Grat erreichen wir bei P.4188. Diesem folgen wir schliesslich südwärts zum Hauptgipfel des Alphubel P.4206.
Bei bestem und sehr warmem Wetter können wir den Gipfel, die Sonne und die grandiose Aussicht geniessen! Eine Aussicht die man halt eben nur auf 4000m und mehr zu Gesicht bekommt.
Für mich ein spezieller Moment! Seit im letzten Jahr die Sommersaison zu Ende ging, das erste mal wieder auf dieser Höhe! Viel zu lange war es her und viel zu lange habe ich auf diesen Moment gewartet! Endlich ganz oben! Endlich mal wieder richtig aufatmen, alles vergessen nur der Moment, die Weite und Freiheit fühlen, die es sonst nirgends gibt.
Wir haben heute perfekt Verhältnisse erwischt und konnten deshalb sehr direkt und alles mit den Skis an den Füssen bis zum Gipfel hoch steigen. Nichtmal Harscheisen waren notewendig! Bei solchen Verhältnissen eine Traumtour.
Sollten sich die Schneeverhältnisse anders zeigen, Schneebrücken von zweifelhafter Qualität, geht man von der Längflue besser erst südwärts, dem Lift folgende bis etwa 3060m, hier nach rechts abbbiegen, südwestlich an P.3181 vorbei und zur Alphubel Aufstiegsspur.
Die Verhältnisse können auch einen Aufstieg mit Skis bis zum Gipfel verunmöglichen. Je nach dem müssen die steile E-Flanke und die letzten Meter zum Gipfel zu Fuss und mit Steigeisen zurückgelegt werden. Zudem ist diese Passage ein klassischer Triebschneehang, was besonderes Augenmerk, vor allem bei Neuschnee, verlangt.
Hier mal ein Dank der äusserst Angenehmen Begleitung!
Abfahrt |
Bis auf eine Höhe von ca. 3160m folgen wir ungefähr der Aufstiegsspur. Abfahrtsmeter die nicht wirklich etwas zum wünschen übrig lassen.
Auf 3160m biegen wir nach rechts ab, fahren südwestlich an P.3181 vorbei zum Schlepplift und der Skipiste von der Längflue her kommend und folgen ab da der Skipiste bis nach Saas Fee hinunter.
Achtung: Ab Spielboden wird Skipiste teilweise, auf Grund erhöhter Lawinengefahr gesperrt.
Startpunkt |
Längflue 2869m
Ziel |
Alphubel 4206m
Anforderungen |
ZS. Tour darf nicht unterschätzt werden. Sie führt über den sehr stark zerrissenen Feegletscher, was so seine Tücken hat. Der steile Gipfelhang „Osthang, 35°-38° auf 150 Hm“ ist oft vereist, was einen Fussaufstieg mit Steigeisen notwendig macht.
Trotz des häufig recht flachen Geländes muss die tageszeitliche Erwärmung zwingend berücksichtigt werden! (Stabilitätsverlust der Schneebrücken)
Trotz der mässigen Schwierigkeiten ist und bleibt diese Tour ein hochalpines Unterfangen was etwas an Erfahrung erfordert.
Hangrichtung |
Ost, Nordost
Lawinengefahr |
In der steilen Gipfelflanke „35°-38° auf 150 Hm“ Dies ist ein klassischer Triebschneehang. Ansonsten, bei guter Spuranlage, eine relativ Lawinen sichere Tour.
Zerrissener Feegletscher stellt die grössere Gefahr dar.
Material |
Übliche Skitourenausrüstung
Gletscherausrüstung (Eispickel, Steigeisen, Anseilgurt, Seil.......)
Zusätzliche Info |
Zeit inklusive Pausen und Abfahrt.
Wir haben super Verhältnisse vorgefunden. Konnten sehr direkt auf einer ideal angelegten Spur mit den Ski bis zum Gipfel hochsteigen.
Fazit |
- Sehr lohnenswerte hochalpine Skitour auf ein grosses Gipfelplateau
- Super Rundumsicht auf auf die umliegenden 4000er
- Häufig begangene Tour
- Erfordert einiges an Ausdauer
- Als Eintagestour relativ lang
- Schwierigkeiten sind sehr stark von den Verhältnissen abhängig
- Bei genügend Schnee kann bis nach Saas Fee hinunter gefahren werden
- Erfordert Alpinerfahrung (aus meiner Sicht keine Tour für Einsteiger)
Genaue Route |
Längflue P.2869, Feegletscher, Gipfelflanke, Alphubel P.4206, Längflue P.2869, Spielboden P.2448, Saas Fee
(mache bewusst keine genaueren Wegangaben, da der mögliche Weg ebenfalls sehr stark von den Bedingung abhängt.)
Alternativ |
Feechopf
Allalinhorn

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