Peter-Wiechenthaler-Hütte 1701 m, Passauer Hütte 2051 m , Riemannhaus 2177 m, Matrashaus 2941 m


Publiziert von marc1317 , 10. Oktober 2008 um 22:43.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Berchtesgadener Alpen
Tour Datum:15 Juli 2007
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-S 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Saalfelden - Peter-Wiechenthaler Hütte - Leogang - Passauer Hütte - Maria Alm - Riemannhaus - Arthurhaus - Matrashaus

Jaaa, so fing alles an...

Nach kurzer Bedenkzeit fuhr ich im Juli 2007 mit meinen Eltern nach Maria Alm im schönen Berchtesgadener Land. Geplant waren viele Bergtouren mit dem Abschlussziel den höchsten Bertesgadener zu besteigen, den Hochkönig 2941 m mit dem Matrashaus direkt auf dem Gipfel!

Ich interessierte mich gleich null für Berge, war vorher nur auf ein paar wenigen... Aber das sollte sich ändern...

Unsere Eingehtour führte uns auf die Peter-Wiechenthaler-Hütte 1701 m oberhalb von Saalfelden. Schnell merkte ich, dass ich doch Gefallen an der Bergwelt finde, wollte also direkt weiter über einen schwarz gekennzeichneten Weg zur Steinalm. Allerdings wurde ich da direkt gebremst ;-)

Weiter ging es am anderen Tag zur Passauer Hütte 2051 m weit oberhalb von Leogang - hier machte ich dann meine erste "schlechte" Erfahrung mit der Bergwelt. Kurz vor der Hütte befindet sich ein sehr ausgesetzter "Weg", abgesichert mit Drahtseilen. Manchmal war der Tritt nicht wirklich breit genug um beide Füsse nebeneinander zu stellen. Rechts am Felsen sah man viele Bilder von denjenigen, denen der Weg zum Verhängnis geworden ist, denn links ging es hunderte Meter abwärts.

Dichter Nebel zog auf und wir hatten auf einmal fast einen Meter Neuschnee auf knapp überhalb von 2000 m, wobei es unten im Tal super warm war... aber es kam noch schlimmer, denn als wir die Hütte erreichten und kurz einen Drink nahmen, redeten wir kurz mit einem "Sherpa" der dort oben als Hüttenwirt aushalf ;-). Er schaute uns ganz verdutzt an und wunderte sich warum wir überhaupt hochgekommen wären, denn wir waren die ersten Gäste seit 3 Tagen auf einer viel besuchten Hütte in der Hauptsaison!!!

Nun gut, wir machten uns wieder an den Abstieg, wurden aber schon beim Verlassen der Hütte von noch dichterem Nebel und Schneefall "überrascht". Als wir die Seilpassage erreichten fing es auf einmal an heftig zu hageln, der Tritt verkleinerte sich nochmals und wir klammerten uns an den Seilen fest, konnten kaum noch etwas erkennen - nach diesem Erlebnis war ich allerdings noch mehr fasziniert von der Bergwelt, wie schnell sie ein anderes Gesicht annehmen kann, gigantisch!

Als nächste Tour gingen wir das Riemannhaus an, gut zu erreichen in etwa 2 Std. direkt aus Maria Alm. Auch diese Tour war echt beeindruckend, speziell der Sommerstein und das Berchtesgadener "Matterhorn" - die Schönfeldspitze waren echte Hingucker!

Der Weg zum Riemannhaus ist teilweise gesichert, aber nicht wirklich schwierig. Oben an der Hütte kann man sehr gut Essen, ich empfehle besonders die Suppen ;-).

Die Hütte ist Ausgangs- oder Endpunkt der berühmten Steinernen-Meer Durchquerung über das Ingolstädter- und Kärlinger Haus am Funtensee ( übrigens der kälteste je gemessene Ort Deutschlands mit  -45,9 ° C ). Enpunkt wenn man die Tour von Maria Alm startet ist dann St. Batholomä auf deutscher Seite, hier kann man dann direkt mit einer Watzmann-Tour anschliessen. Gerade die Watzmann-Überschreitung oder die höchste Bergwand der Ostalpen, die Watzmann Ostwand, sind top Ziele.

Im Steinernen Meer an sich findet man einige attraktive Gipfel, besonder hervorheben möchte ich die Schönfeldspitze, der höchste und selbstständigste Berg im Meer ( 2653 m ). Er ist auch ungleich der schwierigste, denn der Anstieg ist sehr ausgesetzt mit Kletterpassagen bis II und gesichert mit allen möglichen Metallen. Hier oben erwartet den Bergsteiger allerdings das wohl ungewöhnlichste Gipfelkreuz - Eine Madonna-Statue mit Jesus quer über den Arm gelegt.

Wer von Maria Alm etwa eine Stunde Fahrt in Kauf nimmt, der kann dann das ultimative Ziel in den Berchtesgadener Alpen angehen - das Matrashaus direkt auf dem grossen Gipfelplateau des Hochkönigs. Allerdings ist der Anstieg vom Arthurhaus über die Mitterfeldalm sehr lang und im Sommer irre heiss, man muss unbedingt eine Menge Getränke mit sich führen! Vom Arthurhaus benötigt man etwa 5-6 Stunden, ganz stark abhängig von den Verhältnissen. Außerdem hat es oben einen spaltenfreien "Gletscher", die sog. "Übergossene Alm" - ein nicht ganz durchgehendes Schneefeld, teils abschüssig, daher empfehle ich an manchen Stellen Spikes unter den Schuhen. Kurz vor der Hütte noch eine kurze Klettersteigpassage gesichert mit Leitern.

Fazit :

Tolle Touren in etwas niedrigeren Höhen mit schönen Hütte und interessanten Gipfeln - Das Berchtesgadener Land ist durchaus einen Besuch wert! Und wer höher hinaus will : Bis nach Kals am Grossglockner sind es nur knapp 1,5 Std. ;-)
 
Tour mit Mum und Dad


Tourengänger: marc1317

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