Alpler Horn (2380m) - Alpler Stock (2093m)


Published by Bergamotte Pro , 22 October 2012, 22h58.

Region: World » Switzerland » Schwyz
Date of the hike:20 October 2012
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR   CH-SZ 
Time: 5:15
Height gain: 1275 m 4182 ft.
Height loss: 1275 m 4182 ft.
Access to start point:PW bis Waldiseeli
Access to end point:PW ab Waldiseeli
Maps:1172 Muotathal

Sachen gibt's, die gibt's gar nichts. Und dennoch gibt es sie, und zwar in der Schächentaler Windgällen-Kette. Während angefressene Hikrs jeden noch so unbedeutenden Hügel bestiegen und kartographiert haben, wandelt man hier quasi durch Terra Incognita. So komme ich auf meiner dritten Tour im Gebiet zur vierten Hikr-Erstbegehung. Zumindest beim Alpler Horn hat wohl auch der SAC-Führer seinen Teil dazu beigetragen, unterschlägt er den dominanten Gipfel doch kurzerhand.

Gestartet wird beim "Waldiseeli" (1406m, ohne Name auf LK), wo auch parkiert werden kann. Ein schwacher Pfad führt unschwierig durch die steile Ostflanke zur Alp Bitzi und von dort auf den Geissstock (1974m). Man kann hier nicht unbedingt von einem Gipfel sprechen, sondern eher einem mächtigen Balkon. Weglos ziehe ich über den Rücken und steige - zuletzt ziemlich steil - auf den mächtigen Sangigrat hoch (T3).

Bei der Überschreitung des breiten Grats blickt man permanent in die senkrechte Nordwand des Alpler Horns. Eine Entwarnung an alle Ästheten: Nur aus dieser Perspektive wirkt der formschöne Doppelgipfel wie ein ordinärer Klotz.

Bei P. 2217, dem Pässchen über den Sangigrat, direkt am Fuss des Alpler Horns gelegen, stehen dem Gipfelaspiranten zwei Möglichkeiten offen. Wer den Gipfel nicht nur besteigen, sondern auch umrunden möchte, der quert auf der Nordeite zum Horngrätli rüber und gelangt von dort an den Südfuss des Alpler Horns. Da ich zeitlich eher knapp dran bin, verzichte ich auf die Deluxe Variante und umgehe den Gipfelaufbau stattdessen auf der Ostseite.

Ob sich das Alpler Horn überhaupt erwandern lässt, kann auf der LK nicht abschliessend beurteilt werden, ziert doch ein Felsband den ganzen West-Süd-Ost-Halbkreis. Doch bei dieser Tour konnte ich vom Gipfel des Seestocks mehrere mögliche Durchgänge auf der Südseite erspähen. Doch so weit muss ich gar nicht gehen. Erfreut entdecke ich noch auf der Ostseite diese Rinne (oberhalb des Geröllfelds), welcher auf den steilen Gipfelhang hochführt (T4+). Das erspart mir einige Dutzend Höhenmeter. Nun heisst es über die steile Südflanke auf den Hauptgipfel hochzuqueren, ziemlich mühsam, aber ungefährlich (T4-).

Den Hauptgipfel des Alpler Horn (2380m) ziert ein Steinmann, genau wie den schroffen Ostgipfel (2319m). Ein Buch hingegen fehlt. Ich feiere die Hikr-Erstbegehung mit einer ausgiebigen Gipfelpause, was leicht fällt angesichts umfassendem Panorama und Traumwetter. Für den Abstieg wollte ich zunächst einen anderen Durchstieg wählen, man möchte schliesslich möglichst viel zu Hikr beitragen... Doch von oben lässt sich die Machbarkeit jeweils nur schwierig einschätzen, weshalb ich doch bequem die Aufstiegsrinne wähle.

Zum Alpler Stock (2093m) rüber ist's wenig mehr als ein Katzensprung. Vorsicht: Der höchste Punkt (P. 2093) befindet sich zwar auf dem schmucken Grätchen, das Kreuz aber bei der Terrasse P. 2054. Auch der SAC-Führer bezeichnet letzteren als Gipfel, die online-LK wiederum sieht's umgekehrt. Item. Wie beim Geissstock gilt auch hier: eindrücklicher Klotz von unten, mehr Balkon denn Gipfel von oben.

Beim Abstieg über Mälchbödeli und Vorläubli gilt es die Augen offen zu halten, denn der Weg ist nicht immer gleich prägnant. Zuletzt weglos erreiche ich das Waldiseeli.


Zeiten
1:00  Geissstock
1:00  Sangigrat
1:10  Alpler Horn
0:45  Alpler Stock
1:15  Waldiseeli

Epilog: Der Urner Alpinführer unterschlägt das Alpler Horn kurzerhand. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern auch unverständlich. Denn das Alpler Horn zählt mit dem Seestock, dem Wasserberg und den Windgällen zu den prägendsten Gipfeln der Gruppe. Demgegenüber finden weitaus unbedeutendere Ziele wie Chinzerberg, Sirtenstock und Schwarzstock Erwähnung, ganz zu schweigen von brüchigen Kletterbelanglosigkeiten wie Pfaffenstock oder Törlitürmen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Fauxpas in der nächsten Auflage behoben wird.

Hike partners: Bergamotte


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