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Von Zürich nach Zug über Üetliberg und Albiskette


Published by Tobi , 8 November 2010, 21h40.

Region: World » Switzerland » Zürich
Date of the hike:29 October 2010
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: Albiskette - Höhronen   CH-ZH   CH-ZG   Ross- und Zugerberggebiet 
Time: 10:15
Height gain: 1150 m 3772 ft.
Height loss: 1210 m 3969 ft.
Route:31.1km
Access to start point:cff logo Zürich Triemli
Access to end point:cff logo Zug

Da oben schon ordentlich Schnee liegt und meine Bergschuhe gerade im 10'000km-Service sind, suchte ich nach einer Herausforderung im Flachland. So wanderte ich über den Üetliberg und die Albiskette von Zürich nach Zug – die ZZ-Top Route sozusagen.

Nach über einer Stunde Bahnfahrt starte ich kurz nach acht Uhr bei der Haltestelle cff logo Zürich Triemli. Bald tauche ich in den goldigen Wald ein, der flache Wanderweg führt mich in ausholenden Schlaufen die Ostflanke hoch zum Hohenstein (718m). Von dort gewinne ich auf dem beeindruckenden Gratweg, der seinem Namen absolut gerecht wird, weiter an Höhe. Vorbei an den alten Häusern an Zürichs Toplage („Nahe Waldrand, Seesicht, 5 min von Bahnhof entfernt,...“) und dem hohen und fast schon bedrohlichen Sendemast erreiche ich nach einer knappen Stunde Aufstieg Uto Kulm (869.2m).

Auf dem Aussichtsturm verschlägt es mir fast den Atem: was für ein Panorama und unglaubliche Fernsicht. Vom Alpstein über die Glarner und Zentralschweizer Alpen zu den prominenten Berner bis zu den Freiburger Gipfeln. Aber auch die Süddeutschen Hügel sind gut zu erkennen, laut Panoramakarte soll sogar der  Zimba sichtbar sein! Da habe ich fünf Jahre in Zürich studiert und nie die Gelegenheit genutzt, mit dem GA hier hochzufahren und mir diesen unglaublichen Anblick zu gönnen. Was habe ich da nur verpasst!

Fast kann ich mich nicht satt sehen, doch nach einigen Minuten zieht es mich dann doch weiter. Schliesslich liegt noch ein weiter Weg bis nach Zug vor mir. Ich folge weiter den breiten Wanderweg. Oft verlasse ich die Fahrstrasse und wandere so zum Beispiel beim Falletsche direkt an der Abbruchkante entlang. Auf diesen kleinen Weglein zu wandern macht bedeutend mehr Spass, als auf der schon fast aufgeräumten Kiesstrasse. Was wäre eine Herbstwanderung ohne das raschelnde Laub! Im Wald fasziniert das goldige Blattwerk, am Waldrand die herrlichen Kontraste zwischen tiefblauem Himmel, weissen Bergen und saftig grünen Wiesen. Ausserdem ist dieser Wegabschnitt wegen seinen Infotafeln über die Planeten äusserst lehrreich.

Die Buchenegg (786m) passiere ich vor halb zwölf, eindeutig zu früh für das Mittagessen. Das finden auch die Öffnungszeiten der beiden Restaurants. Also ohne Rast weiter dem nun breiten, fast nicht mehr als solches zu erkennenden, Grat entlang. Ab Pt 895 kommt wieder etwas mehr das Gefühl einer Kretenwanderung auf, doch die Albispasshöhe (791m) beendet dies bald wieder. Im Restaurant Albis gönne ich mir ein feines Mittagessen.

Nach dieser wilden Pause (Hirschpfeffer mit allem was dazugehört, inkl. Coupe Nesselrode) zieht es mich weiter hinauf zur Hochwacht Schnablehorn (878m). Auf dem hölzernen Aussichtsturm geniesse ich nochmals das fantastische Panorama, das leider in der Zwischenzeit etwas dunstiger wurde. Es folgt der Abstieg in die Schnabellücken (804m bzw. 803m) und der Aufstieg zum höchsten Punkt der Albiskette auf dem Bürglen (915m).

Der nächste Gipfel ist mit dem Albishorn (909m) schnell erreicht. Hier lockt wieder ein Restaurant, auch dieses wird von mir nicht berücksichtigt. Generell gibt es auf dieser Höhenwanderung alle paar Meter eine Beiz, verdursten sollte man auf dieser Wanderung nicht. Ich folge weiter der Krete und steige so immer mehr und mehr ab. Beim Schweikhof (684m) gönne ich mir im gleichnamigen Restaurant ein Bier. Die alpinistischen Herausforderungen liegen nun schliesslich hinter mir. Es folgt ja nur noch das lockere Auslaufen bis nach Zug.

Über Hirzwangen (648m) und Ebertswil (625m) erreiche ich den nächsten Höhepunkt des Tages, den Milchsuppenstei. Eine historischer und geschichträchtiger Ort, zugleich überschreite ich dort die Kantonsgrenze zwischen Zürich und Zug. Nach dem Abstieg durch den Deinikerwald stehe ich bald vor den Toren von Baar. Beim überqueren der Lorze stehe ich vor der Qual der Wahl. Die langweilige aber kürzere Route entlang der Hauptstrasse bis zum Bahnhof Zug, oder doch lieber den Umweg am Uferweg der Lorze entlang. Ich entscheide mich natürlich für Letzteres.

Leider ist aber der schöne Kiesweg bald zu Ende und auch hier wartet bald der Asphalt auf mich. Diesem kann man allerdings oft auf die Wiese ausweichen. Doch die letzten Meter werden immer monotoner, so dass ich völlig in Gedanken versunken am Abzweiger Richtung Hauptbahnhof vorbei laufe. Erst etwas mehr als einem halben Kilometer vor dem Einmünden der Lorze in den Zugersee komme ich wieder zu mir. Gerade noch rechtzeitig, um in die General-Guisan-Strasse einzubiegen. Auf dieser will ich mich zur Haltestelle cff logo Zug Schutzengel durchschlagen, ohne zu wissen, dass ich da heute tatsächlich sehr viel Durchschlagskraft brauchen würde. Die Zugermesse versperrt leider den direkten Zugang. So marschiere ich halt ein paar Meter weiter zum Hauptbahnhof cff logo Zug (434m).


Fazit: Ein langer aber lohnenswerter Marsch. Insbesondere im Spätherbst, wenn in den Bergen schon Schnee liegt, aber die Wälder noch goldig sind. An den Wochenenden dürfte wohl die eine oder andere Beiz mehr offen haben, allerdings dürften dann aber auch umso mehr Leute unterwegs sein. An einem sonnigen Tag sollte man übrigens nicht wie ich die Sonnenbrille zu Hause vergessen. Durch die Nord-Süd-Ausrichtung der Tour mit abschliessender leichter Westdrehung blendet die für diese Jahrerszeit typisch tiefstehende Sonne ziemlich stark.
 


Hike partners: Tobi


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Comments (1)


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Henrik says: ..ziemlich spät steht
Sent 10 March 2012, 15h09
dir noch eine Würdigung zu: habe soeben deinen Bericht entdeckt...monschtermässig...ist das Coupe Nesselrode mit dem Tiramisu in Carona zu vergleichen? Und die Basler haben nichts zu tun mit dem Milchsuppenstei?

Bis demnächstens auch wieder en Guete!

CS

silberveegeli


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