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Schalfkogel (3540 m) - Überschreitung über Kleinleiten Ferner und östlichen Diemferner


Published by boerscht , 19 July 2019, 21h03.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Ötztaler Alpen
Date of the hike: 5 July 2019
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Mountaineering grading: PD+
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 8:00
Height gain: 1650 m 5412 ft.
Height loss: 1650 m 5412 ft.
Route:15,5 km
Accommodation:Langentalereckhütte, Fidelitashütte, Ramolhaus, Martin-Busch-Hütte
Maps:AV Karte: 30/1 Ötztaler Alpen, Gurgl

Der letzte Tourentag auf der Langtalereckhütte steht an. Da muss es noch auf den Schalfkogel gehen, welcher von der Hütte aus immer bestens zu sehen ist. Wir planen die Überschreitung im Aufstieg über den Kleinleiten Ferner ins Schalfkogeljoch und hinab über den östlichen Teil des Diemferners. Mit etwa 1650 Hm eine ganz ordentliche Tour.


Langtalereckhütte - Gurgler Ferner - Einstieg Schalfkogel T3+, L; 2,5 h:

Den von der Tour auf Annakogel und Hohe Wilde schon bekannten weg gehts zunächst in Richtung Hochwildehaus hinauf. Doch nicht ganz bis zu diesem, sondern vorher an einer mit Stange markierten Abzweigung nach rechts ab. Über aufgetauten Permafrost Matsch gehts bis an den Rand des Gurgler Ferners. Wir seilen an und überqueren diesen. Der Einstieg zum Schalfkogel befindet sich dort, wo der Firn am höchsten die Felsen hinauf reicht, links eines markanten Wasserfalls. Der frühere Weg direkt unterhalb des Kleinleiten Ferners ist aufgrund von Steinschlag nicht mehr begehbar und zu meiden.
In der Langtalereckhütte hängt ein Topo im Flur aus, welches ich leider nicht abfotografiert habe.
Über Firn hinauf bis zur Randkluft links des Wasserfalls. Hier finden wir zu unserem Erstaunen ein Fixseil vor, welches über die teils glatten und nassen Platten hinauf führt.
Die Randkluft ist noch einfach zu überwinden, bei Ausaperung könnte dies ein Problem darstellen. Die ganze Tour sollte sowieso recht früh im Jahr begangen werden, da bei Firn einfacher und es doch etwas steinschlaggefährdet ist.


Einstieg Schalfkogel - Kleinleiten Ferner - Schalfkogeljoch - Schalfkogel WS+, I, T5; 2,5 h:

Mit Hilfe des Fixseils in einfacher Kletterei etwa 10 m hinauf (I). Im Folgenden quert man über Fels und Firn nach links unterhalb des Kleinleiten Ferners. Steinmänner haben wir nur ganz spartanisch gesehen, haben im Absiteg hier zusätzlich welche aufgestellt. Der Gletscherbruch wird in rechtsbogen in steilem Firn umgangen, der beste Weg wird hier wohl je nach Schneelage zu wählen sein. nach Umgehung des Gletscherbruchs flacht es ab und es geht in lechtem Bogen hinauf ins Schalfkogeljoch. Der Anstieg zieht sich ganz schön in die Länge und die Sonne ballert gut, was den Schweiß fließen lässt.
Im Schalfkogeljoch gibts dafür erstmal ne Pause. Hier hat man schon beste Aussicht in Richtung Hintere Schwärze / Similaun.
Vom Schalfkogeljoch weiter in einfacher Kraxelei (I) den Grat hinauf zum Schalfkogel. Zwischendrin gibts noch zwei kurze, ausgesetzte Firngräte, welchen den Anstieg wirklich abwechslungsreich und spannend machen.
Der Gipfel mit immerhin 3540 m Höhe bietet entsprechend hervorragende Aussicht.


Schalfkogel - östlicher Diemferner - Einstieg Schalfkogel WS+, I, T5; 1,5 h:

Vom Gipfel aus steigen wir nach Norden ab. Wir gehen nicht bis ins Firmisanjoch, sondern steigen auf höhe des Diemferners auf dessen östlichen Teil ab. Relativ steil gehts so unter den Gipfel des Schalfkogels und in direkter Linie auf dem Gletscherrest nach unten. An geeigneter Stelle queren wir nach rechts auf den wenig ausgeprägten Ostgrat des Schalfkogels. Nun über sehr brüchiges Gelände in feinem Schutt hinab. Mehrere, steile Firnfelder sind zu queren. Die Wegfindung ist nicht ganz simpel, man sollte sich diesen Weg im Aufstieg von der Ferne gesehen schon etwas einprägen. Wir halten uns im unteren Bereich nach rechts, um wieder auf unsere Aufstiegsspuren unterhalb des Gletscherbruchs des Kleinleiten Ferners zu treffen. Wie im Aufstieg folgt nun die Querung zurück zum Fixseil, welches auf den Gurgler Ferner hinabführt.


Gurgler Ferner - Langtalereckhütte T3+, L; 2 h:

Nun auf bereits bekanntem Weg wieder den Gurgler Ferner in Richtung Hochwildehaus queren. Dort folgen wir den Markierungen über aufgetauten Permafrostboden zum Wanderweg und diesen gehts wieder hinab zur Langtalereckhütte. Der Gegenanstieg kurz vor der Hütte ist dann noch ziemlich fies.


Schöne, interessante Überschreitung mit einigen Höhenmetern. Alpine Erfahrung ist für die Wegfindung nötig, sonst landet man schnell in Steinschlaggefährdeten bereichen. Die Wegfindung im Auf- und Abstieg ist zudem nicht immer klar und einfach zu finden. Ein Topo mit den beiden Routen hängt im Flur der Langtalereckhütte aus.

Hike partners: boerscht


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