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Direktüberschreitung Wageten - Brüggler Ostgrat


Published by ossi , 5 December 2011, 21h14. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike: 2 December 2011
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Mountaineering grading: PD
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Oberseegruppe 
Height gain: 750 m 2460 ft.
Height loss: 750 m 2460 ft.
Route:Schwändital Parkplatz-Lochegg-Wagetengrat-Wänifurggel-Brüggler Ostgrat-Brüggler-Schwändital
Access to start point:P im Schwändital
Access to end point:dito
Maps:1133

Die logische Linie über dem Schwändital…
 
Ich fand’s schon immer seltsam, keine Informationen zu haben über diesen aus dem Unterland leicht erreichbaren, deutlich sichtbaren und gewiss genussreich zu kletternden Grat. Die Gelegenheit schien günstig, den Wageten sowie den Brüggler Ostgrat nun endlich einem Praxistest zu unterziehen: Die für das betreffende Datum geplante erste Skitour fiel ohnehin ins Wasser (oder eher dahin, wo einst das Wasser floss: ins Wadi) und mit Tobi war eine geeignete Begleitung gefunden.
 
Allgemeines zur Tour: Kalkgrat mit Juracharakter, nur alles etwas grober geschnitten und rauer: sowohl im Klima, als auch im technischen Anspruch. Auf der ganzen Tour sind unzählige Türmchen zu überschreiten, auf solide Felspassagen folgen wacklige Zwischenstücke, dazwischen Gehgelände und immer wieder nadelreiches Legföhrengestrüpp; eine vegetarische Offenbarung. Die Tour kann immer wieder unterbrochen werden, sofern man ein Seil bei sich hat und sich damit ins sichere Gelände ablassen kann. Bei guter Routenwahl übersteigen die Schwierigkeiten den dritten Grad nie.
 
Wageten (WS, II-III): Start im Sattel nahe bei Pkt. 1707 nördlich der oberen Lochegg. Ab hier folgt man dem Grat bis zum Gipfelkreuz. Kurz vor dem Gipfel überwinden wir eine tiefe Spalte mittels eines dynamischen Schrittes auf die andere Seite. Die Stelle kann nordseits umgangen werden, indem man ein Stück absteigt. Anschliessend folgt man recht leicht dem Grat, bis ein grosser Abbruch in eine Scharte abseilenderweise überwunden wird (guter Haken vorhanden, gute 20m, ca. III+).Von der Scharte steigen wir ein ganz kurzes Stück weiter nach Süden ab, bis wir eine abgespaltene Platte erblicken: Hier öffnet sich ein schmaler Spalt, den man tatsächlich zum Abstieg und damit zum Ausstieg aus der Gratüberschreitung nutzen kann. Wir sind uns einig, dies als sensationellen Durchschlupf zu bezeichnen, man sollte für eine erfolgreiche Begehung aber angemessen proportioniert sein. Andernfalls seilt man besser von der abgespaltenen Platte ab (Haken vorhanden).
 
Brüggler Ostgrat (T6 oder WS, III): Start auf der Wänifurggel, gleich westlich der Wageten. Zuerst wird die weitherum sichtbare Flagge über grasiges Felsgelände von der Südseite her erreicht (ca. T6-, hübsche Föhrengriffe). Je nach Gusto weht die Flagge nach links, rechts, vor- oder rückwärts, hinauf oder herunter; der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Anschliessend folgt eine Reihe von Türmchen, die gar nicht so einfach zu besteigen sind. Immer im geeigneten Moment findet sich aber irgendwo ein sympathisches Couloir, eine Föhrenreihe oder gut gestufter Fels. Einige der Türme sind im Abstieg zu bewältigen, wobei man bei jedem Turm nach dem ersten Schreck eine passende Abstiegsstelle findet. Meistens werden wir auf der Nordseite fündig. Abseilen mussten wir nie, geeignete Abseilstellen wären mit entsprechendem Materialverlust dennoch recht einfach einzurichten.
 
Sobald die ersten Ausstiege der Kletterrouten erreicht sind, ist das Abenteuer vorbei: Neben guten Wegspuren erleichtern rote Punkte die Wegfindung, an einer Stelle hängt sogar ein neues, gut verankertes Fixseil. Die Überschreitung macht dennoch Freude und immer wieder riskieren wir einen Blick in die mächtige, riesige Platte der Brüggler Südwand.
 
Fazit: Lohnende Tour für alle, die Gratklettereien im T6-Stil mit Legföhrenbouquet zu schätzen wissen. Wer konsequent dem Grat folgen will, nimmt zum Abseilen am Wageten ein 55m-Seil mit. Ansonsten kommt man ohne Seil durch, weniger Geübte könnten es vielerorts aber sehr sinnvoll einsetzen. Ich war positiv überrascht.

Hike partners: ossi, Tobi


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Comments (1)


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Tobi says: Jetzt auch noch ich...
Sent 9 December 2011, 11h21
Nachdem mich ossi fast schon genötigt hat, einen eigenen Bericht zu verfassen, hier also noch meine Sicht der Geschehnisse: *„Bluescht-Wanderung“ im Grünen


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