Überschreitung der acht Kreuzberge, Mutschen (2121m) und Gätterifirst (2099m)
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Lange, klassische Klettertour hoch über dem Rheintal
Da der Tourenbericht nun schon geschrieben ist, hier als Ergänzung und als weiteres Fotoalbum die Alpin_Rise Version von Deltas Beschreibung.
Die Überschreitung der Kreuzberge gehört zu den Alpstein-Kletterklassikern . Obwohl etwas aus der Mode gekommen, bleibt die Tour landschafltich einmalig schön - vorausgesetzt, man lässt sich von einigen brüchigen Gratpassagen und zahlreichen luftigen Abseilmanövern nicht abschrecken. Dazwischen gibts aber auch den einen oder anderen Kletterleckerbissen!
Unsere Variante von West nach Ost ist klettertechnisch etwas einfacher die Gegenrichtung. Die Krux stellt jeweils der erste und niedrigste Kreuzberg dar. Er ist der exponierteste unter den Acht und auf allen Routen anspruchsvoll; als einziger Kreuzberg schmückt ihn ein Gipfelkreuz.
Lost and found: falls jemand zwischen K VII und K V zwei mittlere Friends findet, gibts einen Finderbatzen und ein dickes Dankeschön vom Alpin_Rise! Scheinbar fressen die Kreuzberge gerne meine Freunde, schon nach dieser Tour war ich um einen ärmer...
Von Wildhaus durchs Flürentobel auf die Alp Tesel. Weil die SBB Züge sekundenpünktlich fahren, verliere ich eine ärgerliche Stunde auf den Zeitplan. Darum hat
Delta noch Ausgang auf den Gulmen. Wenigstens auf der Alp Tesel treffen wir genau zeitlgeich ein.
Weiter zum Einstieg der Rosakante am Gätterifirst, die wir als Einstieg zu unserer Tour geplant haben. Der Fels hat Raureif, wir keine Lust auf kalte Finger und zudem eine Stunde Verspätung, darum auf dem Normalweg auf den Gätterifirst. Sehr hübsche, exponierte Kraxelei (T6, II) in festem Fels! Über den Mutschen erreichen wir den Sattel am Fuss von K VII, den Einstieg zur Überschreitung.
Ausgangspunkt für K VIII und K VII ist der dazwischen liegende Sattel. Diesen erreicht man durch eine exponierte Querung im 3. Grad (NH und BH) oder einfacher zuerst etwas absteigend und durch eine gestufte Rinne hoch (T5, II).
K VIII
Auf der einfachen Normalroute (A 200, T5, kurz II) - Routen nach SAC Kletterführer Alpstein von Werner Küng - rauf und wieder runter. Den achten Kreuzberg verliessen wir kurz nach 12 Uhr - also eine Nachmittagstour über die Kreuzberge ;-)
K VII
Aus dem Sattel wählen wir die sehr lohnende, luftige und griffige Biedermannkante (meist 3a, kurz 3c, in einer Seillänge kletterbar) als Alternative zum Normalweg. Abstieg etwa 40m dem Grat entlang bis zum Muniring in markanter Scharte links. 2X20m bzw. 40m Abseilen in den Sattel.
K VI
In steiler, aber griffiger Kletterei, oben luftig und ausgesetzt über die Westwand (R 175, 4a, 2 Sl) auf den Gipfel. Für den Abstieg Richtung Daumen kurz über eine Stufe abklettern (II) und zur Abseilstelle auf der Nordseite. 25m überhängend über das grosse Felsenfenster abseilen.
K V
Über den genial griffigen, ausgesetzten Westgrat (R 162, II+ 2 Sl und Gehgelände) hinauf, auf der Ostseite anspruchsvoll und exponiert dem Grat zu steiler Rinne folgend (T6, II) Bei der Abseilstelle 2x20 bzw. 1x40m in den schmalen Sattel.
K IV
Der Westgrat (R 132, 5a, 3 Sl) ist in der ersten Sl nordseitig steil und anspruchsvoll, oben genüsslich und leichter. Abstieg über den teils exponierten Normalweg (A 130, T5+) in der Südflanke. Alternativ kann auch dem Grat gefolgt werden, was ich persönlich als einfacher einschätze.
K III
Statt dem leichten Normalweg durch den langen Kamin wählen wir das schmale Südrippli (R 126, 3c), welches sehr luftig, griffig und schnell gemeistert ist. Runter über den Westgrat, wo uns eine aufsteigende Seilschaft eine Abseilstelle markiert. Durch 1x 30m Abseilen in eine steile Rinne umgehen wir unangenehme Abkletterstellen im 3. Grad auf der hier beschriebenen Variante.
K II
Auf dem relativ leichten Normalweg (A 85, T6, II+) durch den rechten Kamin und den kurzen Gipfelgrat zum Gipfel. Abstieg nach Osten über R 90a, zuerst folgt man dem brüchigen, ausgesetzten Grat, bis dieser steil abbricht. Dort ist man bereits etwas zu weit abgestiegen, etwa 15m weiter oben liegt der Muniring in einer Rinne etwas östlich vom Grat. 1x 35 und 1x40m abseilen, für Einfachseil sind auch Abseilstellen dazwischen.
K I
Nur noch ein ausgesetzter Grat trennt uns vom letzten Kreuzberg. Äusserst exponiert im II. Grad bis zu einem Türmchen, das von vielen, vermoderten Reepschnüren umschlungen ist. Dort trennt uns eine ca. 20m tiefe, wenige Meter schmale Scharte vom Weiterweg. Etwas ratlos seilen wir zu einem Muniring ( Zweite Abseilstelle von Abstieg A 60, 6x20m Abseilen) ab. Von dort führt kraftraubende, mit NH gesicherte Kletterei (ca. 4c) in 20m nach links auf den Grat zurück. Der SAC Kletterführer beschreibt diese Scharte nicht ausdrücklich, nur ein Hinweis auf ein attraktives "Seilbähnli" ab dem Gratturm ist erwähnt. Im älteren Alpsteinfüher liest man dann ausdrücklich, das dies die Variante der Wahl sei. Dafür muss man aber erst gegenüber dem Türmchen wieder hochklettern (1 NH und ein 1 BH, unser Versuch dort hochzukommen ist gescheitert...)
Nach diesem Hindernis extrem ausgesetzt, aber höchstens im 3. Grad dem Zackengrat folgend. Der Gipfelaufschwung selbst ist einfach (T5, I).
Abseilen über A 60a, zuerst 40m dem exponierten Band nach Osten bis nach einem Türmchen (Ablassen des Seilersten von Vorteil!), dann knapp über 50m (oder 1x 40m und 1x10m) über glatte, überhängende Wand in Rinne abseilen. Geschafft!
Querung zur Saxerlücke, wo uns die Dunkelheit einholt. Die öden Fahrsträsschen bis Brülisau sind auch in der Dunkelheit gut zu zu meistern - dort fährt nach einer mächtigen Portion Pommes mit Bier zum Glück noch ein Publicar auf Bestellung bis zum Bhf Appenzell!
Schwierigkeit: Auf unserer Variante eine Stelle im 5. Grad, vier Längen im 4. Grad. Viel spielt sich im brüchigen, ausgesetzten IIer bzw. T6-Gelände ab, wo sichern sehr zeitraubend ist.
Zeitbedarf: Die Tour ist in der Länge trotz nur einem Kilometer Luftlinie nicht zu unterschätzen, kann aber praktisch jederzeit abgebrochen werden. Wir benötigten sieben Stunden für die Acht Gipfel, kennt man die Routen und v.a. die Abseilstellen (hauptsächlich graue Muniringe in grauem Kalk) genau, ist man wesentlich schneller. Bis zum K III waren wir zügig unterwegs, der Alpsteinführer empfiehlt auch, die Überschreitung hier abzubrechen. Der Weiterweg ab K III ist ziemlich zeitraubend, brüchig und teilweise umständlich.
Da der Tourenbericht nun schon geschrieben ist, hier als Ergänzung und als weiteres Fotoalbum die Alpin_Rise Version von Deltas Beschreibung.
Die Überschreitung der Kreuzberge gehört zu den Alpstein-Kletterklassikern . Obwohl etwas aus der Mode gekommen, bleibt die Tour landschafltich einmalig schön - vorausgesetzt, man lässt sich von einigen brüchigen Gratpassagen und zahlreichen luftigen Abseilmanövern nicht abschrecken. Dazwischen gibts aber auch den einen oder anderen Kletterleckerbissen!
Unsere Variante von West nach Ost ist klettertechnisch etwas einfacher die Gegenrichtung. Die Krux stellt jeweils der erste und niedrigste Kreuzberg dar. Er ist der exponierteste unter den Acht und auf allen Routen anspruchsvoll; als einziger Kreuzberg schmückt ihn ein Gipfelkreuz.
Lost and found: falls jemand zwischen K VII und K V zwei mittlere Friends findet, gibts einen Finderbatzen und ein dickes Dankeschön vom Alpin_Rise! Scheinbar fressen die Kreuzberge gerne meine Freunde, schon nach dieser Tour war ich um einen ärmer...
Von Wildhaus durchs Flürentobel auf die Alp Tesel. Weil die SBB Züge sekundenpünktlich fahren, verliere ich eine ärgerliche Stunde auf den Zeitplan. Darum hat
Weiter zum Einstieg der Rosakante am Gätterifirst, die wir als Einstieg zu unserer Tour geplant haben. Der Fels hat Raureif, wir keine Lust auf kalte Finger und zudem eine Stunde Verspätung, darum auf dem Normalweg auf den Gätterifirst. Sehr hübsche, exponierte Kraxelei (T6, II) in festem Fels! Über den Mutschen erreichen wir den Sattel am Fuss von K VII, den Einstieg zur Überschreitung.
Ausgangspunkt für K VIII und K VII ist der dazwischen liegende Sattel. Diesen erreicht man durch eine exponierte Querung im 3. Grad (NH und BH) oder einfacher zuerst etwas absteigend und durch eine gestufte Rinne hoch (T5, II).
K VIII
Auf der einfachen Normalroute (A 200, T5, kurz II) - Routen nach SAC Kletterführer Alpstein von Werner Küng - rauf und wieder runter. Den achten Kreuzberg verliessen wir kurz nach 12 Uhr - also eine Nachmittagstour über die Kreuzberge ;-)
K VII
Aus dem Sattel wählen wir die sehr lohnende, luftige und griffige Biedermannkante (meist 3a, kurz 3c, in einer Seillänge kletterbar) als Alternative zum Normalweg. Abstieg etwa 40m dem Grat entlang bis zum Muniring in markanter Scharte links. 2X20m bzw. 40m Abseilen in den Sattel.
K VI
In steiler, aber griffiger Kletterei, oben luftig und ausgesetzt über die Westwand (R 175, 4a, 2 Sl) auf den Gipfel. Für den Abstieg Richtung Daumen kurz über eine Stufe abklettern (II) und zur Abseilstelle auf der Nordseite. 25m überhängend über das grosse Felsenfenster abseilen.
K V
Über den genial griffigen, ausgesetzten Westgrat (R 162, II+ 2 Sl und Gehgelände) hinauf, auf der Ostseite anspruchsvoll und exponiert dem Grat zu steiler Rinne folgend (T6, II) Bei der Abseilstelle 2x20 bzw. 1x40m in den schmalen Sattel.
K IV
Der Westgrat (R 132, 5a, 3 Sl) ist in der ersten Sl nordseitig steil und anspruchsvoll, oben genüsslich und leichter. Abstieg über den teils exponierten Normalweg (A 130, T5+) in der Südflanke. Alternativ kann auch dem Grat gefolgt werden, was ich persönlich als einfacher einschätze.
K III
Statt dem leichten Normalweg durch den langen Kamin wählen wir das schmale Südrippli (R 126, 3c), welches sehr luftig, griffig und schnell gemeistert ist. Runter über den Westgrat, wo uns eine aufsteigende Seilschaft eine Abseilstelle markiert. Durch 1x 30m Abseilen in eine steile Rinne umgehen wir unangenehme Abkletterstellen im 3. Grad auf der hier beschriebenen Variante.
K II
Auf dem relativ leichten Normalweg (A 85, T6, II+) durch den rechten Kamin und den kurzen Gipfelgrat zum Gipfel. Abstieg nach Osten über R 90a, zuerst folgt man dem brüchigen, ausgesetzten Grat, bis dieser steil abbricht. Dort ist man bereits etwas zu weit abgestiegen, etwa 15m weiter oben liegt der Muniring in einer Rinne etwas östlich vom Grat. 1x 35 und 1x40m abseilen, für Einfachseil sind auch Abseilstellen dazwischen.
K I
Nur noch ein ausgesetzter Grat trennt uns vom letzten Kreuzberg. Äusserst exponiert im II. Grad bis zu einem Türmchen, das von vielen, vermoderten Reepschnüren umschlungen ist. Dort trennt uns eine ca. 20m tiefe, wenige Meter schmale Scharte vom Weiterweg. Etwas ratlos seilen wir zu einem Muniring ( Zweite Abseilstelle von Abstieg A 60, 6x20m Abseilen) ab. Von dort führt kraftraubende, mit NH gesicherte Kletterei (ca. 4c) in 20m nach links auf den Grat zurück. Der SAC Kletterführer beschreibt diese Scharte nicht ausdrücklich, nur ein Hinweis auf ein attraktives "Seilbähnli" ab dem Gratturm ist erwähnt. Im älteren Alpsteinfüher liest man dann ausdrücklich, das dies die Variante der Wahl sei. Dafür muss man aber erst gegenüber dem Türmchen wieder hochklettern (1 NH und ein 1 BH, unser Versuch dort hochzukommen ist gescheitert...)
Nach diesem Hindernis extrem ausgesetzt, aber höchstens im 3. Grad dem Zackengrat folgend. Der Gipfelaufschwung selbst ist einfach (T5, I).
Abseilen über A 60a, zuerst 40m dem exponierten Band nach Osten bis nach einem Türmchen (Ablassen des Seilersten von Vorteil!), dann knapp über 50m (oder 1x 40m und 1x10m) über glatte, überhängende Wand in Rinne abseilen. Geschafft!
Querung zur Saxerlücke, wo uns die Dunkelheit einholt. Die öden Fahrsträsschen bis Brülisau sind auch in der Dunkelheit gut zu zu meistern - dort fährt nach einer mächtigen Portion Pommes mit Bier zum Glück noch ein Publicar auf Bestellung bis zum Bhf Appenzell!
Schwierigkeit: Auf unserer Variante eine Stelle im 5. Grad, vier Längen im 4. Grad. Viel spielt sich im brüchigen, ausgesetzten IIer bzw. T6-Gelände ab, wo sichern sehr zeitraubend ist.
Zeitbedarf: Die Tour ist in der Länge trotz nur einem Kilometer Luftlinie nicht zu unterschätzen, kann aber praktisch jederzeit abgebrochen werden. Wir benötigten sieben Stunden für die Acht Gipfel, kennt man die Routen und v.a. die Abseilstellen (hauptsächlich graue Muniringe in grauem Kalk) genau, ist man wesentlich schneller. Bis zum K III waren wir zügig unterwegs, der Alpsteinführer empfiehlt auch, die Überschreitung hier abzubrechen. Der Weiterweg ab K III ist ziemlich zeitraubend, brüchig und teilweise umständlich.
Ausrüstung: mindestens 50m Einfachseil, Doppelseil nützlich. 8 Express, einige Schlingen. Klemmmaterial ist nicht zwingend, alle Routen sind ausreichend abgesichert und Abseilstellen mit soliden Muniringen ausgerüstet, wenn man sie findet... Die Überschreitung ist gut mit Bergschuhen kletterbar, einzig am K IV Westgrat waren wir und Kletterfnken froh.
Hike partners:
Delta,
Alpin_Rise

![[u Delta] am Gätterifirst, Auftakt und Supplement zur Überschreitung. Im Hintergrund der Altmann [u Delta] am Gätterifirst, Auftakt und Supplement zur Überschreitung. Im Hintergrund der Altmann](http://www.hikr.org/files/76260s.jpg)
![Auf dem Gätterifirst Vorgipfel, wo leicht über Gras nach Norden abgestiegen wird. Im Hintergrund Hauptgipfel, davor Mittelgipfel, der Ausstieg der schönen [http://www.hikr.org/tour/post1231.html Rosakante]) Auf dem Gätterifirst Vorgipfel, wo leicht über Gras nach Norden abgestiegen wird. Im Hintergrund Hauptgipfel, davor Mittelgipfel, der Ausstieg der schönen [http://www.hikr.org/tour/post1231.html Rosakante])](http://www.hikr.org/files/76261s.jpg)





















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