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First - Faulhorn - Schynige Platte durch den Schnee


Published by Steinadler Pro , 28 June 2019, 12h12. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Bern » Jungfraugebiet
Date of the hike:23 June 2019
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 8:00
Height gain: 849 m 2785 ft.
Height loss: 1100 m 3608 ft.
Route:First Bergstation - Bachalpsee - Faulhorn - Berggasthaus Männdlenen - Schynige Platte
Access to start point:Grindelwald - Talstation First
Access to end point:Wilderswil - Schynige Platte
Maps:Schweiz Mobil

Nach fast auf den Tag genau 6 Jahren hikr.org Enthaltung habe ich zurück zu meiner Leidenschaft gefunden und trage endlich wieder einmal einen Tourenbericht ein. Mit meiner „neuen“ grossen Liebe habe ich die Leidenschaft für die Bergwelt und auch das Schreiben von Tourenberichten wiederentdeckt. Es ist ja nicht so, dass die Leidenschaft verschwunden war, aber das Leben ist halt manchmal etwas seltsam und geht seine eigenen Wege…
 
Die heutige Tour ist ein, man könnte fast schon sagen, Klassiker und führt von der First über das Faulhorn auf die Schynige Platte. Die meisten Wanderer gehen die Tour allerding in umgekehrter Weise und starten auf der Schynigen Platte. Da es noch früh in der Saison ist und ich nicht gleich übers Ziel hinausschiessen möchte starten wir ( Lebkuchen  und ich) an der Bergstation First. Da ich schon einige Zeit nicht mehr auf der First war, entdecke ich erstmal den für mich neuen Cliff-Walk. Zusammen mit einer Horde asiatischer Touristen geniessen wir die Aussicht auf das wundervolle Dreigestirn Eiger Mönch und Jungfrau. Wobei man sagen muss der Mönch versteckt sich hinter dem Eiger. Nach der Fotosession machen wir uns auf den Weg Richtung Bachalpsee. Im Hinterkopf schwirrt noch die Bemerkung der Kassiererin der Bergbahn First, der Wanderweg aufs Faulhorn und die Schynige Platte seien wegen Schnee noch gesperrt. Wir gehen mal schauen…
 
Gemächlich schlängelt sich der Weg zum Bachalpsee, jetzt wissen wir auch warum der Wanderweg gesperrt ist, denn auf dem See schwimmt eine mächtige Eisplatte und der Weg Richtung Faulhorn könnte weisser nicht sein. Nach einer kurzen Pause, das herrliche Sommerwetter geniessend, entscheiden wir uns dennoch dazu die Wanderung nicht einfach auf zu geben und die Überschreitung zumindest zu versuchen. Durch den sulzigen Schnee kommen wir, mal mehr oder weniger rutschend vorwärts und erreichen den Gipfel des Faulhorns. Das nostalgisch- romantische Berghotel Faulhorn fristet sein noch stilles Dasein, auch hier sind die Schneemassen für diese Jahreszeit noch recht hoch und die Saison noch nicht eröffnet.  Das Berghotel lässt alte Erinnerungen aufkommen, habe ich doch einst als Jungspund und Hüttenjunge hier eine arbeitsintensive und doch sehr schöne Zeit verbracht.
 
Wir geniessen die wundervolle Rundumsicht und tanken neue Kräfte für den bevorstehenden Abstieg zur Schynigen Platte. Auch auf dieser Seite des Faulhorns sind die Schneemassen enorm. Wo das Auge hinreicht zieren weisse Flecken unseren Weg. Weiter geht es… Vom Faulhorn erreicht man die Schynige Platte in gut 3 Stunden mit Schnee wird es heute wohl etwas länger dauern. Da die letzte Bahn um 17:53 (Fahrplan Schynige Platte) fährt müssen wir uns wohl etwas spurten. Der Abstieg geht erst einmal einem kleinen Grat entlang Richtung Berghaus Männdlenen auch bekannt als Weber-Hütte. Als Faulhorn-Mitarbeiter sind wir damals hier in den „Ausgang“ gegangen, wenn es dann mal feuchtfröhlich wurde konnten wir im Massenlager übernachten, wir mussten einfach schauen, dass wir pünktlich wieder zum Frühstück machen erschienen sind.
 
Bis zur Weber-Hütte müssen wir einige Hänge mit steilen Schneepassagen queren. Konzentration ist gefragt, denn, wenn man hier ausrutscht dann war es möglicherweise das Letzte was man gemacht hat. Unterhalb dieser Passagen ragt eine steile, hohe Felswand empor. Wir treffen auf ein Pärchen asiatischer Touristen, vom Eindruck her wohl nicht ganz so unsicher aber Schuhtechnisch sehr schlecht ausgerüstet mit halbhohen Trekkingschuhen. Ich beschliesse der Frau bei der Querung zu helfen, was sich im Nachhinein gesehen als wirklich notwendig erwiesen hat. Die beiden laufen bis zur Weber-Hütte mit uns mit. Wir legen nochmal eine Trinkpause ein und gehen nun weiter. Inzwischen ist es bereits nach halb Vier und immer wieder kommen uns leichtbekleidete, mit Turnschuhen versehene Wanderer entgegen. Es ist bedenklich wie viele Leute die Gefahren in einer solchen Situation unterschätzen. Die Strecke von der Weberhütte zur Bergstation First wäre in absehbarer Zeit und mit diesen Schneemassen nicht mehr pünktlich für die letzte Talfahrt zu schaffen und in Turnschuhen einfach ziemlich riskant. Bereits wir müssen schauen, dass wir das letzte „Bähnli“ auf der Schynigen Platte noch rechtzeitig erreichen.
 
Nach der Weberhütte geht es weiter entlang Schneebedeckter Hänge, hier ist die Absturzgefahr etwas höher, da die Steilheit zugenommen hat, dafür stürz man hier nicht über steile Felshänge in den Tod. Ein Abrutschen könnte dennoch unangenehme Folgen haben. Ich spure vor und schaue, dass die die asiatischen Touristen mir folgen können. Nach Überwinden der steilsten Schneepassage kommen einige steinige und Felsige stellen. Die Abwechslung hilft die angeschlagenen Fussgelenke etwas zu entspannen.
 
Da wir etwas Zeit gewinnen wollen und mit unseren asiatischen „Freunden“ nur sehr langsam vorankommen, beschliessen wir uns zu verabschieden, die schlimmsten Stellen sind durch. Nachdem wir gut vorangekommen sind hören wir schreie und plötzlich sehen wir, wie die Frau ein 50 Meter hohes Schneebrett runterrutscht und an dessen Ende zum Stillstand kommt. Glücklicherweise hat sie sich nicht verletzt. War es die richtige Entscheidung die beiden alleine zu lassen? Ich laufe zurück und sage ihrem Mann wie die Frau am besten wieder zurück auf den Weg findet. Er ruft ihr zu und die beiden machen sich wieder auf den Weg.
 
Nun heisst es sich spurten, der Weg bis zur Schynigen Platte ist noch lang…
 
Zügig kommen wir weiter voran und lassen den Schnee hinter uns. Der Weg führt uns unter dem Loucherhorn entlang und schlängelt sich durch steile Grashänge. Trotzdem, dass der Schnee hier bereits geschmolzen ist, hat der Winter Spuren hinterlassen. Auf einem kurzen Wegstück ist der Wanderweg nicht mehr intakt, eine Lawine hat den Hang mitgerissen. Nach passieren dieses Hindernisses und einer Joggingeinlage erreichen wir 10 Minuten vor Abfahrt der letzten Bahn - nach insgesamt 8 Stunden wandern - die Schynige Platte.
 
Trotz des vielen Schnees und der Herausforderungen anderen zu helfen war es ein herrliches Bergerlebnis!
 

  
 


Hike partners: Steinadler, Lebkuchen


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